Berge, eine unverständliche Leidenschaft

Ausstellung des Alpenverein-Museums in der Hofburg Innsbruck

Innsbruck (TP/OTS) - Der Oesterreichische Alpenverein freut sich, Bestände des Alpenverein-Museums ab 30.11. in einer großen Sonderausstellung präsentieren zu können. In der Kaiserlichen Hofburg zu Innsbruck sind im Rahmen der Generalsanierung 700 m2 Ausstellungsfläche geschaffen worden, mit "Berge, eine unverständliche Leidenschaft" ist das Alpenverein-Museum für fünf Jahre erster Nutzer dieser Räume. Neben dieser Partnerschaft mit der Burghauptmann-schaft Österreich ermöglichen Land Tirol, Stadt Innsbruck, Innsbruck Tourismus sowie das Engagement von Tiroler Raiffeisenbanken und Uniqa das Ausstellungsprojekt.

"Die Räume der ehemaligen Erwachsenenbildung im Fronttrakt am Rennweg waren in der habsburgischen Vergangenheit immer Wohn- und Repräsentationsräume der Gouverneure und Statthalter von Innsbruck und somit sehr bedeutsam. So wurde dieser Bereich als Sonderfläche für Wechselausstellungen gewählt, dies auch wegen der attraktiven Raumfolge und Lage unterhalb der bestehenden Kaiserappartements. Die 2006 begonnene Generalsanierung des 1. OG. als Teil der Restaurierung der Schauräume ist nun abgeschlossen."
Burghauptmannschaft Österreich, Amtsdirektorin Waltraud Schreilechner

"Die Entwicklung des Tiroler und Innsbrucker Tourismus ist eng mit der Erschließung der Alpen verbunden. "Innsbruck. Die Hauptstadt der Alpen" - mit dieser Wortbildmarke wird vom Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer (Kurzbezeichnung Innsbruck Tourismus) weltweit geworben. Mit Erfolg, wie 2,2 Mio. Nächtigungen und über 4 Mio. Tagesbesucher in diesem Tourismusjahr (Zuwachs 3,2%) beweisen. Der Grund, dass so viele Gäste jährlich nach Innsbruck kommen, ist vor allem das Alleinstellungsmerkmal einer traditionsreichen Residenzstadt mit bedeutenden Bauwerken, die nicht nur unmittelbar an eine grandiose Bergwelt grenzt, sondern ein Teil dieser ist. So ergibt sich auch ein Naheverhältnis zum Oesterreichischen Alpenverein und seinen Einrichtungen. Die Eröffnung der Sonderausstellung des Alpenvereins-Museums in der Kaiserlichen Hofburg zu Innsbruck ist ein wichtiger Beitrag des Alpenvereins für die eigene Entwicklung, aber auch ein Beweis seiner großen Aufgaben und Leistungen. Sicherlich wird das für zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland ein besonderer Anziehungspunkt werden. "Vorsitzender des Tourismusverbandes Innsbruck und seine Feriendörfer Dr. Hubert Klingan

"Es ist für uns eine große Freude, den Alpenverein bzw. das Alpenverein-Museum bei diesem besonderen Projekt zu unterstützen. Die Tiroler Raiffeisenbanken sind traditionell unserem Land und den hier lebenden Menschen verbunden und übernehmen gerne Verantwortung für den Tiroler Lebensraum." Dr. Hannes Schmid, Sprecher des Vorstandes der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG

"UNIQA unterstützt als langjähriger Partner des Oesterreichischen Alpenvereins die Ausstellung "Berge, eine unverständliche Leidenschaft" und freut sich über das sehr gelungene Konzept dieser Ausstellung der Entwicklung des Berggehens und -steigens. Die Kaiserliche Hofburg in Innsbruck ist erstmals für eine Ausstellung derartiger Größe geöffnet. Wir sind überzeugt, dass die Gäste der Landeshauptstadt Innsbruck und die Bevölkerung in den kommenden Monaten eine hochkarätige Präsentation über die Dimensionen des Bergwanderns zu sehen bekommen."
Uniqa-Landesdirektor Helmut Krieghofer

DIE AUSSTELLUNG

"Berge, eine unverständliche Leidenschaft" widmet sich den vielen Dimensionen des Bergsteigens, das Körper, Geist und Seele wohl tut, aber auch über die Maßen in Anspruch nimmt. Gerade in der Kombination von Bewegungsdrang und Forschungstrieb muteten sich Menschen in der Geschichte des Alpinismus viel zu. Grundlage für die Aktivitäten in der Höhe war ein Umschlagen der Gebirgswahrnehmung. Der Berg, der immer als Unding gegolten hatte, wurde im späten 18. Jahrhundert interessant, reizvoll, schön. Die Kunst reagierte auf diese Wende und beförderte sie ihrerseits, die Wissenschaft zog mit, und der Alpintourismus ließ nicht lange auf sich warten. Bis heute ist die Imagologie des Bergsteigens geprägt von der Ambivalenz des Aufregenden.

