Gehen dem Tourismus die Arbeitskräfte aus?

Spannende Podiumsdiskussion über "Arbeitswelt Tourismus - ein Ausblick auf 2020" - Schenner: "Auch in Zukunft werden wir ausreichend Saisoniers brauchen"

Wien (TP/OTS) - "Die Tourismusbranche ist attraktiv. Wir müssen dies einer breiteren Öffentlichkeit bewusst machen und dazu auch die Lehrer und andere Motivatoren mit ins Boot holen. Wenn es uns gelingt, angesichts der Arbeitskräfteverknappung auch mehr Wiedereinsteiger und Ältere für die Branche zu gewinnen, dann sehe ich die Entwicklung optimistisch", erklärte der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ, Helmut Hinterleitner, Donnerstag Nachmittag in einem Podiumsgespräch zum Thema "Arbeitswelt Tourismus - Ein Ausblick auf das Jahr 2020" im Rahmen der Wirtschaftsgespräche des Europäischen Forums Alpbach. Im Mittelpunkt der Diskussionen dieses Arbeitskreises stand die Frage, ob es dem Tourismus gelingen werde, auch künftig auf ein ausreichendes Reservoir an Mitarbeitern zurückgreifen zu können.

Eine ausreichende Zahl an Saisoniers werde auch in Zukunft notwendig sein. Dies können durchaus auch Inländer sein, erklärte einleitend der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Hans Schenner. "Bei uns können Jugendliche einen Arbeitsplatz finden und eine spannende Karriere starten. Ich denke, das sollte auch von Seiten der Gewerkschaft positiv dargestellt und kommuniziert werden", meinte Schenner in Richtung des vida-Vorsitzenden Rudolf Kaske. Dieser konterte, dass es um die Rahmenbedingungen und Löhne gehe. "Wir müssen bei der Jugendausbildung investieren und uns fragen, warum die Branche bei Jugendlichen oft nicht die erste Wahl ist." Auch Kaske plädierte für die stärkere Einbindung von Wiedereinsteigern und Älteren.

Gerade die in den Tourismus- und Freizeitberufen notwendige - und von mancher Seite auch kritisierte - Flexibilität sei andrerseits für viele attraktiv, betonte der Obmann des Fachverbandes der Freizeitbetriebe in der WKÖ, Gerhard Span. "Wir stellen fest, dass immer mehr Leute auch am Abend und an Wochenenden arbeiten wollen. Bei uns wird Flexibilität gelebt", sagte der Sprecher der rund 18.500 Betriebe der heimischen Freizeitwirtschaft.

WIFO-Tourismusexperte Egon Smeral warnte vor einer Austrocknung des touristischen Arbeitsmarktes. Deshalb sollte man versuchen, durch geeignete Maßnahmen, wie etwa mehr Ganzjahresbetriebe und größere Einheiten, die Branche gegenüber anderen Sektoren konkurrenzfähiger zu machen und auf diese Weise Arbeitskräfte zu gewinnen: "Jede Branche steht heute in Konkurrenz zu anderen".

Am touristischen Arbeitsmarkt halten sich Angebot und Nachfrage derzeit die Waage, berichtete AMS-Vorstand Herbert Buchinger. Bei weiterer guter Entwicklung des Tourismus, wie sie beispielsweise Smeral erwartet, werde es jedoch zu einem Mitarbeitermangel kommen. Als Ausweg sieht Buchinger eine flexiblere Handhabung der Übergangsfristen gegenüber den neuen EU-Mitgliedern, kombiniert mit qualitativen Arbeitsmarktmaßnahmen, um Lohndumping vorzubeugen. "Es gibt hier durchaus parallele Interessen der Sozialpartner, diese Maßnahmen umzusetzen", hob Buchinger hervor. Österreichs touristischer Arbeitsmarkt werde auch im Jahr 2020 für Arbeitskräfte aus den Beitrittsländern noch genügend attraktiv sein. "Bürger dieser Länder sind sehr an unserem touristischen Know-how interessiert. Diese Schere wird bis 2020 nicht zugehen". Gelinge es zusätzlich, durch verstärkte Professionalisierung die Leute länger in der Branche zu halten, sei er durchaus optimistisch, "dass der Tourismus auch in Zukunft die Leute bekommen wird, die wir brauchen".

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