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TPT0004 | 18.06.2012 | 12:08 | Channel: Reise & Urlaub

Aussender: Oesterreichischer Alpenverein


Stichworte: Freizeit / Klettern / Reisen / Sicherheit / Sport / Tirol / Tourismus / Umwelt

Klettersteige: 10 Empfehlungen des Alpenvereins - BILD

So wird die "Via Ferrata" zum sicheren Erlebnis

Aussendung mit Bild

BILD zu TP/OTS - Die 10 Klettersteig-Empfehlungen des Alpenvereins sollen die Risiken am Klettersteig reduzieren und zu einem bewussteren Verhalten am Fels anregen (im Bild: Innsbrucker Klettersteig).

  • Fotograf: P.Plattner
  • Fotocredit: OeAV
  • Ort: Österreich / Innsbruck

   Innsbruck (TP/OTS) - Eine Welle der Klettersteig-Begeisterung
schwappt derzeit durch die heimische Bergsportszene. Angesichts
dieses Strebens in die Vertikale gilt es jedoch auch, auf mögliche
Gefahren hinzuweisen. Mit den 10 Empfehlungen des Alpenvereins sollen
die Risiken auf Klettersteigen vermindert werden.

   Etwa 300 heimische Klettersteiganlagen verzeichnet der
"Klettersteigatlas Österreich" (Verlag Kurt Schall, 2011), die
Website klettersteig.de listet gar 572 versicherte Steige auf. Diese
Entwicklung fordert den Alpenverein, so Bergsportreferent Michael
Larcher: "In Anbetracht dieses Trends gilt es, auch auf die Gefahren
hinzuweisen und die Bergsportler so auszubilden, dass sie mit den
durchaus überschaubaren Risiken eigenverantwortlich umgehen lernen."
Spezielle Klettersteigkurse (www.alpenverein-akademie.at),
Lehrschriften und nicht zuletzt die Entwicklung von 'Goldenen Regeln'
sind ein Ausdruck dieses Engagements. Die jährlich steigende Zahl der
Rettungseinsätze auf Klettersteigen belegt die Notwendigkeit dieser
Maßnahmen eindringlich.

Sicherheit am Klettersteig - Die 10 Empfehlungen des
Alpenvereins

   Das Begehen von Klettersteigen ist mit Risiken verbunden. Bei
unzureichender Vorbereitung, mangelhafter Ausrüstung oder falschem
Verhalten besteht Absturzgefahr! Durch qualifizierte TrainerInnen
erwirbst du die notwendigen Fertigkeiten.

1. Sorgfältig planen!

   Planung ist der Schlüssel für sichere und genussvolle Touren.
Informiere dich genau über Schwierigkeit und Länge, Zu- und Abstieg,
Wetter und Verhältnisse.

   Zu jedem Klettersteig gibt es übrigens Führerliteratur mit Topos
(= Routenskizzen) - auch eine kurze Recherche im Internet bringt
häufig wertvolle Treffer.

2. Das Ziel den persönlichen Voraussetzungen anpassen!

   Zu hoch gewählte Schwierigkeiten mindern das Erlebnis und können
zu gefährlichen Situationen führen.

   "Leidenschaft und Ehrgeiz sind gut und ohne sie würden wir nicht
bergsteigen. Wozu wir aber angehalten sind, ist die richtige Balance
zu finden - zwischen Wagnis- und Abenteuerlust einerseits und
persönlichem Können, Fitness, Erfahrung und Ausbildungsstand
andererseits. Drei Faktoren sind es im Wesentlichen, die wir hier
beachten müssen: die Schwierigkeit, die Länge und die Beschaffenheit
des Zu- und Abstiegs", betont Bergsportexperte Michael Larcher.

3. Vollständige, normgerechte Ausrüstung verwenden!

   Klettergurt, Klettersteigset und Helm: Nur die konsequente und
richtige Anwendung der Ausrüstung ermöglicht eine sichere Begehung
von Klettersteigen. Für den Notfall sind Erste-Hilfe-Paket und
Mobiltelefon (Euro-Notruf 112) dabei.

   Michael Larcher über die Ausrüstung am Klettersteig: "Moderne
Klettersteigsets - zu erkennen daran, dass sie anstelle von
Bremsplatte und Bremsseil mit einem Bandfalldämpfer ausgestattet sind
- bieten sowohl Sicherheit als auch Tragekomfort. Besonders wichtig
für den Genuss am Klettersteig sind funktionelle
Klettersteigkarabiner, die sich einfach bedienen lassen und die
automatisch schließen. Schon beim Kauf sollte man kritisch prüfen, ob
einem das Karabinermodell 'liegt' - man wird diesen Karabiner ja
unter Umständen einige tausendmal ein- und aushängen! Ein Helm ist
übrigens Standard, Klettersteighandschuhe 'nice to have'."

4. Bei Gewittergefahr nicht einsteigen!

   Blitzschlag bedeutet Lebensgefahr. Regen, Nässe und Kälte erhöhen
das Sturzrisiko.

   "Ein Klettersteig stellt immer auch einen überdimensionalen
Blitzableiter dar. Für unsere Praxis gilt, dass wir den Wetterbericht
bewusst auf Informationen zur Gewitterneigung befragen. Verzicht oder
gute Zeitplanung sind dann die Optionen. Gewarnt sei auch noch vor
der falschen Reaktion, in dem Fall, dass einen doch einmal Gewitter
überrascht: Bleiben Sie mit dem Drahtseil verbunden! Die
Absturzgefahr überragt die Blitzschlaggefahr allemal", mahnt Larcher.

