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TPT0006 | 12.07.2012 | 11:51 | Channel: Reise & Urlaub

Aussender: Oesterreichischer Alpenverein


Stichworte: Freizeit / Klettern / Reisen / Sicherheit / Sport / Tirol / Tourismus / Wandern

Alpenverein: 10 Empfehlungen für eine sichere Bergtour - BILD

Viele Unfälle beim Bergwandern könnten vermieden werden

Aussendung mit Bild

BILD zu TP/OTS - Wer beim Bergwandern einige Grundregeln beherzigt, kommt auch sicher wieder ins Tal.

  • Fotograf: G.Rothwangl
  • Fotocredit: OeAV
  • Ort: Österreich / Innsbruck

   Innsbruck (TP/OTS) - Die Wandersaison ist in vollem Gange und hat
bereits einige Rettungseinsätze in den Bergen erfordert. Nicht nur
die Gewittergefahr, auch die Touren selbst werden oft unterschätzt,
warnt der Oesterreichische Alpenverein (OeAV). Die international
abgestimmten "10 Empfehlungen zum Bergwandern" sollen dazu beitragen,
Risiken einer Wanderung im Gebirge zu reduzieren und an die
Eigenverantwortung der Wanderer appellieren.

Sicher Bergwandern
10 Empfehlungen des Alpenvereins

   Als Natursport bietet Bergwandern große Chancen für Gesundheit,
Gemeinschaft und Erlebnis. Die folgenden Empfehlungen dienen dazu,
Bergwanderungen möglichst sicher und genussvoll zu gestalten.

1. Gesund in die Berge

   Bergwandern ist Ausdauersport. Die positiven Belastungsreize für
Herz und Kreislauf setzen Gesundheit und eine realistische
Selbsteinschätzung voraus. Vermeide Zeitdruck und wähle das Tempo so,
dass niemand in der Gruppe außer Atem kommt.

   Michael Larcher, Leiter des Bergsportreferats im Alpenverein dazu:
"Man sollte der Versuchung widerstehen, zu ehrgeizige Ziele allzu
voreilig anzugehen. Ungeübte sollten die Latte bewusst tiefer
ansetzen und bei einer leichten Wanderung ausprobieren, wie es ihnen
im neuen Terrain ergeht. Für fast die Hälfte aller Notsituationen
beim Bergwandern sind nämlich Herz-Kreislauf-Beschwerden
verantwortlich."

2. Sorgfältige Planung

   Wanderkarten, Führerliteratur, Internet und Experten informieren
über Länge, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen
Verhältnisse. Touren immer auf die Gruppe abstimmen. Achte besonders
auf den Wetterbericht, da Regen, Wind und Kälte das Unfallrisiko
erhöhen.

   Achtung Blitzschlag! "Diesen Sommer waren bereits starke Gewitter
und eine außergewöhnlich hohe Blitzaktivität zu beobachten -
Faktoren, die Bergsportler in ihrer Planung unbedingt berücksichtigen
sollten. Rechtzeitig umkehren ist die Devise. Und falls einen das
Gewitter doch überrascht, heißt es richtig reagieren: exponierte Orte
(auch Felswände und Klettersteige!) schnell verlassen, Schutz suchen
und in die Hocke gehen, um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten",
empfiehlt Bergsportreferent Larcher.

3. Vollständige Ausrüstung

   Passe deine Ausrüstung deiner Unternehmung an und achte auf ein
geringes Rucksackgewicht. Regen-, Kälte- und Sonnenschutz gehören
immer in den Rucksack, ebenso Erste-Hilfe-Paket und Mobiltelefon
(Euro-Notruf 112). Karte oder GPS unterstützen die Orientierung.

   Michael Larcher ergänzt: "Je nach Länge der Tour können auch ein
Biwaksack oder eine Stirnlampe erforderlich sein. Gerade bei Einbruch
der Dunkelheit oder einem plötzlichen Wolkenbruch können sie
lebensrettend sein."

4. Passendes Schuhwerk

   Gute Wanderschuhe schützen und entlasten den Fuß und verbessern
die Trittsicherheit! Achte bei deiner Wahl auf perfekte Passform,
rutschfeste Profilsohle, Wasserdichtigkeit und geringes Gewicht.

   Zusätzlicher Tipp vom Bergsport-Experten: "Beim Kauf unbedingt
Zeit nehmen und die Schuhe mit eigenen, bereits 'eingewanderten'
Socken anprobieren. Ein bequemer Leichtwanderschuh ist einem schweren
'Bock' mittlerweile sicher vorzuziehen."

5. Trittsicherheit ist der Schlüssel

   Stürze, als Folge von Ausrutschen oder Stolpern, sind die
häufigste Unfallursache! Beachte, dass zu hohes Tempo oder Müdigkeit
deine Trittsicherheit und Konzentration stark beeinträchtigen.
Achtung Steinschlag: Durch achtsames Gehen vermeidest du das
Lostreten von Steinen.

