Berg.Welten 2007 gehen an Urs Willmann: Nach den Schmerzen nun die Belohnung

Innsbruck (TP/OTS) - Urs Willmann heißt der Preisträger von Berg.Welten 2007. Der stellvertretende Leiter des Wissen-Ressorts von DIE ZEIT gewann mit seiner Schilderung über eine Extremwanderung die Stimmen der Jury, den Reisejournalismuspreis der Tirol Werbung und damit 5.000 Euro.

Als "perfekte Balance zwischen Schmerzen und Scherzen" bezeichnete die Jury den Text, der sich gegen mehr als 100 Einsendungen bei Berg.Welten 2007 durchsetzen konnte. "Das Glück liegt gleich hinter den Schmerzen" befand Willmann in seiner Schilderung einer 36-Stunden-Wanderung mit dem Südtiroler Bergsteiger Hans Kammerlander - ironisch, detailreich, vom Feinsten, kurz: ein Lesegenuss. So urteilt das Juryteam über den Artikel des 43-Jährigen.

Die Preisverleihung gestern Abend begann, thematisch perfekt abgestimmt, in der Ausstellung "Berge - eine unverständliche Leidenschaft". Die Lesung des Preisträgertextes fand in dieser Alpenvereins-Schau statt, die sich ebenfalls mit den Bergen im Spiegel der jeweiligen Epochen beschäftigt. Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol Werbung, war anlässlich der sechsten Auflage dieses im deutschsprachigen Raum einzigartigen Reisejournalismuspreises überzeugt, "dass wir mit Berg.Welten einen ausgesprochen interessanten Beitrag zum Bergbefund der Gegenwart liefern. Berge werden inszeniert, mythologisiert, erobert oder auch dämonisiert."

Die Reiseberichte in den Medien, so Margreiter, lieferten ein getreues Abbild des jeweils aktuellen Berg-"Themas", deshalb "ist der Reisejournalismuspreis für die Tirol Werbung ein wichtiger Seismograph für die tägliche Arbeit." Auch die Shortlist von Berg.Welten 2007 birgt thematisch Aktuelles: "Im Frühtau zu Berge" könnte man auch mit "Kein Schnee in Kitzbühel" überschreiben, denn in diesem Focus-Artikel berichtet Wolfgang Bauer vom letzten schneearmen Winter im Tiroler Skiort und dessen Auswirkungen auf Arbeitskräfte und Unternehmer. Als "beispielhaften Expeditionsjournalismus" lobt die Jury Lars Abromeits "Der heißkalte Riese", eine GEO-Reportage zu einem Vulkan in der Antarktis und einem internationalen Forscherteam. Und Tom Dauers "Gefährliche Liebschaften" ist nicht nur eine Reise ins Elbsandsteingebirge bei Dresden, sondern auch in die DDR-Vergangenheit des Klettersports, während Tobias Rüther in "Klinik unter Palmen" literarische Spurensuche in Davos betreibt. Nicht Thomas Manns "Zauberberg", sondern überraschenderweise R.L. Stevenson’s "Schatzinsel" hat (auch) Schweizer Wurzeln.

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