Wettbewerbsvorteil Mehrwertsteuer: Deutsche profitieren - BILD
Alkoholsteuer indiskutabel: Sparen statt Steuern erhöhen!
Wien (TP/OTS) - Nach der Mehrwertsteuersenkung setzt ein
internationaler Deutschland-Boom ein. In Österreich, das im
internationalen Vergleich des Weltwirtschaftsforums zurückgefallen
ist, wird weiter über noch mehr Steuern diskutiert.
"Dafür, dass unsere Bundesregierung die Mehrwertsteuersenkung in
Deutschland verschlafen hat, zahlen die Hoteliers drauf", halten
Peter Peer und Sepp Schellhorn, Präsidenten der Österreichischen
Hoteliervereinigung (ÖHV) fest. Mit der Senkung der Mehrwertsteuer
auf Hotelnächtigungen um fast zwei Drittel, von 19 % auf 7 %, hat die
deutsche Regierung den Hoteliers den unternehmerischen Spielraum
verschafft, den sie nach der Krise brauchen: für Preissenkungen sowie
für Investitionen in Gebäude, Mitarbeiter und Werbung. Deutschland
hat Österreich im internationalen Tourismus-Vergleich des
Weltwirtschaftsforums überholt.
Ein Vergleich der Nächtigungsentwicklung zeigt, wie positiv die
Gäste reagieren: Hat Deutschlands Hotellerie im Jahresvergleich um
10,2 % mehr Ausländernächtigungen verzeichnet, stagniert Österreich
auf Krisenniveau: "Nur nach mehr Steuern zu schreien zeigt, wie wenig
aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wurde: Das löst keine
Probleme, sondern schafft neue", so Schellhorn. Die Politik solle
mehr Gedanken in den Brandschutz investieren anstatt immer von einem
Brandherd zum nächsten zu eilen. Eine Alkoholsteuer, so Peer, wäre
doppelt schädlich: "Niemand kann abstreiten, dass diese neue Steuer
den Erlös reduziert und so wie jede Belastung den Betrieben schadet
und Arbeitsplätze vernichtet. Eine Alkoholsteuer würde außerdem
Nachfrage zerstören. Und das kann eine Branche mit sinkenden Erlösen
am wenigsten brauchen."
Positive Bilanz: Deutschlands Hotellerie gibt Gas
Eine gemeinsame Umfrage des Hotelverbands Deutschland (IHA) und
des DEHOGA Bundesverbands, an der sich 5.000 Betriebe beteiligten,
belegt Investitionen in der Höhe von 858,9 Mio. Euro für
Neuanschaffungen, Renovierung und Modernisierung sowie 6.237
zusätzliche Arbeitsplätze. Darüber hinaus hat jeder dritte Betrieb
die Preise um durchschnittlich 6,5 % gesenkt. Ende Dezember 2010
stellte die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in
Salzgitter allein für das Untersuchungsgebiet Niedersachsen durch die
Mehrwertsteuersenkung induzierte Mehrinvestitionen in Höhe von 420
Mio. Euro, um 6 % gesunkene Zimmerpreise und Gehaltserhöhungen fest.
"Die deutsche Hotellerie gibt Gas: Nichts anderes besagt diese
erste Zwischenbilanz. Damit hat die deutsche Bundesregierung ein
Wachstumsbeschleunigungsgesetz geschaffen, von dem Österreichs
Wirtschaft nur träumen kann", so Peer. Durch die Senkung konnte der
erzielte RevPAR erhöht werden, was zu einer Erhöhung der Reallöhne
und zu mehr Beschäftigten geführt hat.
Unter Druck: Belastungspaket für Österreichs Hotellerie
Österreichs Hoteliers dagegen müssen nach dem Belastungspaket der
Koalition davon ausgehen, dass die Regierung ihnen künftig noch
tiefer in die Taschen greift: "Problematisch wird es dann, wenn die
Umsätze zurückgehen und uns die Konkurrenz abhängt. Genau das belegen
jetzt die Daten aus Österreich und Deutschland", so Schellhorn.
Österreichs Tourismusbranche sei professionell genug, mit der
schwierigen Situation umzugehen: "Das sind Versäumnisse, die wir
aufholen werden. Denn wer bei einer Staatsquote von 48,8 % noch
weiter an der Steuerschraube dreht, anstatt endlich die
Haushaltsführung zu überdenken, hat ganz offensichtlich etwas
versäumt."
Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige
Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die
Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. 1.200
Mitgliedsbetriebe nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und
Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und
Vernetzung. Mit rund 152.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der
Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als
40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen
Logisumsatz von ca. 900 Mio. Euro. Die Tourismus- und
Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2010
über direkte und indirekte Wertschöpfung 15,1 % des BIP und jeden 5.
Vollarbeitsplatz.
Weitere Pressemeldungen und Bildmaterial finden Sie unter
http://www.oehv.at/presse
Rückfragehinweis:
Peter Peer, ÖHV-Präsident (Stadthotellerie)
Director of Operations Accor Hospitality
Österreich, Wien
Tel.: 01 / 599 01-550
Sepp Schellhorn, ÖHV-Präsident (Ferienhotellerie)
Hotel "Der Seehof", Goldegg
Tel.: 06415 / 8137
e-mail: presse@oehv.at
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