Herausforderungen an die Wiener Tourismus- und Freizeitwirtschaft im Jahr 2012
Ausbildungsschwerpunkt "Lehre" - Nachholbedarf bei Zimmerpreisen - Wirtschaftlich schwierige Lage durch Gebührenerhöhungen - Ausbau infrastruktureller Gegebenheiten
Wien (TP/OTS) - Beim gestrigen Neujahrsempfang der Sparte
Tourismus und Freizweitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien
reflektierte der oberste Vertreter der Wiener Tourismus- und
Freizeitwirtschaft, KommR Ing. Josef Bitzinger im Kreis hochrangiger
Branchenvertreter über das vergangene Jahr 2011 und über die
Herausforderungen im kommenden Jahr 2012. Unter den Gästen befanden
sich unter anderem KommR Brigitte Jank (Präsidentin der
Wirtschaftskammer Wien), Norbert Kettner (Direktor WienTourismus),
Mag. Dr. Petra Stolba (Geschäftsführerin Österreich Werbung) und
viele mehr.
Herausforderungen für das Jahr 2012
Nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2011 gibt es im Jahr 2012
einige Hürden zu meistern. Ein spezielles Sorgenkind der Branche ist
die Ausbildung und hier besonders die Lehre. "Einerseits freut es uns
besonders, dass wir mit 1.734 Lehrlingen in Wien (Stichtag
11.01.2012) ein Plus von 1,82 % erreichen konnten. Andererseits muss
das hohe Niveau unserer Ausbildung beibehalten und laufend an die
Bedürfnisse des Marktes angepasst werden. Die Absolvierung einer
Lehre muss für junge Leute noch attraktiver werden", so Spartenobmann
Bitzinger. Weiterer essentieller Punkt: Die schulische Ausbildung
muss wirtschaftsnah erfolgen. Positive Beispiele dafür gibt es genug,
wie etwa die Ausbildung in der Gastgewerbefachschule am Judenplatz
oder in den Tourismusschulen MODUL. Diese gewährleisten jungen
Menschen beste Jobaussichten.
Sorgenkind Zimmerpreise
Nachholbedarf hat Wien im Jahr 2012 bei den Zimmerpreisen in der
Hotellerie. Trotz einem Umsatzplus von 8,5 % (von Jänner bis Ende
Oktober 2011) auf 406,1 Mio. Euro sind die Zimmerpreise im
internationalen Vergleich immer noch deutlich zu niedrig. Als weitere
Verschärfung am Markt wird sich auch die kontinuierlich steigende
Anzahl an Hotelbetten auswirken. Ende 2012 wird es 60.000 Hotelbetten
in Wien geben. "Die Lage ist kritisch, aber ich bin der Meinung, dass
hohe Qualität auch mit angemessen Preisen honoriert werden sollte,
damit auch Klein- und Mittelbetriebe langfristig überleben können",
so Obmann Bitzinger.
Optimierung der Tourismusbedingungen in vielen Belangen
Gebührenerhöhungen wie die U-Bahnsteuer, die Erhöhung der
Ortstaxe, die Erhöhung der Parkgebühren und viele weitere
Tarifsteigerungen bei Abfall, Wasser, Abwasser, Kanal, Fernwärme und
Gas bereiten vielen UnternehmerInnen große Sorgen für das kommende
Jahr. Die Gebrauchsabgabe zur Benutzung des öffentlichen Raums soll
ebenfalls neu geregelt werden. Dies betrifft im Falle der Wiener
Gastronomie die Schanigärten. Die Stadt will hier regional
unterschiedliche Abgaben einführen und diese angeblich empfindlich
erhöhen. "Gerade in diesen Bereichen wünschen wir uns eine
Optimierung der Kommunikation mit der Stadt und Rücksichtnahme auf
die wirtschaftliche Situation der Betriebe. Außerdem ist eine
Vereinfachung und Beschleunigung von Betriebsanlagenverfahren
dringend notwendig. Fleißige Unternehmer dürfen nicht mit
überbordender Bürokratie belastet werden, die Zeiten sind schon
schwierig genug", so Bitzinger.
Ausbau der Verkehrsverbindungen entscheidender Punkt
Auch der weitere Ausbau internationaler Verbindungen, Stichwort
"Dritte Piste" und "Inbetriebnahme des Skylinks" sind
Grundvoraussetzungen, die von der Stadt unbedingt geschaffen werden
müssen. Der Flughafen Wien ist nicht nur für den Tourismus, sondern
generell für den Wirtschaftsstandort Wien von größter Wichtigkeit.
Leider wurde mit der Einführung der Flugabgabe eindeutig ein Schritt
in die falsche Richtung gesetzt. Es geht auch darum, den Homecarrier
AUA zu stärken, der eine entscheidende Rolle für die
(Tourismus-)Wirtschaft spielt. "Aktuell reisen die Hälfte aller Gäste
mit dem Flugzeug nach Wien. Die Gründe sind einfach: Es ist zumeist
die kostengünstigste und zeitsparendste Variante anzureisen. Warum
keine Maßnahmen gesetzt werden, um auch den Bahnverkehr zu
attraktivieren, ist mir unverständlich", so Bitzinger.
Erfolgsjahr 2011
Der Rückblick auf das Jahr 2011 ist ein besonders erfreulicher.
Wien wurde zum dritten Mal in Folge zur Stadt mit der höchsten
Lebensqualität der Welt erklärt, ist Kongressstadt Nr. 1 und brach
besuchertechnisch alle Rekorde. Allein im Zeitraum Jänner bis
November 2011 gab es 10,4 Mio. Nächtigungen, das ist ein Zuwachs von
4,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
"Wir warten mit großer Spannung auf das Gesamtergebnis 2011. Das
ursprüngliche, touristische Ziel, welches man sich 2010 für die
kommenden fünf Jahre gesteckt hatte, war die 11 Mio. Nächtigungsmarke
zu knacken. Wie es aussieht, haben wir dies bereits im Jahr 2011
erreicht. Ein fantastisches Ergebnis, zu dem die Unternehmer der
Wiener Tourismus- und Freizeitwirtschaft mit ihrer ausgezeichneten
Arbeit einen großen Beitrag geleistet haben", freut sich Bitzinger.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Wien - Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Mag. Catherine Michel-Seitl, MAS
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0)1 51450-4110
catherine.michel@wkw.at
http://www.wko.at/wien/tourismus
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TPT0005 2012-01-13/12:45
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