WKÖ-Schenner: "Tourismus-Branche ist kein Kostentreiber!" - BILD
BILD zu OTS - Allianz Zukunft Winter
- Personen: v.l.n.r.: Richard Walter, Präsident des österreichischen Ski- und Snowboardlehrer-Verbandes, Wolfgang Mayrhofer, Sprecher der österreichischen Skiindustrie, Hans Schenner, WKÖ-Tourismusobmann, Franz Schenner, Sprecher Allianz Zukunft Winter
- Fotograf: WKO BSTF
- Fotocredit: WKO BSTF
- Ort: Österreich / St. Anton
Utl.: IHS-Studie bestätigt: Hotel und Gastgewerbe von Teuerung
überproportional betroffen - Kosten werden nicht eins zu eins
an Gäste weitergegeben =
St. Anton (OTS) - "Nach einem tollen Saisonstart ist insbesondere
der Februar unerwartet enttäuschend verlaufen", kommentierte Hans
Schenner, Obmann der Bundesssparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), am Wochenende vor
Journalisten in St. Anton den bisherigen Saisonverlauf. Deshalb
rechne er mit einem in etwa gleich gutem Wintersaison-Ergebnis wie
im vergangenen Jahr. Vom beinahe sommerlichen Aprilwetter
profitieren, so Schenner, vor allem die Seengebiete, die Wellness-
und Stadthotellerie. Viele von ihnen werden schon zu Ostern in die
Sommersaison starten.
Dass der Winter nicht ganz so gut gelaufen ist, habe aber nichts
mit den Kosten zu tun, ist Schenner überzeugt: "Die Branche ist kein
Kostentreiber!" Das bestätige eine aktuelle Erhebung der Bundessparte
Tourismus und Freizeitwirtschaft mit dem Institut für Höhere Studien
(IHS) zur Entwicklung der Preis- und Kostenindizes im Beherbergungs-
und Gaststättenwesen. Während die Preise für touristische Leistungen
(Übernachtungen, Speisen, Getränke, etc.) von 2005 bis 2010 um
durchschnittlich 12,4 Prozent gestiegen sind, mussten die
Tourismusbetriebe im selben Zeitraum für Personal und Sachleistungen
eine überproportionale Preissteigerung von 14,3 Prozent in Kauf
nehmen. Dies beinhaltet vor allem die Tariflöhne in der Branche (13,5
Prozent Preisanstieg) und die gewichteten Preise für Vorleistungen
und Investitionen (14,9 Prozent Preisanstieg). "Bemerkenswert dabei
ist, dass unsere Betriebe ihre überdurchschnittlich gestiegenen
Kosten nicht eins zu eins an ihre Gäste weitergegeben haben",
resümierte der Tourismus-Sprecher.
Zu der in letzter Zeit immer wieder aufflammenden Frage, ob
Wintersport und Skiurlaub in Österreich überhaupt noch leistbar sind,
diskutierte der Tourismusobmann mit dem Sprecher der Österreichischen
Skiindustrie und Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer und dem Sprecher der
Allianz Zukunft Winter Franz Schenner.
"Skifahren war noch nie ein billiges Vergnügen", betonte
Allianz-Sprecher Schenner. "Den Preiswettbewerb gegen globalen
Billigtourismus können wir sicher nicht gewinnen, aber wir gewinnen
jeden Wettbewerb um die Qualität des Angebotes", zeigte sich Franz
Schenner überzeugt. Kernthema sei für ihn die Frage, ob sich
diejenigen, die sich Ski-Urlaub und Wintersport leisten können, sich
diesen auch leisten wollen. Entscheidend ist für ihn eine neue
bessere Kommunikation: "Als Skination Nummer eins müssen wir
unabhängig von der Preisdiskussion endlich unser tolles Produkt - das
Skifahren - bewerben, damit wir unseren potentiellen Gästen Lust auf
Wintersport und Urlaub machen."
"Die Zielgruppe 'Alle' im Wintersport und Tourismus existiert
nicht", sprach Wolfgang Mayrhofer den enorm fragmentierten Markt und
das breite Angebotsspektrum vom Privatquartier bis zum
5-Sterne-Superior-Hotel an. Erfreut zeigte sich der Sprecher der
Skiindustrie über eine neue junge Szene auf der Piste, ohne dabei die
wichtige Gruppe der sportlichen "Golden Ager" (60+) zu vergessen.
"Skisport muss Breitensport bleiben", nannte Mayrhofer abschließend
ein wesentliches Ziel der Allianz Zukunft Winter.
Dass Österreich im Wintertourismus mit rund 63 Mio. Nächtigungen
so gut aufgestellt ist, so WKÖ-Schenner, sei ein gemeinsamer
Verdienst der gesamten Wirtschaft - Skiindustrie, Seilbahnen,
Tourismus und Sportartikelhandel. Vor allem die Seilbahnen, die in
den vergangenen Jahren enorm in Infrastruktur und Beschneiung
investiert haben, bieten das beste Preis-Leistungsverhältnis
weltweit.
Einig zeigten sich die Branchenexperten über die über die
Bedeutung der Jugend und damit des Nachwuchses für den Skisport: "Wir
müssen es schaffen, unsere Kinder wieder verstärkt für den
Wintersport zu begeistern", sprach Tourismusobmann Schenner die
Rückgänge bei Schulskikursen um rund 30 Prozent in den vergangenen
zwei Jahrzehnten an.
Konkretes Ziel sei, die Anzahl der Schüler von derzeit unter
150.000 pro Jahr innerhalb der nächsten fünf wieder auf 200.000 zu
erhöhen. Ein erster erfolgreicher Schritt ist mit der Gründung der
neuen gemeinsamen "Servicestelle Wintersportwochen" von der
Wirtschaft, Sportministerium, Unterrichtsministerium und
Österreichischem Skiverband im Jänner dieses Jahres bereits
gelungen. Die Servicestelle bietet umfassende Informationen für
LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen auch im Internet unter
www.wispowo.at und unterstützt bei der Planung von Wintersportwochen.
Zudem werden Informationen über Angebote wie verbilligte Liftkarten,
Aktionen beim Transport oder ermäßigte Skiausrüstung gebündelt und
über die Stelle an die Schulen weitergeleitet. Die Wirtschaft hat
ihrerseits bereits leistbare und qualitativ hochwertige Pakete
geschnürt.
"Es ist uns auch wichtig, dass Schüler und Schülerinnen aus sozial
schwächeren Familien unterstützt werden", erklärte Hans Schenner und
verwies als Beispiel auf eine Förderaktion aus Salzburg, bei der
Familien von Wirtschaft und Land gemeinsam unterstützt werden. "Geld
soll kein Grund sein, nicht auf Wintersportwoche fahren zu können,"
so der Tourismusobmann abschließend.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich,
Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Mag. Rainer Ribing
Tel.: Tel.: (++43) 0590 900-3567
rainer.ribing@wko.at
http://wko.at/bstf
Elisabeth Salzer
WKÖ-Presseabteilung
mailto: elisabeth.salzer@wko.at
mobil: 0664-8179911
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