Seilbahnen freuen sich über ihre zweitbeste Saison
Hörl: "Enorme Investitionen der Branche in Beschneiungstechnik als Rettung für schneearme Winter notwendig" - Schenner fordert mehr Skilifte für Kinder vor der Haustür
Wien (TP/OTS) - Den schwierigen Witterungsbedingungen zum Trotz
konnten die österreichischen Seilbahnen in der Wintersaison 2010/2011
bis Ende März ein erfreuliches Ergebnis einfahren. Der Kassenumsatz
legte auf 1.090 Mio. Euro zu, das ist ein Plus von 1,1 Prozent.
"Leider hatten wir einen der schneeärmsten Winter seit Beginn der
regelmäßigen Schneemessungen. Dennoch ist es unseren
Seilbahnbetrieben gelungen, daraus die zweitbeste Saison zu machen",
zeigt sich Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen
Österreichs, anlässlich des Auftakts der Österreichischen
Seilbahntagung, die im Rahmen der Interalpin in Innsbruck abgehalten
wird, zufrieden.
Möglich war dies durch die ausreichende Beschneiung - immerhin
können bereits zwei Drittel der österreichischen Pisten beschneit
werden. Die 254 Seilbahnunternehmungen Österreichs haben im Jahr 2010
in Summe rund 562 Mio. Euro investiert, davon entfielen 153 Mio. Euro
auf die Beschneiungstechnik. Hörl betont: "Wir nehmen alljährlich
beträchtliche Summen in die Hand, um das Produkt Schnee gewährleisten
zu können. Dank dieser Investitionen ist der gesamte heimische
Wintertourismus diesen Winter knapp an einer Katastrophe vorbei
gekommen". Dass die Seilbahnen ein wichtiger Motor im Wintertourismus
sind, zeigt auch ein genauerer Blick auf die Zahlen: Hörl: "Unsere
Seilbahngäste geben im Durchschnitt 124 Euro pro Tag (ohne
Reisekosten) aus, wodurch sich ein Bruttoumsatz in Höhe von 5,56 Mrd.
Euro ergibt." Zählt man die direkten und indirekten Einkommenseffekte
zusammen, ergibt sich ein jährlicher Beitrag zum österreichischen
Volkseinkommen von knapp 3 Milliarden Euro. Hörl weiter: "In Jobs
umgerechnet, bedeutet das über 88.000 Arbeitsplätze und damit
gesichertes Familieneinkommen vornehmlich in den alpinen Regionen, wo
sonst kaum eine alternative Erwerbsmöglichkeit besteht!"
Schenner: Intensiverer Werbeeinsatz in Deutschland und Österreich
"Österreich hat sich von einer beinahe reinen Sommerdestination zu
einer Sommer- und Winterdestination mit einem ausgewogenen
Nächtigungsverhältnis von jeweils rund 63 Mio. Nächtigungen
entwickelt", resümiert der Obmann der Bundessparte Tourismus und
Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Hans
Schenner. Gründe dafür, dass die Bilanz für die abgelaufene
Wintersaison hinter der des Vorjahres zurückbleibt, sieht Schenner
u.a. im ungünstigen Fall der Weihnachtsfeiertage und von Silvester,
in Ferienverschiebungen wichtiger Herkunftsländern wie Deutschland
und Belgien und schließlich im späten Ostertermin.
Ein ganz wesentliches Anliegen ist für Schenner die Forcierung der
Wintersportwochen als Zukunftssicherung des heimischen
Wintertourismus. Deshalb unterstützen die Tourismuswirtschaft und die
Seilbahnen gemeinsam das Netzwerk "Allianz Zukunft Winter", durch
dessen Initiative als erster wesentlicher und erfolgreicher Schritt
die neue Servicestelle Wintersportwochen im Sportministerium
errichtet wurde - und auch in den Bundesländern werden in Kürze
Koordinationsstellen eingerichtet. "Unser Ziel ist es, die Anzahl der
Schüler, die an Schulskikursen teilnehmen, innerhalb der nächsten
fünf Jahre von derzeit unter 150.000 wieder auf 200.000 pro Jahr zu
erhöhen", stellt Schenner klar und erwähnt in diesem Zusammenhang
eine weitere Forderung: "Jede Gemeinde leistet sich ein Freibad und
einen Tennisplatz. Wir sollten darüber nachdenken, ob Gemeinden im
Nahgebiet auch einen kleinen Skilift für Familien einigermaßen
kostengünstig zur Verfügung stellen. Mir ist lieber, die Kinder
sitzen am Sessellift statt im Fernsehsessel."
Auch im Sommer in Schuss: Qualitätsgütesiegel für Sommerbahnen
Die heimischen Seilbahnbetriebe sind ständig bemüht, die Fahrt auf
den Berg für die Gäste zu einem unvergesslichen Urlaubserlebnis zu
machen - das gilt natürlich auch für die Sommersaison. Alleine, dass
sich die Ersteintritte sowie der Kassenumsatz im Sommer in den
vergangenen 10 Jahren nahezu verdoppelt haben, ist ein Beweis dafür,
dass der Sommer in luftigen Höhen gefragt ist und Österreichs
Seilbahnen auch in der warmen Jahreszeit deutlich an Bedeutung
gewinnen.
Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbandes der Seilbahnen
Österreichs, hebt hier insbesondere die Initiative der
Ausgezeichneten Österreichischen Sommerbahnen hervor. Die Zahlen
sprechen für sich: Zertifizierte Sommerbahnen verzeichnen bis 100.000
Gäste in der Saison. Dazu Wolf: "Dies bestätigt den Weg, den wir vor
Jahren eingeschlagen haben. Die laufende Qualitäts- und
Angebotsvielfalt bewirken neben positiven Besuchereffekten auch eine
umfassende Sensibilisierung." (ES)
Nähere Infos unter http://www.seilbahnen.at.
Rückfragehinweis:
Mag. Elke Basler | 05 90 900 - 3642 | elke.basler@wko.at | www.seilbahnen.at
Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
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