ÖHV: Ohne Kellner geht im Service gar nichts!

Um Fachkräfte ausbilden zu können, sind Fachkräfte notwendig!

Wien (TP/OTS) - Für 15 neue Berufe soll sich demnächst der heimische Arbeitsmarkt öffnen. Unbedingt dabei sein müssen die Kellner, so die ÖHV.

Eine überaus erfreuliche Situation konstatieren die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Peter Peer und Sepp Schellhorn: "6,6 Prozent mehr Nächtigungen im vergangenen Winter haben selbst die positivsten Erwartungen übertroffen. Nach der EM soll diese Entwicklung so weitergehen, wenn man den Prognosen Glauben schenken darf", so Schellhorn. Diese erfreuliche Entwicklung werde von der Branche mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet: "Jede Nächtigung bedeutet Mehrarbeit, dafür brauchen die Betriebe aber Mitarbeiter. Das Bevölkerungswachstum kann mit dem Erfolg unserer Tourismusbetriebe nicht Schritt halten. Die Arbeitsmarktöffnung speziell für den Jobmotor und Devisenbringer Tourismus ist als Bestandteil einer verantwortungsvollen Politik unumgänglich", erklärt Peer.

Wer Fachkräfte ausbilden will, braucht Fachkräfte als Ausbilder Schon demnächst soll der Arbeitsmarkt für 15 weitere Berufsgruppen geöffnet werden. Für Unverständnis in der Branche sorgt, dass Informationen aus dem Wirtschaftsministerium zufolge Kellner wieder nicht dabei sein sollen. Denn selbst Top-Betriebe mit hervorragenden Arbeitsbedingungen und besten Karrierechancen haben zunehmend Schwierigkeiten bei der Mitarbeitersuche. "Der Tourismus ist der Jobmotor und Devisenbringer der heimischen Wirtschaft schlechthin. Die Bedürfnisse eines so wichtigen Wirtschaftszweiges dürfen nicht ungehört bleiben, die Interessen unserer Betriebe müssen gegenüber der Gewerkschaft optimal vertreten werden. Alles andere würde sich mittelfristig rächen", warnt Schellhorn vor den Folgen einer kurzfristig angelegten Arbeitsmarktpolitik: "Die Gewerkschaft fordert Fachkräfte-Ausbildung vor Fachkräfte-Zuzug: Aber wer bitte soll denn Lehrlinge ausbilden, wenn die Fachkräfte jetzt für Hilfstätigkeiten eingesetzt werden müssen?"

ÖHV: Ausbilden und Arbeitsmarkt öffnen zugleich

Die ÖHV-Betriebe bekennen sich zur Qualifikation, dem Mitarbeitermangel ist damit allein aber nicht beizukommen: "Die ÖHV engagiert sich aus Überzeugung bei der Mitarbeiterausbildung, das zeigt unsere Lehrlingsakademie genauso wie unsere Initiative zur Ausbildung von Asylberechtigten und vieles mehr. Aber das alleine bringt uns auch nicht mehr Abwäscher oder Aushilfskellner. Nicht nur die Qualität der Mitarbeiter ist ausschlaggebend, wir dürfen auch die Quantität als maßgeblichen Faktor nicht außer Acht lassen", so Peer.

ÖHV: Arbeitsmarktöffnung für Hilfskräfte in Tourismusbetrieben vorziehen!

Die nächste Herausforderung für die Arbeitnehmervertreter in den Gesprächen zur Arbeitsmarktöffnung werde sein, die Öffnung des Arbeitsmarktes für Hilfskräfte im Tourismus vorzuziehen: 2011 sei zu spät. 37 Prozent der Mitarbeiter in der Branche seien Hilfskräfte. Nachdem die Zahl der Arbeitslosen seit Jahren sinkt und eine WIFO-Studie belegt, dass gerade einmal zehn Prozent der gemeldeten Arbeitslosen tatsächlich vermittelbar sind, sei dieser Schritt als Bestandteil einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik unumgänglich, so Peer.

Mindestlohn-Vorreiter ÖHV

Während Mindestlöhne in anderen Branchen erst diskutiert werden, hat die Tourismuswirtschaft diese als eine der ersten Branchen schon vor Jahren umgesetzt. Heute liegt dieser schon bei rund 1.100,- Euro, deutlich über den für andere Branchen geforderten 1.000,- Euro. "Auch wenn die Gewerkschaft ihre eigenen Erfolge immer wieder schlecht redet: Wie attraktiv unsere Branche ist, zeigt das Interesse der Jobsuchenden aus unseren Nachbarländern - von denen viele nicht bei uns arbeiten dürfen, weil die Solidarität der Gewerkschaft an historischen Grenzen Halt macht", kritisiert Schellhorn.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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Parallel zur Auslastung steigt auch der Personalbedarf in der Hotellerie stark an.
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Peter Peer, ÖHV-Präsident (Stadthotellerie)
Novotel, Mercure und Suitehotel Österreich, Wien
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Sepp Schellhorn, ÖHV-Präsident (Ferienhotellerie)
Hotel "Der Seehof", Goldegg
Tel.: +43 (0)6415 8137
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