Kuratoren-Duo

Die Ausstellung ist kuratiert von Philipp Felsch und Beat Gugger. Ihre beiden unterschiedlichen Zugänge als Wissenschaftshistoriker und Inszenierungskünstler spiegeln sich in der Präsentation, welche die Kunstsammlung des Alpenverein-Museums ergänzt mit Exponaten und Archivalien aus internationalen Häusern und Instituten. Eigens für die Ausstellung produzierte Ton- und Filminstallationen sowie Video-Interviews runden die Präsentation ab und positionieren das Bergsteigen in einer historisch begründeten Sonderstellung unter den Leidenschaften.

Zwölf Räume sind gestaltet von Ursula Gillmann und Matthias Schnegg. Der Weg - den auch eine spezielle Wanderkarte verzeichnet -führt vom "Imaginieren" zum "Erinnern", und unterwegs begegnen Geschichten von Erfolg und Scheitern. Verbunden sind diese Ge-schichten mit Namen wie jenen der Gebrüder Schlagintweit (Himalaja) oder des Horace Bénédict de Saussure (Mont Blanc). Schlaglichter auf die Geschicke des Bauernkartografen Peter Anich oder des Geologen Otto Ampferer verorten Regionales in größerem Rahmen. Nicht fehlen darf eine Persönlichkeit wie der Extrembergsteiger Hermann Buhl, der zum Inbegriff des Vexierbilds zwischen Triumph und Unglück geworden ist.

Das Sujet der Ausstellung (Ausstellungsgrafik: Kurt Höretzeder) greift eine Atemkurve auf - sie ist gute 100 Jahre alt: Solche Kurven fertigte der italienische Physiologe Angelo Mosso mit Probanden im Hochgebirge an, um anhand seiner Messungen das Phänomen der Ermüdung zu erforschen.

Zur Ausstellung erscheint ein Buch im Folio Verlag (Hg.: Ph. Felsch, B. Gugger, G. Rath).

Zur Eröffnung am 29.11., 18.00 spricht Karlheinz Töchterle, Rektor der Universität Innsbruck, als persönlich Natur- und Sportbegeisterter über sein Verständnis der Obsession Berge. Eine Kuratorenführung lässt die BesucherInnen mit Auskunft aus erster Hand in die Idee der Ausstellung vordringen.

Philipp Felsch forscht und lehrt als Wissenschaftshistoriker an der ETH. Seine Studie "Laborlandschaften. Physiologische Alpenreisen im 19. Jahrhundert" (Göttingen 2007) behandelt die Experimentalkultur der Jahrhundertwende am Beispiel der Hochgebirgs-untersuchungen von Angelo Mosso.

Beat Gugger hat in über vier Dutzend Ausstellungsprojekten (u.a.:
"Mit der Nase in die Berge", "Alpenglühen", "Jungfrau, Mönch & Eiger") immer wieder die Themen Heimat und Berge inszeniert, jüngst auch im Rahmen der DAV-Geschichtsausstellung "Aufwärts!" (Alpines Museum des DAV München, bis 23.3.).

arge gillmann schnegg entwickelt von Basel aus Ausstellungsarchitektur. Zu ihren Arbeiten zählen "Alltag, eine Gebrauchsanweisung" (Technisches Museum Wien) oder "Psychoanalyse. Sigmund Freud zum 150. Geburtstag" (Jüdisches Museum Berlin). Zeitgemäße AusstellungsgestalterInnen sind für Ursula Gillmann und Matthias Schnegg "nicht mehr nur Komplizen der Objekte, sondern Agenten der Besucher."

Monika Gärtner ist seit 1997 Leiterin des Alpenverein-Museums. Seither realisierte man unter anderem die Ausstellungen "Rundum Berge. Faltpanoramen oder Der Versuch alles sehen zu können" (2001) und "vertikal. Die Innsbrucker Nordkette. Eine Ausstellung in der Stadt" (2002), beide in Kooperation mit Rath & Winkler, Projekte für Museum und Bildung. 1997 erhielt das Alpenverein-Museum den Tiroler Museumspreis.

Bildmaterial: Download auf der Website des Alpenvereins unter www.alpenverein.at/leidenschaft

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