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TPT0002 | 18.05.2012 | 09:00 | Channel: Kulinarik

Aussender: Wein & CO


Stichworte: Gastronomie / Kulinarik / Leute / Lifestyle / Tourismus / Veranstaltung / Wein

"Die Story bin ich" - BILD

Aussendung mit Bild

BILD zu TP/OTS - Bei der Auftaktveranstaltung von WineExperts diskutierten Oliver Sartena, Leo Hillinger, Peter Moser, Roswitha Hasslinger und Willi Klinger (von li. n. re.)

  • Fotograf: WEIN & CO
  • Fotocredit: WEIN & CO
  • Ort: Österreich / Vösendorf

   Vösendorf (TP/OTS) - Wein, Wein, nur du allein? Oder ist es
vielmehr gewieftes Marketing, das aus Winzern Topwinzer macht? Bei
der Auftaktveranstaltung von "WineExperts" - einem neuen
Diskussionsformat von WEIN & CO - gingen Weinexperten und eine
Marktforschungs-Koryphäe der Frage nach, wie viel Marketing der Wein
braucht. Dabei ging es um "Hillingerismus", Klassifizierungswahn oder
auch um klassische Musik. Fest steht: Wein ist (und braucht) eine
never ending Story.

   "100 Prozent Wein und 20 Prozent Marketing", lautet die Antwort
von Peter Moser, Falstaff-Chefredakteur und unumstritten führender
heimischer Weinjournalist, auf die Frage, welchen prozentuellen
Anteil wohl der Wein und welchen das Marketing am Erfolg der
heimischen Winzerelite haben. Zumindest mit der Meinung in punkto
Wein steht er nicht alleine da. "Schlechter Wein, gutes Marketing,
schneller Tod", bringt es der Promiwinzer und Vermarktungskünstler
Leo Hillinger auf den Punkt. Zahlreichen Neidern und
marketingfeindlichen (oft selbsternannten) Weinexperten konnte er
ohnedies in den letzten Jahren den Wind aus den Segeln nehmen: "Da
glaubten einige, dass man mit so viel Marketing keinen guten Wein
machen kann. Drum habe ich den Qualitätsnachweis oft über
Blindverkostungen erbracht." Mit Erfolg wohlgemerkt.

   Darin waren sich vergangenen Dienstag im Flagshipstore von WEIN &
CO übrigens alle Experten - auch Willi Klinger, Leiter der ÖWM
(Österreich Wein Marketing GmbH), Roswitha Hasslinger, langjährige
Geschäftsführerin des Gallup Institutes und ganz aktuell Gründerin
von Hasslinger Consulting, sowie Gastgeber Oliver Sartena,
Geschäftsführungsmitglied von WEIN & CO, - einig: Die Weinqualität
ist ein "Hygienefaktor", stimmt der Wein nicht, ist auch das
Marketing zum Scheitern verurteilt, zumindest über den Ersteinkauf
hinaus.

   Hier unterscheide man sich allerdings von anderen, leichter
austauschbaren Konsumgütern, betont Roswitha Hasslinger: "Es gibt
auch Branchen, in denen sie mit schlechten Produkten, aber einem
Topmarketing über mangelnde Qualität hinwegtäuschen können."

Wein ist nicht Coca Cola

   Wein sei allerdings auch kein homogenes Produkt - gerade die
Komplexität des Produktes mache ja gerade seinen Reiz aus, so Willi
Klinger: "Ich bin gegen die Coca-Colaisierung beim Wein, der Wein
braucht eine Story, eine extreme Geschichte, keine simple Message.
Durch die Vielfalt wachsen die Leute erst richtig ins Thema hinein,
dann passiert Leidenschaft. Wein ist Kultur, es ist vergleichbar mit
klassischer Musik, das Ende ist nach oben hin offen." Letzteres sei
freilich auch ertragstechnisch relevant.

   Für Oliver Sartena lautet die Kernaussage, beim Kunden Vertrauen
schaffen zu müssen, denn die Zeiten der Bevormundung seien vorbei.
Bei Wein spiele letztlich auch der Vertriebskanal eine zentrale
Rolle, vor allem wenn Beratung, Verkostung, aber auch der
Erlebnisfaktor ins Spiel kämen: "Das Umfeld wird immer mitverkauft.
Der Kunde fühlt sich durch WEIN & CO aufgewertet. Wir haben es durch
viele zusätzliche Kundennutzen wie die WEIN & CO Bar oder unsere
Events geschafft, dass der  Ab-Hof-Verkauf nicht mehr der einzige
Erlebnisfaktor beim Weineinkauf darstellt." Klinger bringt dazu eine
Zahl: "Der Ab-Hof-Verkauf hat sich in den letzten 20 Jahren halbiert,
seit es so kompetente Outlets gibt."

