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TPT0005 | 16.07.2012 | 10:38 | Channel: Reise & Urlaub

Aussender: Nationalpark Hohe Tauern


Stichworte: Naturschutz / Reisen / Salzburg / Tiere / Tourismus / Umwelt / Veranstaltung

13.-15.07.2012: Sechster Nationalpark-Tag der Artenvielfalt im Hollersbachtal, Salzburg - BILD

Neue Arten und eiszeitliche Relikte gefunden

Aussendung mit Bild

BILD zu TP/OTS - LR Tina Widmann im Kreise einiger der anwesenden WissenschaftlerInnen und StudentInnen - begeistert vom überwältigenden Artenreichtum des Hollersbachtales sowie dem Engagement der versierten ExpertInnen.

  • Fotograf: Nationalpark Hohe Tauern
  • Fotocredit: Nationalpark Hohe Tauern
  • Ort: Österreich / Hollersbachtal
Aussendung mit Bild

BILD zu TP/OTS - Mehr als 70 WissenschaftlerInnen aus über 20 unterschiedlichen Disziplinen der Zoologie, Pilzkunde und Botanik durchkämmten vom 13. bis 15. Juli 2012 das Hollersbachtal in Salzburg.

  • Fotograf: Nationalpark Hohe Tauern
  • Fotocredit: Nationalpark Hohe Tauern
  • Ort: Österreich / Hollersbachtal
Aussendung mit Bild

BILD zu TP/OTS - Zur wissenschaftlichen Dokumentation der Artenvielfalt eines Gebietes - im Großen wie im Kleinen - ist auch körperlicher Einsatz und Geduld erforderlich.

  • Fotograf: P. Gros
  • Fotocredit: P. Gros
  • Ort: Österreich / Hollersbachtal

   Matrei in Osttirol (TP/OTS) - Mehr als 70 WissenschaftlerInnen aus
über 20 unterschiedlichen Disziplinen der Zoologie, Pilzkunde und
Botanik durchkämmten vom 13. bis 15. Juli 2012 das Hollersbachtal mit
dem Ziel, innerhalb von 48 Stunden möglichst viele Tier-, Pflanzen-
und Pilzarten vom Talboden bis in die Gipfellagen zu erheben.

   Mit ca. 1.200 - 1.500 gefundenen Arten, darunter mehrere für den
Nationalpark Hohe Tauern gänzlich neue Arten, und dem Nachweis von
besonders seltenen und stark gefährdeten Arten, kann der 6.
Nationalpark-Tag der Artenvielfalt als großer Erfolg für den
Nationalpark Hohe Tauern bezeichnet werden.

   Christian Komposch, selbstständiger Biologe und Spinnenexperte,
gelang es dieses Jahr mit seinem Team, mehrere eiszeitliche Relikte
zu lokalisieren. Eine Besonderheit dabei ist der Nachweis des
Gletscherweberknechts.  Diese endemische Art hält Temperaturen bis
minus 50 Grad Celsius aus. Seine Überlebensstrategie ist es, sich
gänzlich einfrieren zu lassen. "Bei Menschen und anderen Tieren
würden hier einfach die Zellen zerplatzen", so Komposch. Die
handtellergroße Tierart (Spannweite) findet weltweit nur hier im
alpinen Hochgebirge das Klima, welches sie zum Überleben benötigt.
"Geht es mit dem Klimawandel wie prognostiziert weiter, werden 90 %
der Lebensräume für diese alpinen Eiszeitrelikte verschwinden!",
stellt Komposch besorgt fest. "Im Rahmen der Auswertungen der Funde
sind in den nächsten Wochen noch weitere endemische Arten - welche
nur hier im Hochgebirge leben können - zu erwarten".

   Vögel, Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Käfer, Wanzen,
Zikaden, Köcherfliegen, Steinfliegen, Weberknechte, Spinnen,
Wassermollusken, Fadenwürmer, Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger,
Flechten, Algen, Pilze und vieles mehr wurde beobachtet und
wissenschaftlich dokumentiert.

   Landesrätin Tina Widmann zeigte sich im Rahmen der
Abschlusspräsentation von der Bilanz zum überwältigenden
Artenreichtum des Hollersbachtales sowie der umfassenden Expertise
und dem Engagement der zahlreich anwesenden ExpertInnen begeistert:
"Mit den Tagen der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern erhalten
wir nicht nur sehr aufschlussreiche Ergebnisse über die natürliche
Vielfalt an Pflanzen und Tieren im Schutzgebiet, wir können auch eine
Plattform für den so wichtigen fachwissenschaftlichen Austausch
untereinander bieten."

   Für die Erforschung von Ökosystemen, deren Funktionen und
Wechselwirkungen ist eine systematische Erfassung und Dokumentation
möglichst vieler unterschiedlicher Lebewesen und ihrer Ansprüche an
ihre Lebensräume unbedingt erforderlich.

   "Eine der großen Stärken unserer Tage der Artenvielfalt ist, dass
sehr viele Artengruppen untersucht werden. Das hat dazu geführt, dass
wir im Nationalpark Hohe Tauern nun einige Hotspots an besonders gut
dokumentierter Artenvielfalt vorweisen können", so Kristina Bauch,
Organisatorin der Tage der Artenvielfalt, vom Nationalpark Hohe
Tauern. Fachkundig wird sie dabei vom Nationalparkinstitut am Haus
der Natur in Salzburg unterstützt. Patrick Gros, Insektenforscher am
Haus der Natur: "Die Tage der Artenvielfalt sind eine Notwendigkeit,
das Grundwissen der Arten zu erfassen. Bisher wurden an die 25.000
Datensätze im Rahmen der Tage der Artenvielfalt erfasst. Dabei sind
28 % der erhobenen Daten gänzliche Neufunde für den Nationalpark Hohe
Tauern."

   Der mittlerweile 6. Nationalpark-Tag der Artenvielfalt im
Nationalpark Hohe Tauern ist erfolgreich zu Ende gegangen. Alle im
Rahmen dieser konzentrierten Feldforschungsaktion im Hollersbachtal
erfassten Arten werden nach Abschluss aller Bestimmungsarbeiten im
Labor in das Biodiversitätsarchiv des Nationalparks Hohe Tauern am
Haus der Natur integriert.

   Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
   Mag. Kristina Bauch
   Wissenschaft und Forschungskoordination im
   Nationalpark Hohe Tauern, Salzburg
   Gesamtorganisation des 6. Tages der Artenvielfalt im Hollersbachtal
   Tel.: +43 (0)664 8372851

*** TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
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TPT0005    2012-07-16/10:38

161038 Jul 12

TPK0008 0532


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