Seilbahnwirtschaft präsentiert Studie gegen Panikmache und Pauschalurteile

Wolf: "Klimawandel - Nichts neues für die Seilbahnwirtschaft" - Pröbstl: Schneehöhe nicht immer abhängig von Seehöhe

Wien (TP/OTS) - "Lokale Fakten statt pauschaler Urteile und
globaler Katastrophenmeldungen" lautet das Fazit einer aktuellen Studie zum Thema Klimawandel, die der Fachverband Seilbahnen in der WKÖ heute Mittwoch in einer Pressekonferenz vorstellte.

Vor allem niedrig gelegenen Skigebieten wurde in der bisherigen Klimadiskussion verbal bereits das "Aus" erklärt. Dabei wurden aber lokale Unterschiede, wie Kleinklima, Relief und Höhenstufen, nicht berücksichtigt und Klimadaten nicht regional angepasst. So sind beispielsweise in Schladming wegen der engen Talräume die Voraussetzungen für eine Beschneiung in tiefen Lagen oft besser als in Höhen über 1.000 Metern, erklärte die Autorin der Studie, Prof. Ulrike Pröbstl von der Universität für Bodenkultur (Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung). Das von Institut erhobene Temperaturszenario für den Raum Schladming zeige auf, dass bis 2030 Zeit besteht, um Anpassungen der touristischen Strukturen und Angebote vorzunehmen.

Da 70 Prozent der Wintersportler wegen des Skifahrens kommen, habe die Seilbahnwirtschaft schon vor Jahren auf den Klimawandel reagiert und intensiv in Beschneiung, Zusatzangebote und Komfort investiert, führte Fachverbandsgeschäftsführer Erik Wolf aus. Von 523 Millionen Euro an Investitionen für die laufende Saison entfallen 127 Millionen auf die Beschneiung. Damit können bereits 59 Prozent der österreichischen Pisten bei Bedarf beschneit werden. Die Investitionsprognosen für die Saison 2008/09 liegen, so Wolf, allein für die Beschneiung bei rund 300 Millionen Euro.

Trotz der Bemühungen der Seilbahnen, im Sommer ein zusätzliches Standbein aufzubauen, werden 93 Prozent des Branchenumsatzes im Winter erzielt. "Aus rein ökonomischer Sicht gibt es daher für uns mittelfristig gar keine Alternative zum alpinen Wintersport", sagte Wolf. Es seien leistungsfähige Beschneiungsanlagen erforderlich, die auch bei weniger "Schneitagen" eine Schneeproduktion ermöglichen. Die Anlagen selbst sind zunehmend energieeffizient. Während in den 80er Jahren für die Produktion eines Kubikmeters Schnee noch sieben Kilowattstunden verbraucht wurden, genügt heute eine Kilowattstunde.

Wie eine Befragung von 6.500 Skifahrern ergab, sind bereits 75 Prozent in Hinblick auf das Thema "Klimawandel" sensibilisiert, Das Skifahren sei jedoch nach wie vor die "Urlaubspräferenz Nummer 1", sagte Wolf. "Kaffeehausbesuch, Spaziergang, Wellness oder Fernsehen sind meist nur ein bis zwei Tage ein akzeptables Ersatzprogramm. Nach spätestens drei Tagen würde die Mehrzahl der Gäste den Urlaub abbrechen", ergänzte Pröbstl.

Albert Baier, Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen, plädierte für ein "ressourcenschonendes Schneemanagement". Das Klima verändere sich nur langsam. Deshalb sei es gut möglich, eine nachhaltige Unternehmenspolitik umzusetzen. Schladming begreife den Klimawandel als Chance und nicht als Belastung. Sie sei ein Anreiz, das touristische Produkt weiterzuentwickeln. "Schade ist, dass nur die schrillsten Propheten von Politik und Medien besonders gehört werden. Diese schaden dem Thema mehr, als sie nützen".

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