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TPT0001 | 27.01.2012 | 10:48 | Channel: Tourismuswirtschaft

Aussender: ÖHV - Österreichische Hoteliervereinigung


Stichworte: Dienstleistungen / Hotelgewerbe / Internet / Tourismus / Wirtschaft

Hotellerie wehrt sich gegen Buchungsplattformen

Utl.: Erhöhung von HRS-Kommission um 25 % hat Konsequenzen:

   Wien (TP/OTS) - HRS erhöht seine Kommissionssätze um 25 %, führt
wieder eine Bestpreis-Klausel ein, es gibt Strafen für Stornos. Jetzt
reagieren die Hoteliers: mit einer HRS-freien Woche ab 1. März und
Vertragskündigungen.

   Den Hoteliers "reicht es": HRS hat die Kommissionssätze auf seinen
Buchungsplattformen HRS, Tiscover und hotel.de um zumindest ein
Viertel erhöht auf einheitliche 15 %, und die Allgemeinen
Geschäftsbedingungen zum Nachteil der Vertragspartner verändert. Die
ziehen jetzt die Konsequenzen - bis zur Kündigung: Ab 1. März, mit
Einsetzen der neuen AGBs, werden in einem ersten Schritt eine Woche
lang keine Zimmer auf HRS eingestellt. Mittlerweile unterstützen mehr
als 700 Hoteliers die Facebook-Gruppe "HRS-freie Woche":
http://www.facebook.com/HRS.freie.Woche . Die Österreichische
Hoteliervereinigung (ÖHV) wird die Bundeswettbewerbsbehörde damit
befassen: "HRS gibt an, bei Firmenkunden Weltmarktführer zu sein. Das
sollen jetzt offenbar auch die Hoteliers zu spüren bekommen. Das
lassen wir uns nicht gefallen", erklären die ÖHV-Präsidenten Peter
Peer und Sepp Schellhorn diesen Schritt.

Tourismusorganisatoren spielen Plattformen in die Hände

   Bei der ÖHV häufen sich die Beschwerden. Peer und Schellhorn
hatten am ÖHV-Hotelierkongress eine Alternative zu mehrjährigen
Kooperationen zwischen Plattformen und Tourismusorganisationen
gefordert, die die Hoteliers faktisch zum Vertrag mit dem Portal
zwingt: "Was wäre die Alternative? Auf Gäste zu verzichten, die über
die Website des eigenen Tourismusverbandes kommen. Das tut niemand
gerne. Die Teilnahme an der Facebook-Gruppe ist ja faktisch ein
Misstrauensvotum gegenüber dem eigenen Tourismusverband", so
Schellhorn.

Buchung über die Hotel-Website als Alternative

   Buchungen über Hotel-Websites sollen forciert werden. Die Gäste
finden dort attraktive Angebote, die sich in automatisierte
Kategorie-Rankings nicht einordnen lassen: "Das Zimmer mit dem
schönen Ausblick kann meist nur über die Hotel-Website gebucht werden
wie spezielle Packages", erklärt Peer. Laut Befragung von Prof. (FH)
Mag. Christian Maurer, Professor für Tourism and Leisure Management
an der IMC FH Krems unter 522 österreichischen Hotels beantworten 91
% der 4- und 5-Sterne-Betriebe auf der eigenen Website
Buchungsanfragen. Die ÖHV forciert das: "Wir haben im Frühjahr
Seminare und Lehrgänge dazu im Programm. Dabei steht explizit im
Fokus, wie man als Hotelier diesen gefährlichen Tendenzen auf dem
Online-Markt begegnet", so Peer.

Preiserhöhung logische Folge der Marktkonzentration: Folgen weitere?

   Der angekündigte Informationsaustausch zwischen HRS, Tiscover und
hotel.de, Holidayinsider, venere und hotels.com erhärtet den
Verdacht, dass der Wettbewerb leiden wird. Laut ÖHT sind die
Marketingausgaben der Hotels seit 2000 um 18 % stärker gestiegen als
die Inflation. Klar ist eines: "Nach dem Preisdumping im
Online-Vertrieb fahren die Buchungsplattformen die Kommissionen
massiv jetzt in die Höhe", so Schellhorn. Diese Schritte sind eine
logische Folge der Marktkonzentration. Weitere sind zu befürchten.

Rückfragehinweis:
   Peter Peer, ÖHV-Präsident
   ImpulsHotel - Hotelentwicklung und Beratung
   Tel.: 01/889 80 25

   Sepp Schellhorn, ÖHV-Präsident
   Hotel "Der Seehof", Goldegg
   Tel.: 06415/8137

   E-Mail: presse@oehv.at

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