   Welche Rolle spielen Bewertungen im gesamten Marketing-Portfolio?
Peter Moser: "Winzer, die nur darauf setzen, bei Verkostungen Punkte
zu sammeln, schießen sich selbst ab. Dazu ist die Konkurrenz einfach
zu groß. Allerdings sind Prämierungen ein guter Anfang, um sich in
den Medien einmal einen Namen zu machen."

   Oder lassen sich Punkterichter gar von einem vorhandenen Namen
oder der Verpackung beeinflussen? Um dies ganz auszuschließen, gebe
es nur die Blindverkostung, so Moser, rund 50 Prozent aller
Verkostungen erfolgten daher verdeckt.

   Für Roswitha Hasslinger ist die Verpackung, sprich das Etikett,
der wichtigste Faktor für den 1. Eindruck: "Auch wenn Konsumenten bei
Umfragen oft angeben, dass die Verpackung keine so große Rolle
spielt, so beeinflusst sie doch den spontanen Eindruck enorm. Sie
sendet Signale in Richtung Qualität und Geschmack - bis hin zur
Erwartungshaltung, ob  ein Wein eher süß oder eher trocken schmeckt."
Leo Hillinger, der mit seinem Label schon internationale Preise
einheimsen konnte, geht noch einen Schritt weiter: "Man muss hier
eine Linie durchziehen, es geht vor allem um Wiedererkennung. Der
Kunde muss schon aus 10m Entfernung sehen können, dass es die Marke
im Regal gibt."

Vom Rebsortenmarketing zum "Hillingerismus"

   Welche Rolle spielt die Winzervermarktung im Bereich des
Weinmarketing? Leo Hillinger macht keinen Hehl daraus, dass er
dadurch groß geworden ist: "Am Anfang hatte ich keine Weingärten,
keine Kunden, aber haufenweise Schulden. Ich habe alles gemacht, um
meine Marke stark zu machen, habe kein Event ausgelassen und war
überall präsent. Wein braucht eine Story und die Story war ich".
Willi Klinger, der in diesem Zusammenhang auch von "Hillingerismus"
spricht, sieht diese Entwicklung durchaus positiv: "Leo hat hier
mutig ein Tabu gebrochen, Öffentlichkeitsauftritte von Winzern werden
heute mehr akzeptiert. Es braucht so krasse Geschichten wie den Leo."
Peter Moser sieht darin vor allem die Chance, vermehrt jüngere Leute
für Qualitätswein zu gewinnen: "WEIN & CO hat diese Dynamisierung
eingeleitet - Jüngeren die Tore geöffnet. Ein Hillinger passt hier
perfekt hinein."

   Sartena bestätigt: "Rund zwei Drittel der WEIN & CO Kunden sind
zwischen 25 und 45 Jahre alt. Eine Marke mit Kopf ist bei Jüngeren
leichter zu positionieren als Weine, hinter denen keine
Persönlichkeiten stehen." Zumal die Person des Winzers heute in ganz
anderem Licht stehe als früher: "Heute spricht niemand mehr vom
Weinbauer. Winzer werden als Künstler gesehen, mit denen man sich
gerne umgibt."

   Auch die Marktforscherin Hasslinger sieht im
Persönlichkeitsmarketing Vorteile: "Früher waren die Marken einzelne
Sorten oder Rieden, heute ist es der Winzer selbst. Man kennt  ihn
vielleicht aus den Medien und  hat emotional einen besseren Zugang
als zu einem ,anonymen' Hersteller."  

   Ist Rebsortenmarketing passé? "Jedenfalls austauschbarer", so
Klinger, sehr wohl unterstützend sei aber Dachmarketing, um
Strukturen hineinzubringen. Bedenklich ist für Peter Moser, wenn
Themen künstlich produziert werden, nur um in die Medien zu kommen -
Auswüchse gebe es vor allem bei den Klassifizierungen - wie unlängst
Erste Lage-Diskussionen zeigten.

   Für Oliver Sartena geht der "Klassifizierungswahn" jedenfalls am
Kunden vorbei: "Wein ist ein Genussmittel mit einem emotionalen
Produktnutzen. Diese technischen Dinge interessieren ohnehin
niemanden."

   WineExperts - die WEIN & CO Diskussionsreihe rund um Wein - findet
4 x jährlich in den Eventräumlichkeiten des WEIN & CO Flagshipstores
in der Mariahilfer Straße statt. Weinexperten, Journalisten und
Wissenschaftler diskutieren dabei Weinthemen über rein fachliche
Grenzen hinweg - mit dem Ziel, eine breite Öffentlichkeit für das
Thema Wein in Österreich zu interessieren.

   Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
   Mag. Monika Kriwan,
   Unternehmenskommunikation WEIN & CO
   Tel.: +43 (0)5 07 06 2110
   monika.kriwan@weinco.at
   http://www.weinco.at

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