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Wien verzeichnet 2009 zweitbestes Kongressergebnis

Wien (TP/OTS) - Mit 9 Prozent mehr Nächtigungen und 12 Prozent
mehr Wertschöpfung als 2008 verzeichnete Wien im Vorjahr sein zweitbestes Kongressergebnis, knapp unter dem Rekord von 2007. Die Bilanz über das Kongressjahr 2009 zog Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, 8. April 2010, gemeinsam mit Tourismusdirektor Norbert Kettner und dem Leiter des Vienna Convention Bureau im WienTourismus Christian Mutschlechner. Als Gastredner erklärte Prof. Gerald Ganssen, Vizepräsident der Europäischen Geowissenschaftlichen Union, warum deren Kongress seit 2005 ein jährlicher Fixpunkt in Wiens Kongresskalender ist.

"Die Wiener Tagungsindustrie hat 2009 in unserer Stadt 1.372.884 Nächtigungen bewirkt, um 9 Prozent mehr als 2008, obwohl die Anzahl der Veranstaltungen - nationale und internationale Kongresse sowie Firmenveranstaltungen - um 21 Prozent auf 2.569 gesunken ist", berichtete Vbgm.in Brauner und erläuterte dazu: "Dieser Rückgang liegt an den Firmenveranstaltungen: Im Gegensatz zu den Kongressen, die eine zweistellige Zuwachsrate ausweisen, haben sie um 34 Prozent abgenommen, und zwar aus zwei Gründen. Während sich bei den Kongressen keine Auswirkung der Weltwirtschaftskrise gezeigt hat, haben die Firmen sehr stark darauf reagiert. Zusätzlich hat es 2008 aufgrund der Fußball-EM außergewöhnlich viele Firmenveranstaltungen gegeben, sodass die Differenz 2009 auch von dieser Seite her noch verstärkt worden ist. Weil in Wien aber die Kongresse den Löwenanteil am Tagungsgeschäft ausmachen, ist das Gesamtergebnis so positiv ausgefallen. Nicht nur bei den Nächtigungen, auch bei der über Wien hinausgehenden, österreichweiten Wertschöpfung; sie hat sich gegenüber 2008 um 12 Prozent auf 736,1 Millionen Euro erhöht. Außerdem hat die Wiener Tagungsindustrie im Vorjahr rund 15.000 Ganzjahres-Arbeitsplätze gesichert."

Tourismusdirektor Kettner betonte: "Wien hat sich insgesamt im Krisenjahr 2009 nicht zuletzt wegen seiner starken Positionierung als Kongressdestination so gut gehalten. Das Tagungsgeschäft hat voriges Jahr 14 Prozent unseres Gesamtnächtigungsaufkommens erbracht. Den größten Beitrag dazu haben die internationalen Kongresse geliefert, bei denen Wien auch seit Jahrzehnten erfolgreich seinen Platz unter den meistgefragten Kongressmetropolen der Welt verteidigt. Besonders hervorzuheben ist die Umsatzleistung der gesamten Wiener Tagungsindustrie im Jahr 2009, das nicht nur für die Hotellerie, sondern für alle Wirtschaftstreibenden, die direkte Einnahmen aus dem Tourismus lukrieren, kein leichtes war: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an nationalen und internationalen Kongressen sowie Firmenveranstaltungen haben pro Kopf und Nächtigung durchschnittlich rund 420 Euro in der Stadt ausgegeben, während der Vergleichswert von sämtlichen Wien-Besucherinnen und -Besuchern bei rund 276 Euro liegt."

Landesweite Wertschöpfung um 12 Prozent auf 736,1 Mio. Euro gestiegen

Unter den 2.569 Veranstaltungen (- 21 Prozent), die Wien 2009 verzeichnete, waren 882 Kongresse (+ 26 Prozent), davon 556 internationale (+ 18 Prozent) und 326 nationale (+ 41 Prozent) sowie 1.687 Firmenveranstaltungen (- 34 Prozent). Gemeinsam verursachten sie nicht nur 1.372.884 Nächtigungen in Wien (+ 9 Prozent), sondern lösten landesweit eine Wertschöpfung von 736,1 Millionen Euro (+ 12 Prozent) aus. Daraus ergab sich ein Steueraufkommen von 202,8 Millionen Euro, von dem 132,1 Millionen Euro dem Bund zuflossen, 24,5 Millionen gingen an Wien, der Rest an die anderen Bundesländer bzw. Gemeinden. Die Berechnung der Wertschöpfung erfolgte durch Dr. Martina Stoff-Hochreiner, Unternehmensberaterin und Lehrbeauftragte an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Kongress der Europäischen Geowissenschaftlichen Union: Stammgast in Wien

