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TPT0004 | 22.07.2009 | 11:00 | Channel: Tourismuswirtschaft

Aussender: WienTourismus


Stichworte: Bilanz / Finanzen / Tourismus / Werbung / Wien / Wirtschaft

Wien im 1. Halbjahr 2009: um 7,1 % weniger Gästenächtigungen

   Wien (TP/OTS) - 4,3 Millionen Nächtigungen verzeichnete Wien von
Jänner bis Juni 2009, um 7,1 % weniger als im 1. Halbjahr 2008. Der
von Jänner bis Mai vorliegende Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener
Hotellerie von 149 Millionen Euro liegt um 14,6 % unter dem
Vergleichswert des Vorjahres. Die heurigen Juni-Zahlen lassen wegen
der im Vergleichsmonat 2008 abgehaltenen Fußball-EM keine Schlüsse
auf allfällige Trends zu. Für einige der Online-Kampagnen des
WienTourismus und seinen TV-Spot auf CNN im ersten Halbjahr 2009 ist
ein beachtlicher Impact nachweisbar.

   "Jetzt wissen wir, warum man vom 'verflixten siebenten Jahr'
spricht: Wien hat nach sechs aufeinander folgenden Rekordjahren heuer
im ersten Halbjahr um 7,1 % weniger Nächtigungen gehabt als im
Vergleichszeitraum des Vorjahres; insgesamt waren es rund 4,3
Millionen.", so leitete Tourismusdirektor Norbert Kettner die
Pressekonferenz zur Halbjahres-Bilanz des WienTourismus ein und
berichtete weiter: "Beim Nettonächtigungsumsatz der Wiener
Hotellerie, der uns erst für die Periode Jänner bis Mai 2009
vorliegt, hat das einen Rückgang um 15 % auf 149 Millionen Euro
bewirkt. Es ist beileibe kein Trost, dass Wien sich damit in
freudloser Schicksalsgemeinschaft mit den anderen großen
Destinationen im europäischen Städtetourismus befindet, und darin
noch besser wegkommt als viele andere. - Das bringt unserer
Hotellerie und allen sonstigen Betrieben unserer Stadt, für die der
Tourismus eine wichtige Einnahmequelle ist, auch nicht mehr Geld in
die Kassa. Ich erwähne es aber, weil es etwas Wichtiges deutlich
macht: An der Destination kann es nicht liegen, denn sie hat nach
sechs Rekordjahren nicht plötzlich an Attraktivität verloren. An
einem Qualitäts-Absturz der Leistungen der Wiener Tourismuswirtschaft
kann es ebensowenig liegen. Und auch wir im WienTourismus haben unser
Handwerk nicht von einem Jahr aufs andere verlernt. - Die
Negativentwicklung 2009 ist somit eindeutig auf Außenfaktoren
zurückzuführen. Darum bin ich auch überzeugt davon, dass Wien,
solange die Krise andauert, zumindest eine passable Performance haben
wird, und vom Ende der Krise, das derzeit leider nicht
prognostizierbar ist, als eine der ersten Städtedestinationen
profitieren wird."

   Der Nächtigungsrückgang im ersten - von einem durch die EM im
Vorjahr sehr atypischen Juni-Ergebnis mitgeprägten - Halbjahr 2009
zieht sich in mehr oder minder starkem Ausmaß durch alle Hauptmärkte
Wiens mit Ausnahme von Frankreich, das ein geringes Plus ausweist. Es
gibt jedoch Herkunftsländer, die sich völlig gegensätzlich zum
Halbjahrestrend entwickelten, allen voran die Arabischen Länder in
Asien, die mit einer Steigerung um 28 % auf 40.000 Nächtigungen
kamen, und Griechenland, das mit einem 11%-igen Zuwachs 51.000
Nächtigungen verzeichnete. Beide Märkte werden vom WienTourismus seit
einigen

