Aktueller Channel

TPT0002 | 16.11.2011 | 11:18 | Channel: Tourismuswirtschaft

Aussender: ÖHV - Österreichische Hoteliervereinigung


Stichworte: Dienstleistungen / Hotelgewerbe / Tourismus / Wirtschaft

Gelebte Werte, funktionierender Markt: Was die Hotellerie im Vorfeld der Krise 2.0 braucht

Utl.: Beim Tourismus wird gespart, aber "unbegrenzte Mittel" für die Industrie

   Wien (TP/OTS) - "Erschüttert" war Andrea Hodoschek, stv. Leiterin
des Ressorts Wirtschaft im Kurier, über Auslastung, Erträge und
Prognosen in der Top-Hotellerie, bei einer prominent besetzten
Diskussionsrunde zu den Erfolgsfaktoren für die Branche.

Das sei umso dramatischer, als EU-Währungskommissar Ollie Rehn nur
wenige Stunden davor konstatiert hatte, dass das Wirtschaftswachstum
in Europa zum Stillstand gekommen sei. Die Vorteile österreichischer
Gastgeber im internationalen Vergleich kamen unter diesen Vorzeichen
in der lebendigen Diskussion naturgemäß weniger zur Sprache als
vielmehr eine Analyse, wo Verbesserungen vonnöten sind. Die
Erfahrungen und das Know-how der Diskussionsteilnehmer, die der
Travel Industry Club Deutschland ins Le Meridien geladen hatte,
garantierten eine exzellente Expertise:
- Sepp Schellhorn, Präsident der Österreichischen
   Hoteliervereinigung
- Rudolf Tucek, CEO Cube Hotels
- Gerhard Messinger, Vorsitzender der Geschäftsführung Austria
   Trend Hotels
- Thomas Willms, Regional Director CEE Starwood Hotels, und
- Tourismusberater Dr. Manfred Kohl.

Schellhorn: Gefördertes Bettenüberangebot wieder vom Markt nehmen

   Schellhorn sieht die Branche selbst genauso gefordert wie die
Partner in Politik und Wirtschaft. Handlungsbedarf bestehe in den
Bereichen Distribution, Finanzierung und Mitarbeiter. Im Abschwung
werde sich rächen, was bisher nicht erledigt wurde: "Das geförderte
Bettenwachstum in den höheren Kategorien wurde durch den Wegfall im
unteren Drittel bei weitem nicht kompensiert. Heute leiden wir an dem
Überangebot und der geringen Attraktivität vieler Betten, die
dringend vom Markt gehören. In der Krise, wenn die Nachfrage
zurückgeht, noch viel mehr", so Schellhorn. Spezielle steuerliche
Lösungen für die Betriebsaufgabe würden zur notwendigen
Stabilisierung beitragen. "Volkswirtschaftlich wäre das ein Gewinn."
Schon im Zuge der letzten Krise warnten Experten vor einer Rezession
in zwei Wellen. Reagiert wurde nicht. Jetzt werden Tourismusbetriebe
belastet und der Industrie für die Kurzarbeit unbegrenzt Mittel zur
Verfügung gestellt: "Das sagt eigentlich schon alles aus."

Tucek: Chancen und Gefahren, Werte anstelle von Schnellschüssen

   Tucek griff Schellhorns Statement auf und verwies auf die Chancen,
die in den neuen Technologien stecken: "Die Hotellerie hat den
Vertrieb aus der Hand gegeben. Moderne Informationstechnologien
bieten die Möglichkeit, verlorenes Terrain zurückzuerobern."
Offensichtlich sei die Wirtschaftskrise direkte Folge einer
Wertekrise. Oberflächliche Polituren zur Behandlugn struktureller
Probleme müssten sich allerdings als Fehlschlag herausstellen. Anhand
eines anschaulichen Beispiels zeigte Tucek die wirtschaftlichen
Folgen des Werteverfalls auf: "Dieser Verfall führt zu irrsinnig
vielen Scheidungen und Alleinerziehern. Dass die wenig Geld für
Urlaub haben, ist erstens klar und das kann man ihnen zweitens nicht
vorwerfen. Aber Gratisliftkarten senken die Scheidungsraten nicht",
kritisiert Tucek Schnellschüsse, die sich über kurz oder lang als
Rohrkrepierer erweisen. Ganz im Gegenteil schaden derartige Aktionen
nicht nur kurzfristig durch mehr Aufwand und weniger Einnahmen,
sondern auch durch die Signalwirkung: Was nichts kostet, ist nichts
wert, und die Abwärtsspirale im Preisgefüge dreht sich weiter.