Als Gastredner referierte Prof. Gerald Ganssen von der Freien Universität Amsterdam, Vizepräsident der Europäischen Geowissenschaftliche Union (EGU), die ihren Kongress seit 2005 alljährlich im Austria Center Vienna abhält, heuer von 2. bis 7. Mai. Er berichtete: "Unser Kongress verzeichnet seit Jahren steigende Teilnehmerzahlen, letztes Jahr waren es rund 9.000, und für heuer rechnen wir mit etwa 9.500, vielleicht gelingt es uns sogar, erstmals fünfstellig zu werden. Die Delegierten kommen aus rund 90 Ländern, und keineswegs nur as Europa - Amerika etwa stellt immer das dritt-oder viertgrößte Teilnehmerkontingent." Was den EGU-Kongress in Wien hält, beschrieb Ganssen so: "Wir haben gesehen, dass wir uns auf Wien immer verlassen können, da klappt die Zusammenarbeit, das läuft. Gleichzeitig stellt uns das - die Präsidenten und das Council - vor ein Problem: Es spricht so viel dafür, immer in Wien zu bleiben, es ist so vertraut und alles super geregelt. Andererseits wollen wir als europäischer Verein auch anderen Ländern und Städten die Möglichkeit geben, die EGU als Gast zu haben. Wir können aber nur dann aus Wien weggehen, wenn wir sicher sind, etwas in allen Aspekten mindestens Gleichwertiges zu bekommen. Das ist nicht so einfach - Barcelona und Paris sind dabei schon auf der Strecke geblieben. Mit dem heurigen Kongress waren wir schon so gut wie weg, doch im letzten Moment haben wir die Verhandlungen mit Paris abgebrochen und nun sind wir wieder da und kommen auch nächstes Jahr wieder."

Großkongresse wollen "Sichtbarkeit in der Destination"

Über aktuelle Entwicklungen in der weltweiten Tagungswirtschaft, insbesondere im internationalen Kongressgeschäft, informierte der Leiter des Vienna Convention Bureau im WienTourismus Christian Mutschlechner. Er konstatiert "einen 'Trend zu Inhalten', in dem Sinn, dass Nebenaktivitäten zum Kongress, die früher durchaus noch einen gewissen Stellenwert hatten, wie Sightseeing oder 'side events', mittlerweile fast völlig von der Agenda gestrichen sind. Bei Großkongressen zeichnet sich außerdem immer stärker der Wunsch nach 'Sichtbarkeit' ab: Sie wollen in der Destination als Marke wahrnehmbar sein, sei es durch Branding des öffentlichen Raums oder Publikumsveranstaltungen passender Thematik, mit denen die Stadtbewohnerinnen und -bewohner auf soziale, medizinische, kulturelle etc. Anliegen des Kongresses aufmerksam gemacht werden können. Dies erhöht den internationalen Druck bei der Akquisition, denn es genügt nicht mehr, dass man als Stadt Top-Kongressinfrastruktur und Top-Kongressservices bietet, es sind zusätzliche Maßnahmen vor Ort gefragt, wenn der Kongress stattfindet."

Wien stellt sich auf solche Erfordernisse schon ein: Für das größte Highlight in seinem diesjährigen Kongresskalender, die Internationale AIDS-Konferenz, die von 18. bis 23. Juli auf der Reed Messe Wien stattfinden wird, ist bereits ein umfangreiches Kulturprogramm in Vorbereitung (worüber noch ausführlich berichtet werden wird). Zu der Konferenz werden nicht nur rund 25.000 TeilnehmerInnen aus aller Welt anreisen, sondern auch mehr als 2.500 internationale JournalistInnen. Abgesehen von diesem Großkongress wird Wien heuer noch eine Reihe von weiteren renommierten Veranstaltungen beherbergen.

Highlights für Wiens Tagungsindustrie 2010

o Europäischer Radiologenkongress: 19.000 TeilnehmerInnen, 4. - 8.3. im Austria Center Vienna o Europäische Gesellschaft für Knochen- und Marktransplantation: 4.000 TeilnehmerInnen, 21. - 24.3. im Austria Center Vienna o Weltkongress für Neurorehabilitation: 1.500 TeilnehmerInnen 21. - 25.3. in der Hofburg Vienna o Internationaler Wettbewerb für Handelsrecht: 2.000 TeilnehmerInnen, 26.3 - 1.4. im Juridicum o Europäischer Kongress für klinische Mikrobiologie und ansteckende Krankheiten: 8.000 TeilnehmerInnen, 10. - 13.4. im Austria Center Vienna o Europäische Gesellschaft für Leberforschung: 7.000 TeilnehmerInnen, 14. - 18.4. in der Reed Messe Wien o Europäische Geowissenschaftliche Union: 9.500 TeilnehmerInnen, 2. - 7.5., im Austria Center Vienna o Internationale AIDS-Konferenz: 25.000 TeilnehmerInnen 18. - 23.7. in der Reed Messe Wien o Deutschsprachige ArGe für Arthroskopie: 1.000 TeilnehmerInnen, 9. - 11.9. in der Hofburg Vienna o Europäische Gesellschaft für Nuklearmedizin: 3.000 TeilnehmerInnen, 10. - 13.10. im Austria Center Vienna

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