5. Drahtseil und Verankerungen kritisch prüfen!

   Steinschlag, Schneedruck, Frostsprengung oder Korrosion können
Schäden an der Steiganlage verursachen. Nicht in gesperrte
Klettersteige einsteigen.

   Michael Larcher vom Alpenverein dazu: "Jeder Klettersteig ist auch
ein Weg im rechtlichen Sinn und hat einen 'Wegehalter', also
jemanden, der für die Instandhaltung und für die eventuelle Sperre
zuständig und  verantwortlich ist. Das bedeutet - im Gegensatz zu
Kletterrouten - dass wir auf geöffneten (!) Klettersteigen einen
zeitgemäßen Sicherheitsstandard erwarten dürfen. Trotzdem: Ein
kritisches Auge sollten wir dennoch bewahren."

6. Partnercheck am Einstieg!

   Kontrolliert gegenseitig: Gurtverschluss, Verbindung
Klettersteigset mit Klettergurt, Helm.

   "Bevor es losgeht nützen wir das Vieraugenprinzip und
kontrollieren gegenseitig unsere Sicherheitsvorkehrungen", so
Larcher.

7. Ausreichende Abstände einhalten!

   Zwischen zwei Fixpunkten darf nur eine Person unterwegs sein.
"Unsere derzeitige Sicherungstechnik auf Klettersteigen kann zwar den
Absturz verhindern, nicht aber den freien Fall bis zur nächsten
Verankerung. Und das können immerhin bis zu sechs Meter sein. Diese
enorme Sturzenergie kann auch für einen zu knappen Nachsteiger
gefährlich werden", betont Michael Larcher.

8. Klare Absprache beim Überholen!

   Kommunikation und Rücksichtnahme verhindern gefährliche
Situationen bei Überholmanövern oder Gegenverkehr.
Larcher: "Ein überfüllter Klettersteig kann ein guter Grund sein, auf
eine Begehung zu verzichten. Überholmanöver gehören jedenfalls
abgesprochen und sind - besonnen und rücksichtsvoll - an dafür
geeigneten Stellen durchzuführen."

9. Achtung Steinschlag!

   Achtsames Steigen verhindert Steinschlag.

   "Diese Empfehlung ist noch einmal ein dringender Hinweis auf die
Sinnhaftigkeit eines Helms. Darüber hinaus wollen wir damit aber auch
an eine saubere Bewegungs- bzw. Steigtechnik erinnern, um zu
verhindern, dass wir selbst Steinschlag auslösen und damit
Nachsteiger gefährden", warnt Larcher.

10. Natur und Umwelt respektieren!

   Mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Fahrgemeinschaften
anreisen. Müll und Lärm vermeiden.

   Michael Larcher vom Alpenverein betont: "Klettersteige erschließen
Naturräume und es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass wir
Lärm und Müll vermeiden, Wild- und Weidetiere nicht beunruhigen und
beim Zu- und Abstieg auf den angelegten Wegen bleiben. Ein Appell ist
auch an unser Anreiseverhalten gerichtet: Fahrgemeinschaften sind
gut, öffentliche Verkehrsmittel sind besser".

Literaturtipp:

   Klettersteig - Sicherheit und Taktik auf Eisenwegen (3. komplett
überarbeitete Auflage 2012): Aussagekräftige Bilder und
Illustrationen, kompakter Text - die Klettersteig-Lehrschrift des
Alpenvereins informiert über Schwierigkeitsbewertung, Risikofaktoren,
Planung, Ausrüstung und Klettersteigtechnik. Erhältlich bei den
Alpenvereinssektionen oder im OeAVshop auf http://www.oeavshop.at.

   Der Alpenverein bietet zudem eine Vielzahl von Klettersteigkursen
an, buchbar unter: http://www.alpenverein-akademie.at

Facts

   Der Alpenverein ist mit 415.000 Mitgliedern der größte
Bergsportverein Österreichs und hinter dem Deutschen Alpenverein der
zweitgrößte Alpinverband weltweit.

- Größter alpiner Verein und größte Jugendorganisation Österreichs
- 415.000 Mitglieder
- 195 Sektionen
- 22.000 Mitarbeiter/innen und Funktionär/innen
- Anwalt der Alpen und gesetzlich anerkannte Umwelt-Organisation
- Größter Beherbergungsbetrieb Österreichs (> Hüttenfinder auf
   http://www.alpenverein.at)
- 238 Schutzhütten und 13.000 Schlafplätze
- Betreuung von 40.000 km Wanderwegen
- Mehr als 200 Kletteranlagen (> Kletterhallenfinder auf
   http://www.alpenverein.at)

   Auch die Kletterer des Alpenvereins sind Weltspitze: Unzählige
Medaillen, Titel und Siege hat es in den letzten Jahren für die
österreichischen Kletterer geregnet. Die Erfolge von Profikletterern
wie Jakob Schubert, Anna Stöhr, Kilian Fischhuber, Johanna Ernst oder
Angela Eiter haben dazu geführt, dass das österreichische
Nationalteam von den Stockerlplätzen nicht mehr wegzudenken ist.

   Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
   Oesterreichischer Alpenverein
   Mag. Michael Larcher
   Olympiastraße 37
   A-6020 Innsbruck
   Tel.: +43 (0)512 59547-23
   Mobil: +43 (0)664 8556423
   Fax: +43 (0)512 59547-50
   michael.larcher@alpenverein.at  
   http://www.alpenverein.at
   http://www.150jahre-alpenverein.at

*** TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
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TPT0004    2012-06-18/12:08

181208 Jun 12

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