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Der "Methusalem-Komplott" im Tourismus oder das ungenutzte Potential der "Best Agers"

Die demographische Entwicklungs-Realität und ihre praktische Auseinandersetzung im österreichischen Tourismus klaffen noch weit auseinander!

Wien (TP/OTS) - Im Jahr 2004 veröffentlichte der FAZ Journalist Frank Schirrmacher den "Methusalem-Komplott", ein Sachbuch über die Alterung der Gesellschaft und die damit verbundenen Herausforderungen für Gesellschafter und die Wirtschaft. "Die öffentliche Aufmerksamkeit dazu mag mittlerweile etwas verflacht sein, die statistischen Daten und demographischen Tendenzen bleiben jedoch weiterhin dieselben und sollten bei wirtschaftlichen - und damit auch touristischen - Verantwortlichen zu entsprechenden strategischen Konsequenzen und präventiven Maßnahmen führen", erläutert Mag. Arnold Oberacher, Geschäftsführer der con.os tourismus.consulting gmbh. Eine Stichproben-Analyse in der österreichischen Tourismus-Praxis zeigt, dass bislang kaum mehr an Entwicklungen und Innovationen als Produkte wie "Senioren-Tellern", Aktionen wie "Senioren-Preisen" oder Initiativen wie "50plus Hotels" Platz gegriffen haben.

Touristisches Zukunftspotential "Best Agers"

Dem entgegen stehen die quantitativen Fakten und qualitativen Entwicklungen des sogenannten "Best Ager-Segments", welche eigentlich mehrheitlich spannende touristischen Chancen erkennen lassen, die gerade in Phasen stagnierender Tourismusentwicklungen ein "gefundenes Fressen" für Touristiker sein sollten. Hierzu nur einige Eckpunkte:
- Während die Urlaubs- und Reiseintensität grundsätzlich (zwar auf hohem Niveau) stagniert, sind in den letzten Jahren die größten Zuwachsraten in der Reiseintensität bei Menschen über 60 Jahren zu beobachten (dies gilt sowohl für Urlaubs-, Kurz- und Tagesausflugs-Reisen);
- Im Reiseverhalten hat sich mittlerweile das Modell des "gefühlten Alters" etabliert; dies bedeutet, dass sich die Gesellschaft unserer älteren Mitmenschen mittlerweile tendenziell um 10 bis 15 Jahren jünger fühlt, als sie laut Taufschein tatsächlich sind, was sich letztlich nicht nur im vergleichsweise jüngeren Lifestyle- sondern auch entsprechendem Freizeit-Verhalten widerspiegelt;
- Die favorisierten Freizeitthemen und -aktivitäten der "Best Agers" ließen einiges an Potenzial für die heimische Tourismusbranche erwarten: an vorderster Front stehen nämlich Themen, wie Gesundheit, Genuss & Kulinarik, sanfte Bewegungsformen (Wandern, Spazierengehen, Golfspielen) oder Garten & Grün.

Strategische Produktentwicklung und Zielgruppenmarketing

Oberacher: "Um von diesem Chancen-Potential jedoch profitieren zu können, wird es nicht ausreichen, die Entwicklung einfach abzuwarten. Vielmehr wird es notwendig sein, aktive Strategien zur Produktentwicklung und zum entsprechenden Zielgruppenmarketing zu entwickeln." Nicht zuletzt aufgrund des "gefühlten Alters" fühlt sich dieses Marktsegment hinkünftig kaum noch durch direkte Zielgruppenansprachen a la "Seniorenteller" oder "Best Ages-Packages" angesprochen. Vielmehr erwarten sie Produkte, die zwar auf ihre alters- und anspruchsbedingten Bedürfnisse angepasst sind (hoher Komfort, umfassende Sicherheiten, perfekte Betreuung und Beratung, etc.), aber zugleich in einer Kommunikationsform vermittelt werden, die genauso an jüngere Zielgruppen gerichtet sein könnte. Ebenso sollte mit dem traditionellen Missverständnis aufgeräumt werden, dass professionelle Beschäftigung mit den demographischen Zielgruppen der Zukunft die Notwendigkeit der "Spezialisierung" bedeutet. Nur zu gut zeigt der (mäßige) Erfolg von Initiativen wie "50plus Hotels" oder "Club Elan" der TUI (der nach mehreren Jahren mit der Wintersaison 2011/12 von der TUI wieder eingestellt wurde), dass das Bedürfnis dieser kommenden Generation in der Integration und nicht in der Separation liegt.

Aktiv Marktchancen nutzen

Die Zukunfts-Chancen - insbesondere der heimischen Tourismuswirtschaft - im Segment der "Best Agers-Generation" sind also evident. "Solange jedoch leitende Tourismusverantwortliche ein steigendes Durchschnittsalter ihrer Gäste eher als Bedrohung und Risiko für die touristische Zukunft, und nicht als soziographische Tatsache und damit potenzielle Machtchance sehen, werden die tatsächlichen Erfolge wohl noch etwas auf sich warten lassen", analysiert Oberacher. Zu fordern ist hier zunächst ein Gesinnungswandel gefolgt von einer professionellen produkt- und marketingseitigen Auseinandersetzung mit der demographischen Zukunftsrealität. Darin liegt eine erhebliche Markt- und Positionierungschance für den künftigen österreichischen Tourismus.

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