   Jahren als Hoffnungsmärkte verstärkt bearbeitet und haben diesen
Status damit nachdrücklich gerechtfertigt; im Plus sind auch einige
CEE Länder (Tschechien: + 6 %, Bulgarien: + 6 %, Serbien: + 14 %).
Außerdem entwickelte sich auch eine ganze Reihe asiatischer Märkte
positiv, die einzeln zwar noch ein geringes Nächtigungsaufkommen
haben, doch in ihrer Gesamtheit mit mehr als 90.000 Nächtigungen dazu
beitrugen, den Rückgang im Gesamtergebnis zu entschärfen. (Südkorea:
+ 31 %, Indien: + 2 %, Südostasien: + 9 %, Taiwan: + 25 %, unter
"übriges Asien" erfasste Länder: + 7 %).

Luxus- und 3-Sterne Häuser nicht so stark betroffen wie 4-Sterne
Hotellerie

   Unter dem rückgängigen Nächtigungsergebnis hatten die
4-Sterne-Hotels am stärksten zu leiden, während die Nächtigungen in
den Luxushäusern und jenen der mittleren Kategorie nur sehr
geringfügig unter den Vorjahreszahlen lagen und die einfacheren
Betriebe sogar einen leichten Zuwachs verzeichnen konnten. Allerdings
sank die erhobene Bettenauslastung der Wiener Hotellerie von Jänner
bis Juni 2009 auf durchschnittlich 45,4 % (1-6/2008: 52,3 %), was
einer Zimmerauslastung (sie wird in Österreich nicht erhoben) von ca.
57 % entspricht (1-6/2008: rund 65 %). Dies lag nicht allein am
Nächtigungsrückgang, sondern auch daran, dass sich Wiens
Behrbergungskapazität von Juni 2008 auf Juni 2009 um rund 2.600
Betten (+ 6 %) erhöht hat.

   Der Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener Hotellerie liegt erst für
den Zeitraum Jänner bis Mai 2009 vor und verringerte sich gegenüber
der Vergleichsperiode 2008 um 14,6, % auf 148.965.000 Euro. Im
heurigen Juni ist ein besonders starkes Umsatz-Minus unvermeidbar, da
die Wiener Hotellerie im Juni 2008 durch die Fußball-EM den stärksten
Umsatz erwirtschaftete, den je ein einzelner Monat erbracht hat,
nämlich mehr als 60,6 Millionen Euro, was eine Steigerung um 41,3 %
gegenüber den Juni 2007 bedeutete.

Die Ergebnisse im Detail:

Herkunftsland  Nächtigungen   Nächtigungen    Nächtigungsumsatz
                Jänner-Juni    Juni 2009       netto *)
                                               Jänner-Mai  2009

Deutschland    925.000  -5%   191.000  -5%    30.682.000 Euro  -9%
Österreich     895.000  -6%   170.000  +7%    28.222.000 Euro  -14%
Italien        217.000 -13%    31.000  +5%    7.430.000 Euro   -19%
USA            204.000 -12%    55.000  +9%    7.946.000 Euro   -27%
Großbritannien,
Nordirland     152.000 -19%    32.000 -24%    6.014.000 Euro   -28%
Russland       144.000 -13%    19.000 -35%    6.012.000 Euro   -19%
Schweiz,
Liechtenstein  133.000 -10%    25.000 -20%    4.854.000 Euro   -17%
Frankreich,
Monaco         129.000  +1%    25.000 +34%    4.458.000 Euro   -11%
Rumänien       119.000  -4%    16.000 +18%    3.818.000 Euro   -14%
Spanien        108.000 -24%    26.000 -23%    3.550.000 Euro   -31%

Übrige       1.248.000        246.000        45.978.000 Euro    
alle Länder  4.272.000 -7,1%  836.000 -3,8 % 148.965.000 Euro  -4,6%

