Hotellerie drängt auf Abschaffung der Kreditvertragsgebühr

Ennemoser: Kostenbremse und Ausgleichsmaßnahme zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit - Branche durch Zinserhöhungen unter Druck geraten

Wien (TP/OTS) - Die Zinserhöhungsrunden der vergangenen Monate haben die heimischen Hotelbetriebe gehörig zum Schwitzen gebracht. "Jeder Prozentpunkt mehr kostet die Branche rund 100 Millionen Euro. Eine Zinserhöhung von zwei Prozent belastet die Hotellerie mit rund 200 Millionen Euro im Jahr. Eine Entlastung ist daher dringend geboten", meldet sich der Sprecher der rund 18.000 heimischen Hotelbetriebe, Klaus Ennemoser, im Zuge der aktuellen Teuerungsdebatte zu Wort. Als eine erste, rasch umsetzbare Ausgleichsmaßnahme fordert der Obmann des Fachverbandes Hotellerie die Abschaffung der Kreditvertragsgebühr. Die damit verbundene Preisstabilisierung wäre ein willkommener Beitrag zum Kampf gegen die Teuerung.

Ennemoser erinnert daran, dass die Unternehmen Jahr für Jahr hohe Summen in eine weltweit führende Infrastruktur investieren. Dies bringt Österreich hohe Deviseneinnahmen und stärkt die Rolle des Tourismus als internationale Vorzeigebranche. In der Tourismus- und Freizeitwirtschaft wird jeder fünfte Vollarbeitsplatz in Österreich generiert.

Das weitere Wachstum in einer der österreichischen Schlüsselbranchen setzt allerdings, so Ennemoser, Investitionserleichterungen und bessere Rahmenbedingungen voraus. Die leidige Kreditvertragsgebühr sei allerdings genau das Gegenteil davon.

Diese in der Europäischen Union einzigartige Form der Besteuerung ("ein echtes Austriacum") bei der Vergabe von allen dem Kunden schriftlich mitgeteilten Kontorahmen, Kredit- und Darlehensvergaben wird bekanntlich mit einem einmaligen Betrag von 0,8 Prozent fällig. Diese "Bagatellsteuer" kann Kredite je nach Laufdauer insgesamt um 1,5 Prozent der Darlehenssumme verteuern. Dazu kommt noch die Grundbuchseintragungsgebühr von 1,2 Prozent des sichergestellten Darlehens- oder Kreditbetrags.

Als Nachteile der Kreditvertragsgebühr nennt Ennemoser die Verteuerung von Kreditfinanzierungen und Umschuldungen, die Behinderung volkswirtschaftlich bedeutender Investitionen und Firmenübernahmen und damit eine Schwächung der Hotellerie im internationalen Wettbewerb.

Durch die Gebühr werden Kreditaufnahmen für kleine und mittlere Unternehmen im Vergleich zu internationalen Kapitalmarktfinanzierungen deutlich benachteiligt. Sie bringt dem Finanzminister 150 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer kostete ungefähr denselben Betrag.

Die Kreditgebühr verursacht einen zusätzlichen bürokratischen Aufwand für Banken und Kreditnehmer, hat aber keine Gegenleistung des Staates zur Folge, kritisiert Ennemoser. "Ihre Abschaffung wäre unter dem Strich eine für den Staat kostengünstige Maßnahme gegen die Teuerungswelle und hätte eine starke Hebelwirkung für mehr Beschäftigung. Schließlich wäre dies auch eine willkommene Abfederungsmaßnahme zu den durch Basel II teilweise erschwerten Kreditbedingungen", fasst Ennemoser die Vorteile einer raschen Abschaffung zusammen.

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