ÖHV-DESTINATIONSSTUDIE 2008 - Österreichs Destinationen im Wettbewerb

Beim ÖHV-Hotelierkongress 2008 in Innsbruck präsentiert die Österreichische Hoteliervereinigung die aktuelle ÖHV-Destinationsstudie.

Innsbruck (TP/OTS) - Ein großer Sonderteil behandelt die Auswirkungen des Klimawandels auf den österreichischen Tourismus: Wie verwundbar sind Österreichs Tourismusdestinationen?

Ankünfte, Nächtigungen, Auslastung in der Hotellerie und Beherbergungsumsatz: Diese Faktoren bestimmen den Erfolg einer Destination. Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) hat verglichen, wie sich die wichtigsten Wachstumsindikatoren in Österreichs Tourismusdestinationen von 2005 auf 2006 entwickelt haben und anhand dieser Erfolgsparameter folgendes Top Ten erstellt:

  • Stadt Salzburg und Umgebung
  • Wien
  • Zillertal
  • Thermenwelt Burgenland
  • Katschberg
  • Salzkammergut
  • Europasportregion Zell am See - Kaprun
  • Salzburger Sportwelt
  • Wienerwald
  • Obertauern

Die Besten

"Seit zehn Jahren präsentiert die ÖHV die Destinationsstudie, und heuer haben erstmals die beiden erstgereihten Destinationen einen Punktegleichstand: Ich gratuliere einerseits der Stadt Salzburg und Umgebung, und andererseits Wien! Wien hat in drei von vier Kategorien, bei der Steigerung der Ankünfte, der Nächtigungen und des Umsatzes, die höchstmögliche Punktezahl erreicht. Salzburg wiederum hat in allen vier Bereichen sehr gut abgeschnitten und konnte Wien dank der besseren Auslastungssteigerung noch einholen", erklärt ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn.

Die Einzelwertungen

Beim Wachstum der Ankünfte legten Wien, die Stadt Salzburg und Umgebung sowie das Salzkammergut am stärksten zu. Beim Wachstum der Nächtigungen sind neben Wien und Salzburg das Zillertal, die Region Wienerwald und die Thermenwelt Burgenland in den Top 5. Die größte Auslastungssteigerung verzeichnete die Region Katschberg mit einem Plus von 14,82 Prozentpunkten. Auf den Rängen folgen das Pitztal, die Region Mieminger Plateau und Fernpass Seen, die Wildschönau und die Thermenwelt Burgenland mit einem Wachstum um 6 bis 9 Prozentpunkte. Als "Umsatzkaiser" stellte sich abermals Wien heraus: Die Bundeshauptstadt erzielte 2006 Mehrumsätze in der Höhe von rund 27 Mio. Euro. Gleich dahinter rangiert Stadt Salzburg und Umgebung mit einem Zuwachs von 6,9 Mio. Euro. Das Salzkammergut (+ 4,6 Mio. Euro) sowie das Zillertal (+ 4,3 Mio. Euro) und die Skihochburg Arlberg (+ 4,2 Mio. Euro) vervollständigen die Top 5. "Salzburg und Wien liegen sowohl in den Einzelwertungen als auch im Gesamtranking immer auf Spitzenplätzen. Darin spiegeln sich erstens der allgemeine Boom im Städtetourismus, den wir schon seit Jahren verzeichnen, wie auch das starke Interesse und der gut funktionierende Verkauf von Sonderereignissen wie dem Mozartjahr 2006 und der Rad-WM wider. Darüber hinaus wirken sich die Erreichbarkeit mittels Low Cost Carriern sowie der Internationalisierungsgrad positiv aus", so Reisenzahn. Andere Destinationen könnten sich davon durchaus etwas abschauen.

Verwundbarer Wintertourismus

"Spezielles Augenmerk haben wir heuer auf den Wintertourismus gelegt, der aufgrund der überdurchschnittlichen Wertschöpfung für Österreichs Wirtschaft eine quantitativ besonders bedeutende Komponente darstellt", so Reisenzahn. Wie signifikant der Stellenwert des Wintertourismus in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen hat, zeigt sich an der Entwicklung der Nächtigungszahlen: Während die Winter-Nächtigungen seit der Saison 1996/97 bis zum Vorjahr um 21,6 % zugenommen haben, sind die Sommernächtigungen in diesem Zeitraum sogar zurückgegangen (um 0,5 %). Ein Blick auf die Verteilung der Beherbergungsbetriebe verdeutlicht den hohen Stellenwert des Wintertourismus: 30 % befinden sich in Winterdestinationen, 33 % in Destinationen mit Ganzjahressaison - und nur 10 % in klassischen Sommerurlaubsorten (Rest: Stadthotellerie und sonstige). Auf regionaler Ebene geht die hohe wirtschaftliche Bedeutung bis hin zur monostrukturellen Abhängigkeit. "Vor dem Hintergrund verschiedener Klimaszenarien war dies für uns Anlass genug, einen genaueren Blick darauf zu werfen, wie verwundbar Österreichs Destinationen im Hinblick auf klimatische Veränderungen sind: Wie verwundbar sind die Tourismusgemeinden in wirtschaftlicher Hinsicht? Wie flexibel sind sie? Diese Fragen haben uns veranlasst, einen genaueren Blick darauf zu werfen", erklärt Reisenzahn.