   "Wer nach einer zu schwierigen Wanderung keine Reserven mehr für
den Abstieg hat, wird unachtsam - die Gefahr eines Sturzes steigt
dramatisch. Vom Körperbau her ist der Mensch für den Aufstieg besser
geeignet. Dieselbe Passage ist im Abstieg weitaus schwieriger.
Abwärts zu steigen ist aber nicht nur motorisch anspruchsvoller,
durch den Tiefblick kommt auch noch eine psychologische Komponente
dazu. Das sollte man bereits bei der Tourenplanung bedenken",
empfiehlt Larcher.

6. Auf markierten Wegen bleiben

   Im weglosen Gelände steigt das Risiko für Orientierungsverlust,
Absturz und Steinschlag. Vermeide Abkürzungen und kehre zum letzten
bekannten Punkt zurück, wenn du einmal vom Weg abgekommen bist.
Häufig unterschätzt und sehr gefährlich: Steile Altschneefelder!

   Der Alpenvereins-Experte warnt vor den glatten Schneefeldern:
"Dass bereits flache Schneehänge mit einer Neigung von 30 Grad ein
Absturzrisiko bergen können, ist sehr vielen Berggehern nicht
bewusst. Optisch laden die Schneefelder zum sorglosen Überqueren ein
- aber wenn man ausrutscht, kann man kaum mehr bremsen. Ein
Wanderweg, der in ein steiles Altschneefeld mündet, kann Grund genug
sein, eine Tour abzubrechen."
Es sei außerdem ein immer wiederkehrendes Muster, dass Wanderer kurz
vor ihrem Unfall 'noch schnell' eine Abkürzung gehen wollten. "Die
'gesparte' Zeit oder Wegstrecke steht oft in keinem Verhältnis zum
Risiko", betont Larcher.

7. Regelmäßige Pausen

   Rechtzeitige Rast dient der Erholung, dem Genuss der Landschaft
und der Geselligkeit. Essen und Trinken sind notwendig, um
Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Isotonische
Getränke sind ideale Durstlöscher. Müsliriegel, Trockenobst und Kekse
stillen den Hunger unterwegs.

8. Verantwortung für Kinder

   Beachte, dass Abwechslung und spielerisches Entdecken für Kinder
im Vordergrund stehen! Passagen mit Absturzrisiko erfordern eine 1:1
Betreuung durch Erwachsene. Sehr ausgesetzte Touren, die lang
anhaltende Konzentration erfordern, sind für Kinder nicht geeignet.

   "Kinder haben beim Wandern andere Bedürfnisse als Erwachsene und
die sollten wir auch über alles stellen. Ein Schneckenhaus am
Wegesrand kann dann eben weitaus spannender sein als ein
anstrengender Marsch auf den Gipfel", so Larcher.

9. Kleine Gruppen

   Kleine Gruppen gewährleisten Flexibilität und ermöglichen
gegenseitige Hilfe. Vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr
informieren. In der Gruppe zusammen bleiben. Achtung Alleingänger:
Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.

   Michael Larcher von OeAV: "Eine Gruppengröße von zwei bis sechs
Personen, die aufeinander Rücksicht nehmen, ist ideal. Wer allein
geht, sollte ein aufgeladenes Handy mit dabei haben, um zumindest in
Gegenden mit Netzempfang im Notfall Hilfe rufen zu können."

10. Respekt für die Natur

   Zum Schutz der Bergnatur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm
vermeiden, auf den Wegen bleiben, Wild- und Weidetiere nicht
beunruhigen, Pflanzen unberührt lassen und Schutzgebiete
respektieren. Zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel verwenden oder
Fahrgemeinschaften bilden.

Facts

   Der Alpenverein ist mit 415.000 Mitgliedern der größte
Bergsportverein Österreichs und hinter dem Deutschen Alpenverein der
zweitgrößte Alpinverband weltweit. 2012 feiert er bereits sein
150-jähriges Jubiläum.

- Größter alpiner Verein und größte Jugendorganisation Österreichs
- 415.000 Mitglieder
- 195 Sektionen
- 22.000 Mitarbeiter/innen und Funktionär/innen
- Anwalt der Alpen und gesetzlich anerkannte Umwelt-Organisation
- Größter Beherbergungsbetrieb Österreichs (> Hüttenfinder auf
   http://www.alpenverein.at)
- 238 Schutzhütten und 13.000 Schlafplätze
- Betreuung von 40.000 km Wanderwegen
- Mehr als 200 Kletteranlagen (> Kletterhallenfinder auf
   http://www.alpenverein.at)

   Auch die Kletterer des Alpenvereins sind Weltspitze: Unzählige
Medaillen, Titel und Siege hat es in den letzten Jahren für die
österreichischen Kletterer geregnet. Die Erfolge von Profikletterern
wie Jakob Schubert, Anna Stöhr, Kilian Fischhuber, Johanna Ernst oder
Angela Eiter haben dazu geführt, dass das österreichische
Nationalteam von den Stockerlplätzen nicht mehr wegzudenken ist.

   Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
   Oesterreichischer Alpenverein
   Mag. Michael Larcher
   Olympiastraße 37
   A-6020 Innsbruck
   Tel.: +43 (0)512 59547-23
   Mobil: +43 (0)664 8556423
   Fax: +43 (0)512 59547-50
   michael.larcher@alpenverein.at  
   http://www.alpenverein.at
   http://www.150jahre-alpenverein.at

*** TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
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121151 Jul 12

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