Wer sichert, der haftet

Alpenvereine und Oberlandesgericht beraten alpine Rechtsfragen im Kühtai

Innsbruck (OTS) - Der Kletterhallenbetreiber muss eine
einwandfreie Anlage bieten und die Benutzer über Sicherheitsfragen aufklären. Doch der Sichernde haftet, wenn der Partner infolge eines Fehlers abstürzt. Diese Mahnung vertraten Experten heute bei einer Tagung im Kühtai.

Warnstufe 3. Da wurden die versammelten Experten vorerst auf Skitouren, beim Schneeschuhwandern und Eisfallklettern mit der praktischen Anwendung der neuen Lawinenkunde konfrontiert, die ebenfalls Thema des Seminar "Gehen, Steigen, Klettern - alpine Rechtsfragen" bis 30. Jänner im Kühtai ist. Veranstalter sind der Oesterreichische und Deutsche Alpenverein und das Oberlandesgericht Innsbruck.

Die Sicherheitsexperten der Alpenvereine starteten dann den Vortragsreigen: Der Deutsche Michael Gebhardt betonte, dass trotz perfekter Ausrüstung und Anlagen Klettern ein Risikosport bleibt. "Wir brauchen dazu unbedingt neue Ausbildungsinitiativen", erklärte Peter Plattner, betonte jedoch, dass allein in Österreich bereits 60.000 Kletterscheine ausgestellt werden konnten.

Mehr Alpin- als Verkehrstote

Dennoch gibt es hierzulande nach wie vor mehr Alpin- als Verkehrstote. Allein in Tirol sind es zirka 150 pro Jahr (bundesweit rund 370). Deshalb verfügt als einzige Staatsanwaltschaft Österreichs jene in Innsbruck über ein Alpinreferat. Seine Leiterin Dagmar Unterberger betonte, wie wichtig gerade bei Lawinenunfällen der rasche Einsatz der Alpinpolizei und exzellenter Sachverständiger ist, die für das Gericht dann die Fakten erheben.

"Kletterunfälle, die sich in Hallen ereignen, werden auch strafrechtlich verfolgt und bewertet", verwies die Staatsanwältin darauf, dass sich die Ermittlungen bei einem Fehler des Sicherungspartners vor allem gegen diesen richten.

Keine Aufsichtspflicht für Hallenbetreiber

Richter Werner Engers vom Landesgericht Innsbruck verneinte zudem eine Aufsichtspflicht der Hallenbetreiber. Sie müssten nicht permanent kontrollieren und beobachten, sondern grundsätzlich z. B. durch Hinweisschilder und Plakate über die Gefahren aufklären und vor allem eine technisch einwandfreie Anlage für den Sport zur Verfügung stellen.

Das Seminar wird am Dienstag mit Vorträgen zur neuen Lawinenkunde, zu veränderten Sorgfaltsmaßstäben und zur Haftung bei Pistentouren fortgesetzt.

Das genaue Programm ist unter www.alpenverein.at abrufbar.

Journalisten sind bei allen Vorträgen willkommen.

Weitere Aussendungen am Dienstag gegen 19.30 und am Mittwoch gegen 17.30 Uhr.

Facts

Der Alpenverein ist mit 350.000 Mitgliedern der größte Bergsportverein Österreichs und hinter dem Deutschen Alpenverein der zweitgrößte Alpinverband weltweit:

  • 22.000 Mitarbeiter und Funktionäre;
  • 1,3 Millionen ehrenamtlichen Arbeitsstunden pro Jahr;
  • 16.000 Veranstaltungen österreichweit in 197 Sektionen;
  • 241 Schutzhütten, 14.000 Schlafplätze;
  • jährlich 1 Million Besucher, größter Beherbergungsbetrieb Österreich;
  • Betreuung von 40.000 km Wanderwegen.

Damit leistet der Alpenverein einen wesentlichen Teil zum Sommer-und Alpintourismus, aus dem die Tourismuswirtschaft immerhin jährlich 1 Mrd. Euro lukriert.

Klettersportler des Alpenvereins sind Weltspitze. Zuletzt gab es zweimal Gold bei der Kletterweltmeisterschaft 2007 in Spanien für Angela Eiter (Vorstieg) und Anna Stöhr (Boulder) und eine Bronzemedaille im Kombibewerb (Vorstieg/Speed/Boulder) für Katharina Saurwein.

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