Tourismusbetriebe durch stark gestiegene Kosten unter Druck

Schenner: Hotel- und Gastgewerbe überproportional von jüngsten Teuerungen betroffen - Kostensteigerungen im Jänner 08 bis zu 20 Prozent

Wien (TP/OTS) - Die besonders in jüngster Zeit stark gestiegenen Kosten belasten die Tourismusbetriebe schwer. Wie die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ anhand einer von ihr beim Institut für höhere Studien (IHS) in Auftrag gegebene Studie zur Entwicklung der Preis- und Kostenindices im Tourismus feststellt, sind die Preise für touristische Leistungen (Übernachtung, Speisen, Getränke, usw.) seit 2005 bis 2007 im Durchschnitt um 4,9 Prozent gestiegen. Die Betriebe wurden im selben Zeitraum durch eine überproportionale Preissteigerung von durchschnittlich plus 7,1 Prozent (gewichtet gemäß dem Tourismus-Warenkorb) belastet, erklärte der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, KommR Hans Schenner, heute, Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz.

Angesichts der seitens der Gewerkschaft geforderten Lohnerhöhungen im Hotel- und Gastgewerbe weist der Sprecher der Tourismuswirtschaft darauf hin, dass die Arbeitsentgelte ebenso wie die Arbeitnehmerkosten zwischen 2005 und 2007 um 5,6 Prozent gestiegen sind und damit ebenfalls über der Indexentwicklung der Preise für touristische Leistungen liegen.

Betrachtet man die Werte im Jänner 08, sind die Unterschiede zwischen Kosten und erzielten Preisen im Hotel- und Gastgewerbe noch größer geworden. Während die Preise im Vergleich zu 2005 um 7,3 Prozent stiegen, erhöhte sich im selben Zeitraum der Gesamtkostenindex der Vorleistung plus Investitionen um 11,9 Prozent. Der Index aus den 4 wichtigsten Teilindices (Landwirtschaft, Nahrungsmittel und Getränke; Sonstige Dienstleistungen; Bauarbeiten; Heizkosten) schnellte gar um 15,67 Prozent nach oben.

Basis der Berechnung der Kostensteigerungen ist der touristische Warenkorb, der von Bekleidung bis Bauarbeiten reicht. Dabei bezieht das Hotel- und Gastgewerbe beinahe drei Viertel seiner Inputs (etwa 74%) aus den genannten vier Teilbereichen, die sich allesamt durch überdurchschnittliche Kostensteigerungen auszeichnen. "Wenn man sich nun die wichtigsten Teilindices des touristischen Warenkorb im Detail anschaut, ist es bis Jänner 2008 teilweise sogar zu Preissteigerungen über 20 Prozent (Heizkosten) gekommen", so Österreichs oberster Touristiker.

Man dürfe auch nicht außer Acht lassen, dass eine von laufenden Investitionen abhängige Branche wie der Tourismus von Zinssteigerungen (plus 1,5 Prozentpunkte seit 2005) besonders hart getroffen wird. Plus 1 Prozentpunkt bei den Kreditzinsen kostet beispielsweise die heimische Hotellerie rund 100 Millionen Euro pro Jahr.

Für die bevorstehenden Kollektivvertrags-Verhandlungen weist Schenner darauf hin, dass mit einer Lohnerhöhung von 1,61 Prozent das Niveau zu den gestiegenen Preisen hergestellt sei. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir bei 1,61 Prozent abschließen werden, denn auch unsere Mitarbeiter haben sich eine Lohnerhöhung verdient. Aber realistischerweise ist es doch notwendig, die anstehenden Kollektivvertrags-Verhandlungen im Lichte dieser aktuellen Entwicklung zu betrachten. Der Tourismus tut allgemein sehr viel für die Beschäftigung", so Schenner abschließend, wobei er auf den jüngsten Arbeitsplatzrekord im Hotel- und Gastgewerbe im Jänner 2008 verwies: 183.235 Beschäftigte, das ist ein Plus von 2,12 Prozent gegenüber Jänner 2007. (hp)

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131320 Mär 08

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