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Die Tourismusunternehmen müssen zusammenrücken

Gerlos (TP/OTS) - Die Macht der Buchungsplattformen wächst. Immer weniger, dafür stärkere Anbieter diktieren den Hotels zunehmend ungünstige Bedingungen. Am 1. März verschärft die größte deutsche Buchungsplattform HRS - Hotel Reservation Service neuerlich die AGBs. NR Franz Hörl, Tourismussprecher der ÖVP im Nationalrat: "Die Tirol Werbung hat mit dem Tiscover-Verkauf an HRS 2008 ein wichtiges strategisches Instrument aus der Hand gegeben. Leider. Jetzt sind die entsprechenden Gegenstrategien anzudenken. Das erste Ziel dabei muss sein, die Stärken des Tiroler Tourismus zu bündeln und so am Markt stärker gegenüber den Buchungsplattformen auftreten zu können".

Der Hotelverband Deutschland hat am 10. Feber 2012 eine Entscheidung des deutschen Bundeskartellamtes begrüßt, nach dem die größte Buchungsplattform HRS Hotel Reservation Service GmbH wegen einem Verstoß gegen Wettbewerbsbeschränkungen abzumahnen ist. HRS versucht mit einer AGB-Änderung mit 1. März 2012 mit seinen Hotelpartnern eine Meistbegünstigungsklausel zu vereinbaren. NR Franz Hörl: "Mit einer Meistbegünstigungsklausel müssen die Hotels HRS den jeweils besten Hotelpreis, die höchste Zimmerverfügbarkeit und die jeweils günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen garantieren. Diese von HRS mit den neuen AGB vorgeschriebenen Bedingungen sind für Hotels ganz klar ein massiver Eingriff in die unternehmerische Freiheit und Behinderung des Wettbewerbs."
Das betrifft nicht nur Hotels, die bei HRS einstellen wollen, sondern wirkt sich auf das gesamte Preisgefüge und damit auch die Hotellerie in Tirol und Österreich massiv aus. Die ÖHV (Österreichische Hoteliersvereinigung) hat sich ebenfalls bereits an die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde gewendet. Tourismussprecher im NR, Franz Hörl, sieht als Lösungsvorschlag, dass die Tirol Werbung, unter Federführung von Josef Margreiter, jetzt ihre ausgezeichneten Kontakte nützt, um mit HRS faire Konditionen zu verhandeln. Die Tirol Werbung kann in dieser Frage, gemeinsam mit den starken Regionen des Landes, die Speerspitze des Tiroler Tourismus bilden und ihr Gewicht in die Waagschale werfen.

"Es ist nötig, dass unsere Tourismusunternehmen effizient ihre Betten verkaufen und bewerben können. Derzeit sind sie von den Konditionen internationaler Anbieter abhängig. Dazu kommt, dass der Gast immer weniger Möglichkeit hat, über Drittanbieter direkt das gewünschte Hotel zu kontaktieren. Gerade der Tiroler und österreichische Tourismus hat seine Kompetenz im persönlichen Kontakt zum Gast. Diesen weltbekannten Wettbewerbsvorteil müssen wir auch via Online-Buchungsangebote einsetzen können dürfen. Dafür sorgen aber nicht internationale Buchungsplattformen, das müssen wir landesintern in die Hand nehmen. Das alles ist natürlich mit Geld und Aufwand verbunden. Dieses Geld kommt aber aus den Abgaben der Unternehmen im Land und darf deshalb auch dahin zurückfließen", so Hörl.

Hintergrund

HRS - Hotel Reservation Service - ein in Köln ansässiges Hotelportal, hat im März 2008 Tiscover zu 97 % gekauft. Die restlichen 3 % wurden inzwischen auch übernommen. HRS ist in Familienbesitz (Firmengründer Robert Ragge), Marktführer im deutschsprachigen Raum und auch international einer der wichtigsten Player im Bereich Online-Hotelbuchungen.

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