Salzburger Festspiele - Wirtschaftsmotor läuft stärker denn je!

Gesamtwirtschaftliche Effekte der Salzburger Festspiele auf 225 Millionen Euro gestiegen

Salzburg (TP/OTS) - Mit der Eröffnung der Salzburger Festspiele am 27. Juli kommt ein wichtiger kultureller und wirtschaftlicher Motor auf Hochtouren, der enorme ökonomische Effekte auslöst. Nach den bereits 1998 und 2003 veröffentlichten Studien der Wirtschaftskammer Salzburg zur wirtschaftlichen Bedeutung der Salzburger Festspiele liegen nunmehr die Ergebnisse der neuen, im Auftrag der Festspiele von Dkfm. Bernd Gaubinger, Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Salzburg, erstellten Studie vor. Ausgangspunkt der Studie war die im Vorjahr durchgeführte Befragung der auswärtigen Festspielbesucher (mit ca. 2.800 auswertbaren Meldungen), deren Analyse die notwendige Basis für die Berechnung der wirtschaftlichen Effekte der Salzburger Festspiele bilden. "Die Ergebnisse zeichnen ein imponierendes Bild der Salzburger Festspiele. Ergänzend zum kulturellen Aspekt der Weltgeltung als Mekka der Kunst ist die wirtschaftliche Bedeutung der Salzburger Festspiele sowohl für die Region als auch für die öffentliche Hand von geradezu unschätzbarem Wert", betonte Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler. "Dass das Produkt Festspiele stimmt, zeigen der hohe Stammgästeanteil, die steigenden Ausgaben der Gäste und somit letztlich die gestiegene Umwegrentabilität. Die Festspiele sind für alle ein Geschäft, für die Wirtschaft und die Steuerzahler", freut sich Dr. Rabl-Stadler.

Gesamtwirtschaftliche Effekte von 225 Millionen Euro
Bei der Erfassung der von den Salzburger Festspielen ausgehenden gesamtwirtschaftlichen Effekte, einschließlich der sogenannten Umwegrentabilität als Hauptziel der Studie, ist zunächst zwischen direkten und indirekten Wirkungen zu unterscheiden. Die Ermittlung der direkten Wirkungen, der Primäreffekte der Salzburger Festspiele, umfasst einerseits die Ausgaben, die von den Festspielbesuchern während ihres Aufenthaltes für Beherbergung, Verpflegung, Einkäufe, Verkehrsmittel usw. getätigt werden, zum anderen die Ausgaben der Festspiele (des "Festspielfonds") selbst, d.h. für bezogene Güter und Leistungen sowie die Aufwendungen für Personal.
So führen die Ausgaben der auswärtigen Festspielbesucher in den Betrieben des Tourismus, Handels, Verkehrs usw. zu einem Umsatzvolumen von insgesamt rund 92 Millionen Euro, davon entfallen alleine auf den touristischen Bereich der Hotellerie und Gastronomie rund 70 Millionen Euro, das sind etwa drei Viertel der Gesamtausgaben der auswärtigen Besucher. Nach Herausrechnen der Umsatzsteuer resultiert daraus ein direkter, nachfragewirksamer Gesamtumsatzeffekt von rund 82 Millionen Euro, davon alleine ein Umsatznutzen von 63 Millionen Euro für die Hotellerie und Gastronomie. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang die Umsatzsteuereinnahmen des Fiskus in Höhe von 10 Millionen Euro. Aus dem Betrieb der Festspiele selbst ergeben sich weitere direkte, nachfragewirksame Effekte in Höhe von insgesamt rund 29 Millionen Euro.

Die somit von den Salzburger Festspielen ausgehenden direkten Wirkungen von insgesamt 112 Millionen Euro, die sich aus den nachfragewirksamen Ausgaben des Festspielbetriebs selbst und der Ausgaben der Festspielbesucher zusammensetzen, führen im Sinne der "Umwegrentabilität" (eines Multiplikatoreffekts) zu weiteren, indirekten Wirkungen von etwa 113 Millionen Euro, die in zahlreichen vorgelagerten Branchen des Dienstleistungs- und Produktionssektors der regionalen bzw. österreichischen Wirtschaft ausgelöst werden. Zusammenfassend ergeben sich gesamtwirtschaftliche Produktions- bzw. Umsatzeffekte von rund 225 Millionen Euro, was gegenüber dem Vergleichsjahr 2002 (168 Millionen Euro) auch bei Berücksichtigung des größeren Kartenvolumens im Jahr 2006 eine erhebliche Steigerung bedeutet. Der größte Teil dieser Wirkungen, etwa vier Fünftel (rund 180 Millionen Euro) fließt der Wirtschaft des Landes Salzburg zu.

