Hotel- und Gastgewerbe: KV-Verhandlungen nicht durch realitätsfremde Forderungen gefährden!
WKÖ ruft Verhandlungspartner zu mehr Sachlichkeit auf - Verunglimpfungen schaden Tourismusstandort und gefährden Arbeitsplätze
Wien (TP/OTS) - Die beiden Verhandlungsleiter für die
Kollektivvertragsverhandlungen auf Arbeitgeberseite, Helmut
Hinterleitner und Klaus Ennemoser, bedauern den neuen
Verhandlungsstil der Gewerkschaften vida/GPA. "Nicht nur, dass an
unrealistischen Forderungen wie einer über 20 %-igen Erhöhung des
Mindestlohnes, festgehalten wird, hetzt die Gewerkschaft auch gegen
die gesamte Branche." Ein gemeinsamer vida/GPA-Folder gibt wörtlich
den Warnhinweis ab, dass "die Arbeit in der Hotellerie und in der
Gastronomie Gesundheit und Auskommen mit dem Einkommen gefährden."
Für Hinterleitner und Ennemoser ist diese Vorgangsweise
unverantwortlich. Die Branche werde insgesamt diskreditiert. Während
die Fachverbände Gastronomie und Hotellerie die bisher umfassendste
Imagekampagne für Lehrlinge vorbereiten, beklagen sich die
Gewerkschaftsvertreter über Nachwuchs- und Fachkräftemangel und
schüren zeitgleich unzutreffende Behauptungen. Hinterleitner und
Ennemoser: "Die Wirtschaftskammer ist bestrebt, den neuen
Gegebenheiten am Arbeitsmarkt Rechnung zu tragen. Flexibilisierung
ist ein Gebot der Stunde und entspricht dem Lebensgefühl vieler
junger Menschen."
"Aufhetzen mit unzutreffenden Behauptungen und Einbunkern mit
unrealistischen Forderungen entspricht nicht dem Geist unserer
bisherigen sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit. Bei bis zu 45 %
Lohn- und Gehaltskostenanteil im Gastgewerbe wäre eine derartige
Erhöhung des Mindestlohnes für viele Betriebe schlichtweg
existenzbedrohend. Die Sicherheit der Arbeitsplätze ist für die
Gewerkschaften offenbar kein Thema mehr", betont Hinterleitner.
Ennemoser: "Wir verhandeln über zwei Seiten derselben Medaille.
Die eine ist das von der Gewerkschaft geforderte Auskommen mit dem
Einkommen, die andere ist die Leistbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit
sowie die Sicherheit von Arbeitsplätzen. Offenbar schlägt die
Gewerkschaft erstmalig in der Branche einen neuen Weg - frei nach dem
Motto: "Verkauft's mein G'wand, ich fahr' in Himmel" - ein. Ohne
Rücksicht auf die Folgen."
Die Wirtschaftskammervertreter appellieren für den nächsten
Verhandlungstermin am 23. April an das Verantwortungsgefühl der
Belegschaftsvertreter. Schließlich stehe nicht nur die Reputation
Österreichs als attraktiver Tourismusstandort, sondern auch das
Erfolgsrezept der heimischen Sozialpartnerschaft auf dem Spiel.
Hinterleitner und Ennemoser erinnern daran, dass Österreichs
Wohlstand in erster Linie dem Fleiß seiner Bevölkerung, aber auch dem
Augenmaß im politischen Umgang miteinander zu verdanken sei.
Rückfragehinweis:
Fachverband Hotellerie
Mag. Matthias Koch
T: +43-(0)5-90-900-3554
E: hotels@wko.at
www.hotelverband.at
Fachverband Gastronomie
Dr. Thomas Wolf
T: +43-(0)5-90-900-3560
E: gastronomie@wko.at
W: http://www.gastronomieverband.at
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