Alpenverein warnt vor Schneefeldern: Heimtückische Gefahrenquelle im Gebirge - BILD
Innsbruck (TP/OTS) - Die Temperaturen läuten bereits die
Wandersaison ein, doch in höher gelegenen Regionen stoßen Wanderer
derzeit immer noch auf zahlreiche Schneefelder. Das Risiko, beim
Queren dieser Felder abzustürzen, wird vielfach unterschätzt, warnt
der Alpenverein und appelliert an die Achtsamkeit der Bergsportler.
Angesichts der verzögerten Schneeschmelze und der großen
Schneemengen im vergangenen Winter sind Bergwege oberhalb der
Waldgrenze vielerorts noch von Schneefeldern bedeckt. Für
Bergwanderer kann der harte Altschnee zur gefährlichen Falle werden.
Oft wird die Gefahr des Abrutschens gar nicht erkannt oder völlig
unterschätzt. Mit meist schweren bis tödlichen Verletzungen enden
Stürze, bei denen das Schneefeld in felsdurchsetztes Gelände oder gar
in einen Steilabbruch mündet.
Auch flache Hänge bergen ein Risiko
"Dass bereits flache Hänge mit einer Neigung von 30 Grad ein
Absturzrisiko bergen können, ist sehr vielen Berggehern nicht
bewusst. Optisch laden die Schneefelder zum sorglosen Überqueren ein
- aber wenn man ausrutscht, kann man kaum mehr bremsen", warnt
Michael Larcher, Bergsportexperte im Oesterreichischen Alpenverein
(OeAV). Unterschätzt werde vielfach die hohe Geschwindigkeit, die man
bereits nach kurzer Rutschstrecke aufnimmt. So ist erwiesen, dass die
Rutschgeschwindigkeit bei einem etwa 40 Grad steilen, harten Firnhang
bereits 98 Prozent der freien Fallgeschwindigkeit erreicht. Dabei
spielt - entgegen der landläufigen Meinung - auch die Art der
Bekleidung keine große Rolle. Das heißt, auch Kleidung mit rauer
Oberfläche hat kaum Bremswirkung, wenn man auf hartem Firnschnee
stürzt oder ausrutscht. "Zum Queren sollten zumindest die oberen zehn
Zentimeter der Schneedecke aufgeweicht sein, damit man auch wirklich
Tritte setzen kann", so Larcher.
Richtig reagieren im Ernstfall
Trittsicherheit und promptes Handeln im Ernstfall können Leben
retten. Bei einem Ausrutscher gilt es, sich sofort in die Bauchlage
zu drehen und mit den abgespreizten Armen und Beinen zu bremsen, noch
bevor die Geschwindigkeit so groß ist, dass sie nicht mehr
kontrolliert werden kann.
"Stöcke können zwar eine Hilfe sein, das Gleichgewicht zu halten,
sicher begehbar werden Altschneefelder dadurch allerdings nicht. Die
adäquate Ausrüstung wären Steigeisen und Pickel, aber die gehören
normalerweise nicht zur Ausrüstung von Bergwanderern. Und natürlich
müsste zuerst der richtige Umgang mit diesen Ausrüstungsgegenständen
geübt werden", erklärt Larcher und fügt hinzu: "Grundsätzlich sollte
vor dem Betreten eines Schnee- oder Firnfeldes immer die Warnlampe
aufleuchten. Ein Wanderweg, der in ein steiles Altschneefeld mündet,
kann Grund genug sein, eine Tour abzubrechen."
Eine durchaus interessante Ausrüstungsalternative für Wanderer
sind laut Michael Larcher "Spikes" aus gehärtetem Edelstahl. Ihr
Vorteil gegenüber Leichtsteigeisen und "Grödeln" besteht darin, dass
sie äußerst leicht sind, in Sekundenschnelle über den Bergschuh
gezogen werden können, ein geringes Packmaß besitzen und
verhältnismäßig günstig sind.
Wanderungen gut vorbereiten
Der Alpenverein rät, sich gerade in der heurigen Wandersaison vor
jeder Tour sehr genau über die aktuellen Verhältnisse zu informieren.
Auch sollte bedacht werden, dass sich die Bedingungen je nach
Hangausrichtung ändern können - etwa wenn ein Wanderweg von der
Sonnenseite in nordgerichtete Hänge führt. Neben einer gewissenhaften
Planung ist natürlich bergtaugliches Schuhwerk eine wichtige
Voraussetzung. Besondere Vorsicht ist mit Kindern geboten: Nur bei
mäßiger Neigung und einem sanften Auslauf, der keine Steine aufweist,
sind Schneefelder ein geeigneter Spielplatz!
Facts
Der Alpenverein ist mit 415.000 Mitgliedern der größte
Bergsportverein Österreichs und hinter dem Deutschen Alpenverein der
zweitgrößte Alpinverband weltweit.
- Größter alpiner Verein und größte Jugendorganisation Österreichs
- 415.000 Mitglieder
- 195 Sektionen
- 22.000 Mitarbeiter/innen und Funktionär/innen
- Anwalt der Alpen und gesetzlich anerkannte Umwelt-Organisation
- Größter Beherbergungsbetrieb Österreichs (> Hüttenfinder auf
http://www.alpenverein.at)
- 238 Schutzhütten und 13.000 Schlafplätze
- Betreuung von 40.000 km Wanderwegen
- Mehr als 200 Kletteranlagen (> Kletterhallenfinder auf
http://www.alpenverein.at)
Auch die Kletterer des Alpenvereins sind Weltspitze: Unzählige
Medaillen, Titel und Siege hat es in den letzten Jahren für die
österreichischen Kletterer geregnet. Die Erfolge von Profikletterern
wie Jakob Schubert, Anna Stöhr, Kilian Fischhuber, Johanna Ernst oder
Angela Eiter haben dazu geführt, dass das österreichische
Nationalteam von den Stockerlplätzen nicht mehr wegzudenken ist.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Oesterreichischer Alpenverein
Mag. Michael Larcher
Olympiastraße 37
A-6020 Innsbruck
Tel.: +43 (0)512 59547-23
Mobil: +43 (0)664 8556423
Fax: +43 (0)512 59547-50
michael.larcher@alpenverein.at
http://www.alpenverein.at
http://www.150jahre-alpenverein.at
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TPT0003 2012-05-31/09:15
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