Kohl: Mit weiblichen Stärken zum Erfolg

   Kohl betonte den hohen Stellenwert der Stimmung für den Tourismus,
der nicht so stark in die Krise gerutscht sei wie andere Branchen.
Ausschlaggebend sei der Umgang mit notwendigen Veränderungen.
"Weibliche Qualitäten" wie Kreativität und Intuition, die er auch bei
Männern ortet, müssten in den Betrieben verstärkt ausgespielt werden:
"Werte müssen gelebt werden, und zwar ganz oben in der Hierarchie.
Weil aber viele Unternehmer und Manager das Denken in 'big pictures'
in nicht beherrschen, wird ein Ausleseprozess einsetzen", so Kohl.

Messinger: Durchschnittspreise fangen oben an

   Messinger forderte einen differenzierten Zugang zur Diskussion:
"Gejammert wird schon genug, aber man kann die Krise nicht
wegleugnen!" Er nimmt die Top-Betriebe für den Preisverfall in die
Verantwortung: "Bei den 5-Sterne-Hotels wurden die Preise zu schnell
gesenkt. Aus heutiger Sicht ist zu bezweifeln, dass das notwendig
war."

Willms: Gutes Jahr für Starwood, Abschwung setzt ein

   Willms berichtete über ein überaus gutes Jahr in der
Starwood-Gruppe mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen von
Rückgängen in Afrika und Asien über stabile Zugewinne in Österreich
und Deutschland bis hin zu starken Steigerungen etwa in Polen - und
einem durchschnittlichen Ratenplus von 9 bis 11 %. Wie wichtig das
ist, zeichnet sich bereits ab: In Rom, Paris und London ist die Krise
schon spürbar: "Dort traditionell als erstes nach New York, anderen
Städte folgen nach 9 bis 11 Monaten." Die auch vor der Krise schon zu
niedrigen Preise in Wien begründet er mit fehlenden Business-Gästen,
die unter der Woche für Belegung sorgen und die Raten heben. "Wien
ist am Wochenende oft besser gebucht als unter der Woche."

   Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige
Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die
Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. 1.200
Mitgliedsbetriebe nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und
Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und
Vernetzung. Mit rund 152.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der
Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als
40.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen
Gesamtumsatz von rund 3 Mrd. Euro. Die Tourismus- und
Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2010
über direkte und indirekte Wertschöpfung 15,1 % des BIP und jeden 5.
Vollarbeitsplatz.

Foto

   Ein Foto von der Veranstaltung finden Sie hier zum Download!
http://www.tourismuspresse.at/redirect/oehv44
V.l.n.r.: Thomas Willms, Regional Director CEE Starwood Hotels,
Rudolf Tucek, CEO Cube Hotels, Gerhard Messinger, Vorsitzender der
Geschäftsführung Austria Trend Hotels, Diskussionsleiterin Andrea
Hodoschek, stv. Leiterin Wirtschaft Kurier, ÖHV-Präsident Sepp
Schellhorn und Tourismusberater Dr. Manfred Kohl.
Zur kostenfreien Verwendung, (C) ÖHV

Weitere Pressemeldungen und Bildmaterial finden Sie unter
http://www.oehv.at/presse

Rückfragehinweis:
   Sepp Schellhorn, ÖHV-Präsident
   Hotel "Der Seehof", Goldegg
   Tel.: +43 (0)6415 8137
   presse@oehv.at

*** TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT ***

TPT0002    2011-11-16/11:18

161118 Nov 11

TPK0003 0883


Aussender

ÖHV - Österreichische Hoteliervereinigung Rss

Zur Pressemappe
Feedback
an den Aussender

Geokoordinaten


Themen

Personen

Orte


Bitte warten...

Ähnliche Aussendungen