Hohe Beschäftigungs- und steuerliche Effekte
Auch die Abschätzung der Beschäftigungswirkungen der Festspiele aus den durch sie bewirkten Produktions- bzw. Umsatzeffekten ergibt ein für die regionale Wirtschaft bedeutendes Ergebnis.
Alleine aus den direkten Wirkungen des von den auswärtigen Festspielbesuchern ausgelösten Umsatzvolumens lässt sich für Salzburg ein Beschäftigungseffekt von rund 1.300 Arbeitsplätzen, die überwiegend den Bereichen Tourismus und Handel zuzuordnen sind, errechnen. Unter Einbeziehung der indirekten Wirkungen lösen die Salzburger Festspiele insgesamt einen Beschäftigungseffekt von österreichweit etwa 2.800 bis 3.000 Ganzjahresarbeitsplätzen aus, von denen rund 2.400 bis 2.600 der Salzburger Wirtschaft zuzuordnen sind. Faktum ist, dass zahlreiche Unternehmer der Tourismusbranche und des Handels in der Stadt Salzburg die bestehenden Ganzjahresarbeitsplätze ohne die sogenannten "Festspielumsätze" nicht halten könnten. Es wurde auch eine Schätzung der von den Festspielen ausgehenden steuerlichen Effekte versucht. Die aus der festspielinduzierten Wertschöpfung resultierenden steuerlichen Wirkungen (Rückflusseffekte) lassen sich auf etwa 28 bis 30 Millionen Euro schätzen, die den Gebietskörperschaften als zusätzliche Einnahmen, v. a. in Form der Umsatzsteuer und der Lohn- bzw. Einkommensteuer zufließen. Darin ist die Abgabenleistung der Salzburger Festspiele selbst, die sich 2006 auf rund 7,6 Millionen Euro (ohne Sozialversicherungsbeiträge von 5,3 Millionen Euro) beläuft, noch nicht enthalten. Die Subventionen der öffentlichen Hand betrugen demgegenüber nur 13 Millionen Euro.

Besucheranalyse belegt herausragende Position der Salzburger Festspiele beim internationalen Publikum
Das Festspielpublikum ist seit vielen Jahren durch einen hohen Stammgästeanteil geprägt. Immerhin können knapp drei Viertel (72 %) der auswärtigen Besucher als Stammgäste der Festspiele bezeichnet werden, wobei 60 % die Festspiele bisher zehnmal oder öfter besucht haben. Im statistischen Gesamtdurchschnitt hat der auswärtige Festspielgast die Salzburger Festspiele bisher rund 17-mal besucht. Für die regionale Tourismuswirtschaft strukturpolitisch bedeutsam ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Festspielgäste mit 7,1 Tagen, dieser Wert liegt weit über dem Gesamtdurchschnitt für den Salzburger Fremdenverkehr (4,3 Tage) und v. a. über jenem für den Städtetourismus (1,8 Tage).
Zur Frage nach dem Wohnort zur Festspielzeit gaben 55 % die Stadt Salzburg an, 23 % der Festspielgäste wohnen im Salzburger Land, wobei die Mehrzahl davon auf die Umlandgemeinden der Stadt entfällt. Rund 13 % der Besucher benützen einen Zweitwohnsitz und 2 % reisen von ihrem ständigen Wohnsitz (u. a. Bayern, Oberösterreich) an. Fast 80 % wohnen während ihres Festspielaufenthaltes in einem Hotel bzw. einer Pension, wobei das Schwergewicht der festspielbezogenen Nächtigungen bei den gehobenen Betriebskategorien liegt. Nur knapp 3 % nützen ein Privatzimmer, während 18 % der Besucher ein unentgeltliches Quartier bzw. ein Zweitwohnsitz zur Verfügung steht. Die wirtschaftliche Bedeutung der Festspiele wird vor allem durch das hohe Ausgabenniveau der Festspielbesucher dokumentiert. Fasst man die Aufwendungen für Beherbergung, Verpflegung, Verkehr, Einkäufe, Dienstleistungen und sonstige Ausgaben zusammen, ergibt sich die weit überdurchschnittliche Ausgabensumme von Euro 283,- pro auswärtigem Besucher und Tag. Dazu kommt noch der Kauf von Festspielkarten in der Höhe von durchschnittlich Euro 573,- pro Besucher. 2002 beliefen sich die durchschnittlichen Ausgaben noch auf rund Euro 222,-. Die Antworten zur Frage, inwieweit auch andere Festspiele besucht werden, belegt, dass es ein nicht unbeträchtliches Potenzial an mehrfach interessierten "Festspieltouristen" gibt, die ein bedeutendes Segment im Rahmen des Kulturtourismus bilden. So haben 70 % aller Befragten einen oder mehrere Festspielorte genannt. Alle diese quantitativen Wertschöpfungs-, Arbeitsplatz- und fiskalischen Effekte machen deutlich, dass die Festspiele für Salzburg auch eine wichtige Funktion bei der Gestaltung einer krisenfesten und wachstumsorientierten Wirtschaftsstruktur haben.

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