Mit Web 2.0 in ein neues touristisches Zeitalter

Der Gast als Mitgestalter von Webinhalten

Wien (OTS) - Das Internet startet mit Web 2.0 in ein neues Zeitalter. Webseiten reagieren flexibel auf die Wünsche des Benutzers sich öffentlich mitzuteilen oder seine eigene Geschichte zu veröffentlichen. Immer häufiger taucht das Schlagwort "Web 2.0" auf. Aber was bedeutet Web 2.0 und welche Auswirkungen bzw. Chancen ergeben sich für die Hotellerie?

Web 2.0 - Was ist das überhaupt?

Web 2.0 beschreibt das veränderte Userverhalten im World Wide Web. Die Rollenverteilung zwischen Anbietern von Informationen und Gästen, welche diese konsumieren, hat sich grundlegend verändert. Der Urlauber von heute erstellt bzw. bearbeitet im Internet bereitgestellte Inhalte zunehmend selbst. Der Dialog im Internet erfolgt nicht mehr ausschließlich zwischen Hotelier und Gast, sondern ebenfalls zwischen den Gästen untereinander.

In der Vergangenheit (Web 1.0) konnte sich der Gast nur nach den Inhalten des Anbieters informieren. Heute versorgen sich Hotelsuchende gegenseitig mit Hinweisen, Empfehlungen aber auch Kritik. Als typische Beispiele hierfür gelten Wikis (z.B. www.de.wikipedia.org), Weblogs (= oft nur Blog genannt, Liste von Einträgen im Internet, welche chronologisch geordnet sind) sowie kostenlose Bilderplattformen (z.B. http://www.flickr.com ). Auf www.youtube.com können private Videospots ins Internet gestellt und von anderen Usern kommentiert werden.

Was bedeutet Web 2.0 für die Hotellerie?

Was ist denn nun mit schicken Designhotel in der Innenstadt? Ist wirklich jedes Zimmer individuell gestaltet und mit exquisitem Mobiliar ausgestattet? Sind die Gesichtsbehandlungen mit Ozondampf denn auch gesund? Ist die Servicequalität wirklich so einzigartig?

Verschiedene Tourismusplattformen haben bereits die zunehmende Bedeutung des Web 2.0 erkannt und sind auf den Web 2.0-Zug aufgestiegen. Auf Reiseseiten wie Tiscover, Expedia, HRS, Holidaycheck, Realtravel oder Booking.com etc. haben Urlauber die Möglichkeit der Hotelbewertung und können ihre persönlichen Reise-Erlebnisse, Eindrücke und Tipps festhalten.
Die Empfehlung von Bekannten, Verwandten und Freunden als Informationsquelle für die Urlaubsentscheidung nimmt einen hohen Stellenwert ein und unterstreicht ebenfalls den Einfluss von Weblogs bei der Urlaubsplanung.

Mit Web 2.0 in die Zukunft

Mit Web 2.0 öffnen sich für die Tourismusbranche, insbesondere die Hotellerie, neue Chancen. Weblogs dienen der Meinungsbildung und nehmen Einfluss auf Urlaubsentscheidungen. Zukünftig orientieren sich potentielle Gäste weniger an schwer nachvollziehbaren Hotelklassifizierungen, sondern verlassen sich immer öfter auf Erfahrungsberichte anderer Urlauber.

Ein Drittel der Internet-User vertraut auf User-generierte Einträge auf bekannten Websites

Mehr als die Hälfte der Internet-User entscheiden sich eher für den Kauf, wenn sie positive Rückmeldungen über ein Produkt bzw. Dienstleistung im Web gelesen haben. Ca. 34% der Internet-User entscheiden sich gegen einen Kauf, wenn sie negative Kommentare über das Produkt/Dienstleistung gelesen haben.
(Quelle: IPSOS 2006)

Diese Zahlen zeigen aber auch die mit dieser Entwicklung verbundenen Konsequenzen und Gefahren auf. Die meisten Einträge auf Websites mit Hotel- oder Restaurantbewertungen sind zwar ernsthafte Erfahrungsberichte. Wer erkennt und bereinigt jedoch irreführende negative Einträge, welche nicht zwingend auf Erfahrungswerten beruhen? Oftmals missbrauchen User dieses Tool, um absichtlich negative Mundpropaganda zu verbreiten und die Kaufentscheidung interessierter Urlauber negativ zu beeinflussen. Die ÖHV bietet ein juristisches Service an, damit ungerechtfertigte Bewertungen korrigiert werden.

Tatsache ist, dass die neue Internet-Generation einen großen Einfluss auf die Hotellerie hat. Mit Web 2.0 wird ein gewaltiger Wandel in der Internetwelt vollzogen, den auch die Hoteliers nutzen sollten, um einen Wettbewerbsvorteil daraus zu ziehen.

Mit Wikitravel wurde ein Projekt mit dem Ziel geschaffen, einen weltweiten Reiseführer zu kreieren, wo die Inhalte von den Usern selbst eingetragen werden. Für den Hotelier ergibt sich die Chance, sein Hotel auf dieser Website zu platzieren und positionieren.
Die kostenlose Bilderplattform "Flickr" ermöglicht dem Hotelier, durch attraktive Bilder auf sein Hotel aufmerksam zu machen und potentiellen Urlaubern die Reiseentscheidung zu erleichtern.
Ein anderes Beispiel liefert der vom Weinviertel Tourismus initiierte Winzerblog, wo junge WinzerInnen aus dem Weinviertel täglich vom Werden des heurigen Weins berichten.
Auch die Österreich Werbung hat bereits einen Weblog kreiert, wo persönliche Erfahrungsberichte von ÖW-Mitarbeitern platziert und Urlaubsideen an potentielle Gäste weitergegeben werden.

Wer die zunehmende Bedeutung des Web 2.0 erkennt und bereits jetzt entsprechende Maßnahmen setzt, kann einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Mitbewerbern erzielen. Im Zeitalter von Web 2.0 ist der Webuser auch gleichzeitig Akteur. Auch individuelle Hotelwebsites müssen in Zukunft mit innovativen Tools für einen perfekten Dialog ausgestattet werden. Unsere potentiellen Gäste entscheiden vermehrt auf Grundlage virtueller Bewertungen.

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