*) ohne Frühstück, Heizungszuschlag, Umsatzsteuer

EM 2008 sorgte für atypische Länderergebnisse im Juni 2009

   Ein ausgesprochener Sonderfall ist der heurige Juni: Wegen der
Fußball-EM im Juni 2008 sind seine prozentuellen Veränderungen bei
sehr vielen Länderergebnissen keinesfalls ein Hinweis auf einen Trend
für den Rest des Jahres. Zusätzlich sind sie teilweise auch nur
scheinbare Zuwächse oder Rückgänge, denn die EM hat im Juni 2008
Gäste aus einigen Ländern besonders stark nach Wien gezogen, während
sich BewohnerInnen anderer aus demselben Grund von Wien ferngehalten
haben. So sind etwa die heurigen Juni-Steigerungen aus Österreich und
den Niederlanden zwar erfreulich, aber aufgrund zwei-stelliger
Rückgänge im Juni 2008 keine realen Zuwächse. Beruhigenderweise kommt
dieser Effekt aber noch viel stärker zum Tragen bei den Rückgängen
aus Deutschland, der Schweiz, Russland, Polen, der Türkei, Kroatien
und den gesammelt ausgewiesenen GUS-Mitgliedern (d.h. ohne Russland
und Ukraine), die im Juni 2008 teilweise gigantische Steigerungen
hatten, z.B. Russland: + 93 %, Kroatien: + 356 % (Anm. d. A.: kein
Tippfehler!). Der Vergleich der absoluten Nächtigungszahlen enthüllt,
aus welchen Märkten Wien heuer reale Juni-Zuwächse hatte, und das
sind nicht wenige, unter ihnen die Hauptmärkte Italien, Frankreich
und Rumänien, außerdem noch Griechenland, Tschechien, Bulgarien,
Slowenien, Serbien, Finnland, Kanada, die Arabischen Länder in Asien,
Israel, Indien und China.

Das hat's gebracht: Wirkungsstarke Kampagnen im 1. Halbjahr 2009

   Mit dem Internet ist es möglich geworden, die Effizienz einzelner
touristischer Werbekampagnen "auf Heller und Pfennig" nachzuweisen.
So gab es unter den vom WienTourismus im ersten Halbjahr 2009
geführten Online-Kampagnen 13 Reiseportale in sechs Ländern
(Deutschland, Schweiz, Italien, Großbritannien, Frankreich, Spanien),
die exakte Daten zum ROI (Return on Investment) liefern konnten: Über
diese Portale wurden im jeweiligen Kampagnenzeitraum (jeweils 4
Wochen) insgesamt genau 13.803 Nächtigungen in Wien gebucht.  Stellt
man diesen die Schaltungskosten gegenüber, ergibt sich eine
Investition von 18,10 Euro pro Nächtigung. Von den Schaltungen auf
den anderen Portalen sind zwar keine solchen Daten erhältlich, doch
man darf von einer ähnlich imposanten Wirkung ausgehen.

   Wieviele Nächtigungen mit dem TV-Spot "Swing into Spring" erzielt
wurden, lässt sich zwar nicht nachweisen, doch auch über seine
Wirkung liegen ausdrucksstarke Daten vor: Er wurde im Zeitraum
Mai/Juni 342mal in Europa (vorwiegend), dem Mittleren Osten sowie
Afrika ausgestrahlt, und laut einer Erhebung des European Marketing
Survey (EMS) haben ihn bis zu 11,6 Millionen ZuschauerInnen im Alter
von 20 bis 60 Jahren und einem persönlichen Jahreseinkommen von
mindestens 70.000 Euro gesehen, und zwar durchschnittlich 2mal pro
Person. Rund 5 Millionen davon waren vielreisende Europäer (mit über
3 Flugreisen jährlich).

Rückfragehinweis:
   Vera Schweder                    Mag. Robert Nürnberger
   Unternehmenssprecherin           Stellvertreter der
                                    Unternehmenssprecherin
   Tel.: +43 - 1 - 211 14-110       Tel.: +43 - 1 - 211 14-111
   schweder@wien.info        nuernberger@wien.info

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