Die e-Card ist keine Reiseversicherung und verursacht Probleme in Haupturlaubsländern
Der VKI und die Europäische Reiseversicherung informieren
Wien (TP/OTS) - Seit 2006 soll die Benützung der Europäischen
Krankenversicherungskarte (EKVK) Arzt- und Spitalsbesuche in Europa
vereinfachen. Aber das System läuft längst nicht so reibungslos wie
gewünscht. Die Konditionen sind kompliziert und unübersichtlich, und
oftmals wird die Karte nicht akzeptiert.
Dr. Martin Sturzlbaum, Vorstandsvorsitzender der Europäischen
Reiseversicherung: "Viele Österreicher glauben, mit der e-Card
automatisch im EU-Ausland versichert zu sein. Das ist ein Irrtum. Die
e-Card deckt nur Kosten in den staatlichen Vertragskrankenhäusern und
-ambulanzen. In den klassischen Urlaubsdestinationen rund ums
Mittelmeer liegen die öffentlichen Spitäler meist im Hinterland und
sind deshalb nur schwer erreichbar. Nachdem diese Krankenhäuser für
die Versorgung der eigenen Bevölkerung gedacht sind, gibt es dort oft
Verständigungsprobleme. Außerdem bieten diese Spitäler nicht den
hohen österreichischen Standard, der meist nur in Privatkliniken
erreicht wird. Die Kosten für eine Behandlung in einem Privatspital
sind sehr hoch, stationär sind 1.000 Euro und mehr pro Tag der
Normalfall. Ohne Reiseversicherung müssen diese Kosten vorfinanziert
und nachher in Österreich eingereicht werden. Die
Sozialversicherungsträger erstatten dann einen Maximalbetrag von rund
160 Euro pro Tag, den Rest muss der Patient selbst bezahlen, wenn
keine entsprechende Reiseversicherung abgeschlossen wurde."
Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im Verein für
Konsumenteninformation (VKI): "Es geht nicht darum, die E-Card
schlecht zu reden, sondern darum, den Reisenden ein böses Erwachen zu
ersparen, das sie in manchen Ländern und speziellen Situationen
erleben könnten. Das hat aber nicht nur mit der e-Card an sich,
sondern vor allem auch mit den Gegebenheiten in den jeweiligen
Ländern zu tun."
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