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WKÖ-Ennemoser: "Tourismus muss Kräfte bündeln und Marketingaktivitäten erhöhen!"

Immer kurzfristigeres Buchungsverhalten ist Herausforderung für heimische Hotellerie - Sommer sollte leichtes Minus durch späte Ostern und Feiertagsverschiebung ausgleichen

   Wien (TP/OTS) - "Der heimischen Tourismus hat in den vergangenen
117 Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben", betonte Klaus
Ennemoser, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), am Dienstag in Wien. Um die
zahlreichen Herausforderungen, denen sich die Branche gegenübersieht,
weiterhin zu meistern, so Ennemoser, dürfe man sich nicht mehr nur
wie bisher auf das "Produkt" konzentrieren, sondern müsse verstärkt
ins Marketing investieren. "Wir müssen auf allen Ebenen die Kräften
bündeln und die Aktivitäten koordinieren: auf betrieblicher Ebene,
auf Ebene der Landestourismusorganisationen (LTO's) und auf Ebene der
Österreichwerbung (ÖW)", zeigte sich Ennemoser überzeugt.

   Nur dann könne man, die vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO)
für 2014 prognostizierten möglichen 138 Mio. Nächtigungen erreichen.
Dies würde sich zudem auch aufs Budget der ÖW positiv auswirken, denn
aktuellen Berechnungen zufolge gehen pro Nächtigung 0,40 Euro ins
ÖW-Marketing-Budget. "Sollten wir bis 2014 die 138 Mio. Nächtigungen
erreichen, was wir uns natürlich wünschen, dann hätte die ÖW nach
dieser Berechnung fünf Mio. Euro mehr Budget."

Tourismusbranche im Wandel: Buchungen werden immer kurzfristiger

   "So wie es ein Europa der zwei Geschwindigkeiten gibt, kann man
auch von einem Tourismus der zwei Geschwindigkeiten sprechen", umriss
Ennemoser die momentane Situation im heimischen Tourismus. "Während
der Städtetourismus boomt, hat der Ferientourismus noch Probleme", so
Ennemoser, der die Gründe dafür vor allem in einem veränderten
Urlaubsverhalten sieht. Die Buchungen vieler Gäste werden immer
spontaner, kurzfristiger und noch mehr vom Wetter abhängig. Verstärkt
wird dieser Trend durch die Möglichkeit, übers Internet relativ
sichere Wetterprognosen abzurufen. Den heimischen Betrieben rät
Ennemoser zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, sich über beide
Vertriebsschienen - den Direktverkauf und die organisierten
Vertriebsplattformen - zu vermarkten. Die immer kurzfristigeren
Buchungen führen aber nicht nur zu weniger Planungssicherheit für die
Betriebe, sondern machen auch seriöse Zukunftseinschätzungen
schwierig.

Trotz später Ostern und Feiertagsverschiebung respektables
Zwischenergebnis

   Er gehe aber, unter Berücksichtigung dieses Unsicherheitsfaktors,
aufgrund der Buchungslage für die laufende Sommersaison davon aus,
dass das gute Vorjahresergebnis gehalten werden könne - und das war
immerhin der bisher viertbeste für den heimischen Tourismus. Von
Jänner bis Mai verzeichnete die Branche ein Minus von 1,5 Prozent.
Angesichts der Feiertagsverschiebung von Mai auf Juni - Christi
Himmelfahrt und Fronleichnam fielen heuer im Gegensatz zu 2010 in den
Juni - und der späten Ostern könne man aber mit dem bisherigen Jahr
durchaus zufrieden sein, so der Sprecher der heimischen Hotellerie.

Ennemoser: Stammmärkte in Richtung der neuen EU-Länder erweitern

   Entscheidend für Ennemoser ist nicht nur der Fokus auf den
Inlandsmarkt und die Stammmärkte Deutschland, Schweiz und
Niederlande. "Wir müssen unsere Heim- bzw. Stammmärkte in Richtung
der neuen EU-Länder erweitern", gibt Ennemoser den Weg vor. So wie
die heimische Wirtschaft in vielen Bereichen schon in den vergangenen
zwei Jahrzehnten das Potential in Mittel- und Osteuropa mit seiner
geographischen Nähe geortet hat, beginnt nun auch die heimische
Hotellerie auf die neuen Nachbarn als Wachstumsmärkte zu setzen. Die
Nächtigungszahlen im Mai zeigen das wachsende Potential: so
verzeichneten die Gästenächtigungen aus Russland ein Plus von 46,4%
im Vergleich zum Vorjahresmonat, Polen +33,3% und Tschechien +16,7%,
während bei den deutschen Gästen ein Minus von 28% oder bei den
Gästen aus der Schweiz -21,3 % verzeichnet werden musste. "Wenn wir
es schaffen, unsere Stammmärkte in Richtung der neuen Hoffnungsmärkte
zu erweitern, wird es in Zukunft auch leichter, ein Minus aus
Deutschland oder der Schweiz abzufedern", zeigte sich Ennemoser
überzeugt.

   "Zu guter Letzt bedarf es aber auch der Unterstützung der Politik
mit der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für unsere Branche",
forderte Ennemoser ein Umdenken bei Kreditpolitik (Basel III) sowie
beim Mehrwertsteuersatz. Hier liege Österreich im europäischen
Spitzenfeld, was einen massiven Wettbewerbsnachteil darstelle, so
Ennemoser abschließend.

Fachverband Hotellerie

   Der Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich
vertritt 18.000 Beherbergungsbetriebe mit 1,05 Millionen Betten.
9.000 Beherbergungsbetriebe sind mit 29.000 geprüften Sternen
klassifiziert. Mit 125 Millionen Nächtigungen jährlich legt
Österreichs Hotellerie einen wichtigen Grundstein für eine direkte
Wertschöpfung im Tourismus von 15,3 Milliarden Euro. Jeder fünfte
Vollzeitarbeitsplatz wird im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft
generiert.

Rückfragehinweis:
   Mag. Matthias Koch
   Fachverband Hotellerie
   Tel: +43 (0)5 90 900 3554
   Fax: +43 (0) 5 90 900 3568
   E: hotels@wko.at

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121241 Jul 11

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