FV-Hotellerie: Neue Steuern gefährden Wirtschaftswachstum und schaffen Verunsicherung
Ennemoser zur Steuerdebatte: "Fokus auf Wertschöpfung und nicht auf Umverteilung legen!"
Wien (TP/OTS) - Der Obmann der heimischen Hotellerie Klaus
Ennemoser hat für die neuerliche Diskussion um die Wiedereinführung
von Vermögens- und Grundsteuer lediglich ein Kopfschütteln übrig:
"Wird das Geld in den öffentlichen Kassen knapp, gerät die aktuelle
Diskussion stets in eine Schieflage. Statt darüber nachzudenken, wie
der Kuchen größer werden kann, wird um die letzten Brösel heftig
gestritten!" Die SPÖ-Forderung, privates Finanzvermögen jenseits der
Ein-Millionen-Euro-Grenze zu besteuern, trage, so Ennemoser,
lediglich zur allgemeinen Verunsicherung bei.
Ausgabenseitige Reformen und Einsparungen statt neuer Belastungen für
die Wirtschaft
"Jeder denkende Mensch weiß, dass gegen die hohe öffentliche
Verschuldung Schritte gesetzt werden müssen. Doch diese sollten
überlegt sein und dürfen keinesfalls das ohnedies labile
wirtschaftliche Wachstum stoppen", warnt der Sprecher der heimischen
Hotellerie. Gerade am Beispiel der Hotellerie sei erkennbar, wie
kontraproduktiv die Forderungen nach der Wiedereinführung von
Vermögens- und Grundsteuern sind. In der Hotellerie sind nämlich gute
Lagen die Voraussetzung für den Betrieb. Grund und Boden sind also
Betriebsmittel, die nicht dem privaten Wohlstand zuzurechnen sind.
Für Ennemoser wäre eine Anpassung der Grundsteuer an den Verkehrswert
nicht nur wirtschaftlich katastrophal: "Wir alle wünschen uns hohe
Sozialstandards. Diese müssen jedoch erst verdient werden." Eine
Verteilung von einer zur anderen Seite greife daher langfristig zu
kurz. Statt eine - aus wirtschaftlicher Sicht - unsinnige Steuer
einzuführen, wäre es viel ertragreicher, ausgabenseitig Kosten für
vermeidbare Doppelgleisigkeiten und Bürokratie einzusparen.
Vermögenssteuer zerstört betriebswirtschaftliche Strukturen und
Arbeitsplätze
Für Ennemoser kann eine Überarbeitung des Steuersystems, Hand in
Hand mit der notwendigen Budgetsanierung, nur funktionieren, wenn
Wertschöpfung belohnt und Wertvernichtung sanktioniert wird. "Eine
Politik, die sich jahrelang über die Grundrechenarten hinwegsetzt,
kann niemals erfolgreich sein", kritisiert Ennemoser, der überzeugt
ist: "Vermögenssteuern zerstören Arbeitsplätze und gesunde
betriebswirtschaftliche Strukturen." Der Fachverbandsobmann hofft
daher auf die Unterstützung durch den Koalitionspartner, denn: "Ohne
Wirtschaftskompetenz wird es keine Gesundung des Staatshaushaltes
geben."
Gerade die heimische Hotellerie habe während der vergangenen
Krisenjahre bewiesen, dass Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum
einander bedingen. "Hier die letzten noch gesunden Bastionen
verstärkt zu melken, wird nicht zum erwünschten Ziel sanierter
öffentlicher Budgets führen", so Ennemoser abschließend.
Fachverband Hotellerie
Der Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich
vertritt 18.000 Beherbergungsbetriebe mit 1,05 Millionen Betten. Mehr
als 8.000 Beherbergungsbetriebe sind mit 23.000 geprüften Sternen
klassifiziert. Mit 125 Millionen Nächtigungen jährlich legt
Österreichs Hotellerie einen wichtigen Grundstein für eine direkte
Wertschöpfung im Tourismus von 15,2 Milliarden Euro. Jeder fünfte
Vollzeitarbeitsplatz wird im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft
generiert. Zum Thema "Grund- und Vermögenssteuern" hatte der
Fachverband Hotellerie bereits im Oktober 2010 ein Positionspapier
erarbeitet.
Link zum Positionspapier "Grund- und Vermögenssteuern"
http://www.tourismuspresse.at/redirect/Positionspapier
Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Koch
Fachverband Hotellerie
Tel.: +43 (0)5 90 900 3554
Fax: +43 (0)5 90 900 3568
hotels@wko.at
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071052 Sep 11
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