Massive Kritik aus der Hotellerie an der Anmeldung vor Dienstantritt

ÖHV fordert praktikable Lösung

Wien (OTS) - Für massive Kritik aus der Hotellerie sorgt die absolut praxisfremde Regelung der Anmeldung von fallweise Beschäftigten vor Dienstantritt. Seit Jahresbeginn erschwert die bürokratische Abwicklung die Organisation von Caterings und Events massiv. Vorbild könnte die Regelung für Filmstatisten sein.

Als absolut unpraktikabel erweist sich die seit Jahresbeginn gültige Regelung zur Anmeldung von fallweise Beschäftigten vor Dienstantritt. Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) setzt sich für die Hoteliers, die etwa im Rahmen von Caterings oder bei der Betreuung von Events immer wieder Aushilfskräfte beschäftigen, ein. Eine vorzeitige Anmeldung ist in diesem Fall nicht möglich und deshalb stehen die Arbeitgeber unverschuldet mit einem Bein im Kriminal. "Wir brauchen zur reibungslosen Abwicklung von Caterings immer wieder eine größere Anzahl von Mitarbeitern, die nur kurzfristig zur Verfügung stehen. Die Krux daran ist, dass wir diese Mitarbeiter dennoch jedes Mal bei der Gebietskrankenkasse an- und abmelden müssen. Dieser organisatorische Mehraufwand schlägt sich mit unverhältnismäßig hohen Kosten zu Buche", erklärt Dieter Fenz, General Manager des Vienna Marriott Hotel. Die Mehrkosten in der Lohnverrechnung betragen 6760,- Euro pro Jahr, im Restaurant 2340,-Euro pro Jahr und bei Banketten 6240,- Euro pro Jahr. In Summe sind dies unnötige Mehrkosten in der Höhe von 15.340,- Euro.

ÖHV fordert unbürokratische Lösung für die Hotellerie

In der Praxis kooperieren Hoteliers in diesem Bereich oft mit Studenten von Tourismusschulen. Davon profitieren beide Seiten: Die Studenten bekommen Praxis und verdienen sich etwas zum Taschengeld dazu, die Hotels profitieren von flexibel einsetzbaren, motivierten Mitarbeitern. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass bereits angemeldete Mitarbeiter kurzfristig entfallen. Ersatz sei meist schnell gefunden: "Das ist nicht das Problem, das machen sich die jungen Leute meisten ganz hervorragend untereinander aus: Ein, zwei Telefonate und schon ist der Studienkollege da", erklärt ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn. Probleme schaffe der Branche in dem ansonsten so unproblematischen Umfeld lediglich die Bürokratie: "Wer die Praxis kennt, weiß, dass die vorgeschriebene Anmeldung vor Dienstantritt in einem solchen Fall schwierig zu handhaben ist. Die Personalbüros sind zu den Beginnzeiten der Caterings schlicht nicht mehr besetzt. Hier brauchen wir eine für die Hotellerie praktikable Lösung für Caterings außer Haus", verweist Reisenzahn auf einen für die Filmindustrie ausverhandelten Kompromiss für Statisten. Diese werden von den Dienstgebern namentlich erfasst und für einen definierten Zeitraum vorab provisorisch angemeldet. Eine exakte Aufstellung der eingesetzten Mitarbeiter je Drehtag erfolgt erst im Nachhinein. Eine ähnliche Regelung sei auch für die Hotellerie notwendig, da bei Caterings außer Haus der Teilnehmerstand oft selbst am Tag der Veranstaltung noch nicht bekannt sei. Die ÖHV hat sich mit dem Vorschlag, eine begründete Sonderregelung auch für die Hotellerie zu erstellen, an Sozialminister Dr. Erwin Buchinger gewandt. "Wenn es schon Ausnahmen gibt, warum nicht auch für Hotellerie und Gastronomie?", so Reisenzahn.

Bis zur EM muss die Lösung stehen

"In vielen Hotels hat sich das Veranstaltungsservice als fixer Bestandteil der Markenstrategie etabliert. Das Service dieser Art ist heute ein Wettbewerbsfaktor, mit dem nicht zuletzt auch ein Teil der hohen Investitionen und Fixkosten für das Equipment und die Mitarbeiter im F&B-Bereich wieder hereingeholt werden kann", verweist Reisenzahn auf den hohen Stellenwert dieser Dienstleistungsbereiche. Allein durch die Fußball-EM könnten bis zu 11.000 neue Arbeitsplätze entstehen, davon alleine davon mindestens 4.000 auf Hilfskräfte in der Küche und im Gastronomie-Service, so das AMS: "Hier wird in Jahres-Vollzeitäquivalenten gerechnet - ein Gutteil davon werden aber genau solche kurzfristigen Jobs im F&B- und Event-Bereich ausmachen. Um die EM reibungslos abwickeln zu können, brauchen wir dringend eine bessere Regelung", so Reisenzahn.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie (höchster Mitgliederstand seit der Gründung). Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. In der 4- bzw. 5-Sterne-Hotellerie deckt die ÖHV etwa 53 % der Bettenkapazitäten ab. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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