Tourismusunternehmen drängen auf weitere Reformen im Abgabensystem - Einfachere, pauschalierte Abführung der Lonhkosten als 1. Schritt

Reisenzahn: "Das kostet nicht viel, bringt aber einiges!" Die Wettbewerbsfähigkeit ist von den Lohnnebenkosten ab.

Wien (TP/OTS) - Mit der Steuerreform 2015/16 sinkt bei der Lohn- und Einkommensteuer der Einstiegssteuersatz von 36,5 Prozent auf 25 Prozent. Gleichzeitig wird mit der Erhöhung von drei auf sechs Tarifstufen die Progression verflacht. Dieser Effekt bewirkt konkret, dass ein Hotelmitarbeiter in Tirol, der 2015 monatlich netto 1.400 Euro verdient hat, ab 2016 nun 1.475 Euro auf sein Konto überwiesen bekommt. Brutto verdient er dabei 1.985 Euro und der Hotelier muss weitere 615 Euro an Lohnkosten abführen. Somit kostet dieser Mitarbeiter dem Unternehmer insgesamt 2.600 Euro. Durch eine kleine Entlastung beim Insolvenz-Entgeltsicherungsfonds um 0,1 Prozent erspart sich der Arbeitgeber bei diesem Mitarbeiter zwar 1,75 Euro pro Monat, doch ist das bei einer Abgabenlast von 57 Prozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmer einfach zu wenig, kritisiert Thomas Reisenzahn von der Prodinger|GFB Tourismusberatung.

"Die Situation ist für eine Mitarbeiterbranche, die auf hochwertigen Dienstleistungen beruht, äußerst unbefriedigend. Unsere Betriebe werden mit schwachen Renditen bestraft, während die Mitarbeiter selbst dabei zuwenig verdienen", betont Reisenzahn: "Ein zukunftsfähiges Abgabensystem sieht anders aus. Wir brauchen dringend weitere Strukturreformen innerhalb des Systems. Der Steuerreform 2015/16 müssen daher weitere Schritte folgen!".

Die Staatsfinanzierung ist zu hinterfragen

Zwei Drittel der Finanzierung von Bund, Ländern und Gemeinden profitieren von dieser Besteuerung der menschlichen Arbeit. Zusätzlich hängt das gesamte Sozialsystem an diesen lohnabhängigen Abgaben. Der oben erwähnte Mitarbeiter kostet in seiner produktiven Leistungszeit 29 Euro pro Stunde (abzüglich Urlaub, Feiertage, Krankenstand). Ein Industrieroboter schlägt mit 6 Euro pro Stunde zur Buche. "Wenn Leistungen am Gast weiterhin in der für die Tourismusbranche bekannten Qualität sichergestellt werden sollen, dann sind größere Entlastungen des Faktors Arbeit überfällig", fasst Reisenzahn die Stimmung in der Tourismuswirtschaft zusammen. "Als Prodinger Steuerberatung, die tausende Hotelmitarbeiter im jetzigen komplizierten Steuersystem verrechnen muss, fordern wir als einen ersten Schritt eine einfachere pauschalierte Abführung der Lohnkosten. Das wäre ein guter Vorsatz für das neue Jahr 2016 -kostet nicht viel und bringt einiges!".

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Patrick Stoiser,MA PRODINGER|GFB TOURISMUSBERATUNG,
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