Aktueller Channel

Tourismus-Wintersaison läuft relativ gut

Utl.: WKO-Schenner und Hinterleitner: Wir wollen nicht jammern, aber jubeln können wir auch nicht - Tourismus-Sprecher kritisieren Auflösungsabgabe

   Wien (TP/OTS) - Durchschnittlich zufrieden zeigt sich der Obmann
der Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der
Wirtschaftskammer (WKO), Hans Schenner, mit dem bisherigen Ergebnis
der Wintersaison 2011/12. So konnte, gemäß Statistik Austria, für die
erste Hälfte der Wintersaison (November 2011 bis Jänner 2012) bei den
Nächtigungen ein leichtes Plus von 0,6 Prozent auf 28 Mio. im
Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum verzeichnet werden. Während die
Nächtigungszahl inländischer Gästen um 3 Prozent auf den neuen
Rekordwert von 6,81 Mio. Nächtigungen anstieg, stagnierte die
Entwicklung der ausländischen Gästenächtigungen (-0,1 Prozent auf
21,19 Mio.). Auffallend: Gästenächtigungen aus Deutschland und den
Niederlanden, den wichtigsten ausländischen Herkunftsmärkten für
Österreich, haben in den ersten drei Monaten der Wintersaison um 4,1
Prozent auf 11,03 Mio. bzw. 2,0 Prozent auf 1,96 Mio. abgenommen.
"Die Rückgänge auf unseren wichtigsten Herkunftsmärkten sind
alarmierend", so der Sprecher der 90.000 heimischen
Tourismusbetriebe.

   "Dass wir umsatzmäßig auf dem Niveau des Vorjahres liegen, ist
angesichts der Inflation und der steigenden Kosten nur ein schwacher
Trost", betont Schenner. Besondere Sorge bereitet den Betrieben die
Preissteigerungen bei den Energiekosten. "Das drückt massiv auf das
Betriebsergebnis", analysiert Schenner. Angesichts der Streichung der
Energierückvergütung für die heimische Tourismusbetriebe im Jahr 2011
sei dies doppelt schmerzhaft.

Protest gegen geplante Auflösungsabgabe

   Sorge bereitet der Branche die von der Bundesregierung im
Stabilisierungspaket geplante "Auflösungsabgabe". Demnach soll bei
einer Auflösung eines Dienstverhältnisses eine "Manipulationsgebühr"
von 110 Euro fällig werden. Argumentiert wird seitens der
Bundesregierung mit Lenkungseffekten. Das arbeitsmarktpolitische Ziel
sei es, das kurzfristige Zwischenparken von Arbeitnehmern beim
Arbeitsmarktservice (AMS) zurückzudrängen und Arbeitgeber zu
ermutigen, ihr Personal auch bei Auftragsschwankung weiter zu
beschäftigen.

   Besonders bemerkenswert dabei: Zur Kasse gebeten werden Betriebe
auch dann, wenn befristete Verträge auslaufen oder eine
Wiedereinstellungszusage besteht. Sogar Schulpraktika, die 2-3 Monate
dauern, sollen damit belastet werden. "Selbstverständlich ist die
Branche bereit, ihren Beitrag zu leisten, aber diese Regelung ist
alles andere als durchdacht. Betriebe zu bestrafen, weil sie aufgrund
der Saisonalität des Tourismus nicht durchgehend beschäftigen können
oder weil sie Praktikumsplätze für Schüler anbieten, kann keiner
nachvollziehen", zeigen sich Schenner und Helmut Hinterleitner,
Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ, einig.
Unterstützung erhalten die Funktionäre der Wirtschaftskammer vom Chef
des AMS Tirol, Anton Kern. Kern hat gegenüber der Tiroler
Tageszeitung festgestellt: "110 Euro werden mit Ausnahme der
kurzfristigen Freisetzungen nicht wirklich wirken."

   Anstatt Kurzabmeldungen gezielt zu verhindern, würden durch die
geplante Maßnahme  pauschal Saisonbetriebe belastet, so Schenner.
Damit werden nach ersten Berechnungen des Instituts für Höhere
Studien (IHS) 30 Mio. Euro allein im Hotel- und Gastgewerbe
abkassiert. "Tatsächlich handelt es sich um eine
Geldbeschaffungsaktion, die weder den Arbeitnehmern noch der
Versicherungsgemeinschaft hilft", zeigt sich Schenner verärgert.
Gastronomie-Sprecher Hinterleitner : "Wir tragen nur die Last und
sehen keinen Nutzen. Zudem widerspricht die geplante Abgabe ganz klar
dem Ziel, Lohnnebenkosten zu senken."

   Die Bedeutung des Tourismus als Arbeitgeber liegt nach Studien des
WIFO vor: Die direkten und indirekten Beschäftigungseffekte der
gesamten Tourismusindustrie liegen bei 663.000 Vollzeitäquivalenten
(WIFO 2009). Im Jahr 2010 waren allein im Beherbergungs- und
Gaststättenwesen 405.000 Menschen zumindest an einem Tag des Jahres
beschäftigt. Von der Fachkraft mit Ganzjahresbeschäftigung bis hin zu
Aushilfen und Studenten. (IHS, 2011).

Rückfragehinweis:
   Wirtschaftskammer Österreich
   Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
   Mag. Rainer Ribing
   Tel.: (++43) 0590 900-3567
   rainer.ribing@wko.at
   http://wko.at/bstf

   Fachverband Gastronomie
   Dr. Thomas Wolf
   Tel.: (++43) 0590 900-3560
   gastronomie@wko.at
   http://diegastronomie.at

*** TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT ***

TPT0005    2012-02-24/11:19

241119 Feb 12

TPK0003 0557


Aussender

Wirtschaftskammer Österreich - BS Tourismus & Freizeitwirtschaft Rss

Zur Pressemappe

Geokoordinaten


Themen

Personen

Orte


Bitte warten...

Ähnliche Aussendungen