Wo die Gefahren liegen

In Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft Joanneum Research wurden zunächst getrennt nach Winter-, Sommer- und Ganzjahresgemeinden Clusteranalysen aller österreichischen Tourismusgemeinden durchgeführt. "Verwundbar sind Skigebiete, die stark von Winternächtigungen abhängig sind und einen hohen Anteil an Tourismus-Beschäftigten haben und zudem nicht hoch genug liegen, um auch in Zukunft "schneesicher" zu sein. Diese Analyse zeigt, wie wichtig gelebtes Destinationsmanagement für unsere Betriebe ist", so Reisenzahn. Viele dieser Gemeinden haben ihre Situation bereits jetzt durch den Zusammenschluss zu einer schlagkräftigen Destination reduziert. "Würden sie nach wie vor alleine agieren, würden viele Gemeinden heute viel schlechter dastehen", so Reisenzahn. Gleichzeitig zeigen etwa Schladming oder der Semmering auf, dass auch niedriger gelegene Skigebiete nicht bereits von vornherein das Aus erklärt werden kann: Dort haben tiefer gehende Analysen mit Einbindung lokaler Faktoren wie etwa des Kleinklimas, des Reliefs oder der Exposition deutlich aufgezeigt, dass etwa für eine effektive Beschneiung nicht die Höhenlage alleine entscheidend ist.

Gefahren und Chancen gleichermaßen erkennen

Verwundbar sind der Analyse zufolge etwa die Region Hochkönigs Bergreich, das Lammertal, das Pillerseetal, das Tannheimertal oder die Region Wildschönau. Aber auch der Bregenzerwald oder das Kleinwalsertal müssen der Studie zufolge durchaus als verwundbar angesehen werden. "Dort wird es Aufgabe der Destinationsmanager bzw. der regional verantwortlichen Akteure sein, mit geeigneten Maßnahmen wie etwa Beschneiung und der Attraktivierung der anderen Saisonen zu reagieren. Mit entsprechender Angebotsgestaltung kann man aus dieser Gefahr durchaus eine Chance machen", so Reisenzahn. Neben den Herausforderungen, die sich durch den Klimawandel vor allem für den Wintertourismus ergeben, gelte es durchaus auch auf die Chancen für den Sommertourismus - oft für ein- und dieselbe Gemeinde -hinzuweisen, so Reisenzahn.

Blick über die Grenzen

Der renommierte Destinationsmanagement-Experte Prof. Dr. Thomas Bieger und Dr. Pietro Beritelli zeigen am Beispiel der Schweiz auf, wie Tourismusgemeinden sich im zunehmenden Wettbewerb weiterhin am Markt behaupten können. Ausgehend von den wichtigsten Herausforderungen im Wettbewerb wie den Änderungen im Kundenverhalten, der Entwicklung neuer Distributionskanäle und Kommunikationstechnologien sowie dem Aufkommen neuer Kooperationsformen für touristische Produkte zeigen Bieger und Beritelli am Beispiel der Schweiz mögliche Entwicklungsszenarien für Tourismusorganisationen auf.

Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank stellte der ÖHV für die Erstellung der Destinationsstudie Bilanzdaten von Feriendestinationen zur Verfügung. Eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Hotellerie stellt der RevPAR (Logiserlöse unter Berücksichtigung von Auslastung und Preis) dar. In diesem Ranking führt der Arlberg mit einem RevPAR von 139,- Euro vor Paznaun (115,- Euro) und Achensee (85,- Euro). Der Branchendurchschnitt beträgt in Österreich in der 4-/5-Sterne-Hotellerie 71,- Euro.

ÖHV-Destinationsstudie "Österreichs Destinationen im Wettbewerb" Die ÖHV-Destinationsstudie 2008 unter dem Titel "Österreichs Destinationen im Wettbewerb" ermittelt die Top-Performer unter Österreichs Destinationen. Eine Destinationskarte veranschaulicht das Ergebnis. Ein in Kooperation mit Joanneum Research und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit erstellter Sonderteil zeigt erstmals auf, wie verwundbar Österreichs Wintertourismus ist: Darin wird dargestellt, welche Destinationen mit negativen Auswirkungen des Klimawandels rechnen müssen. Partner für die Ermittlung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen in der ÖHV-Destinationsstudie war die Österreichische Hotel- und Tourismusbank. Als Sponsor konnte abermals Prodinger GFB & Partner gewonnen werden.

Bestellung

ÖHV-Destinationsstudie und -karte 2008 der Österreichischen Hoteliervereinigung 212 Seiten, 16 Abbildungen, großer Tabellenteil mit Sonderteil "Wintertourismusbezogene Verwundbarkeit österreichischer Destinationen in Hinblick auf Klimaveränderungen" 65,- Euro exkl. USt.; Sonderkonditionen für ÖHV-Mitglieder
Tel.: 01/533 09 52;
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