ÖHV: Jetzt ist eine langfristig angelegte Wachstumsstrategie für die AUA gefragt

Zukunft der Airline für viele Branchen entscheidend

Wien (TP/OTS) - Das weitere Schicksal der AUA wird viel weiter reichende Folgen haben als derzeit diskutiert. Die Auswirkungen auf die Tourismuswirtschaft werden aus der aktuellen Diskussion ausgeblendet. Mit der Lufthansa ist Kontakt aufzunehmen, eine AUA-Beteiligung am Flughafen ist indiskutabel.

Wurden im Jahr 2000 am Vienna International Airport 11,9 Mio. Passagiere abgefertigt, sollen es 2015 fast 30 Mio. sein. "Von einer solchen Performance können andere nur träumen. Und genau darin liegt die Chance der AUA: Wir müssen diese Aufbruchsstimmung nützen, um die Zukunft der Airline zu sichern. Denn eines ist klar: Davon hängt das Schicksal vieler Unternehmen und Arbeitsplätze ab", erklären die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Peter Peer und Sepp Schellhorn. 60 % der ausländischen Gäste kommen per Flugzeug nach Wien. Wurden im Jahr 2000 noch knapp 7,7 Mio. Nächtigungen verzeichnet, dürfte schon heuer die Zehn-Millionen-Marke überschritten werden. In den Märkten, die besonders stark von optimalen Flugverbindungen profitieren, entwickelt sich Wiens Tourismus hervorragend: Der Kongress- und Businessbereich ist ein absolutes Stärkefeld Wiens, der Erfolg Wiens bei Ferien- und Sightseeing-Gästen ist auch enorm.

ÖHV: Nachhaltige Wachstumsstrategie gefragt

Die Boston Consulting Group soll derzeit im Auftrag der ÖIAG überprüfen, wie die AUA weitergeführt werden kann. Im Vordergrund müsse dabei stehen, eine nachhaltige Wachstumsstrategie etablieren zu können. "Die Branche erwirtschaftet 5,9 % des BIP und beschäftigt 7,8 % der unselbständig Erwerbstätigen, dazu kommen noch Ausgaben in Handel, Gastronomie, Kultur und Transportbetrieben in Wien und Umgebung sowie die Steuereinnahmen daraus", verweist Peer auf den hohen Stellenwert des Tourismus für die Gesamtwirtschaft.

Neue Struktur muss der Konkurrenz Spielraum lassen

Gleichzeitig sei der Einfluss auf das direkte Umfeld der noch teilverstaatlichten Airline zu beachten: "Die Konkurrenz der AUA ist von der Entwicklung dieses Big Players direkt betroffen", so Schellhorn. Bisher fanden die Low Cost Carrier unter den Flügeln des großen Kollegen eine Nische, in der sie sich gut entwickeln konnten. Das zeigt ein Blick auf deren Passagierzahlen: Diese explodierten am Vienna International Airport von knapp 65.000 im Jahr 2002 auf über 3,5 Mio. im Vorjahr. "Das sind wichtige Gäste und zahlungskräftige Kunden. Deren bevorzugtes Transportmittel darf nicht unter die Räder der Fusion geraten", so Schellhorn.

ÖHV: Wachstumsstrategie verfolgen!

Die ÖHV begrüßt, dass unterschiedliche Vorgangsweisen untersucht werden. Nur das könne zeigen, ob die Synergien bei Treibstoffbeschaffung und Flotten-Management irgendwie übertroffen werden können. Jedenfalls sei eine Wachstumsstrategie zu verfolgen, so Peer: "Ein strategischer Partner, der wachsen kann und will, baut die Destination Wien aus. Auf ein prognostiziertes Wachstum von 50 % in 7 Jahren verzichtet niemand. Wichtig wäre freilich, das Headquarter in Wien und die Marke AUA erhalten zu können", so Peer. Auf Unverständnis stößt, dass mit der Lufthansa immer noch kein Kontakt aufgenommen wurde.

AUA-Beteiligung am Flughafen wird abgelehnt

Die Aussagen von AUA-Betriebsrat Junghans zum möglichen Lufthansa-Einstieg widersprechen den Gegebenheiten: Bei der SWISS-Übernahme habe die Lufthansa gezeigt, dass sie eine gut eingeführte Marke selbst nach einem Konkurs weiterführt. "Das heißt aber nicht, dass wir selbst auch so weit gehen müssen! Diesen unnötigen und teuren Zwischenschritt sollten wir uns ersparen. Der kostet viele Arbeitsplätze", so Schellhorn. Junghans´ Vorschlag, dass sich die AUA am Vienna International Airport beteiligen soll, wird abgelehnt: "Es wäre bedenklich, wenn der größte Player am Markt mitbestimmen könnte, ob und unter welchen Umständen seine Konkurrenz landen darf", so Schellhorn.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

Das ÖHV-Positionspapier zur Austrian Airline Group finden Sie hier zum Download:
http://www.tourismuspresse.at/redirect.php?oehv7

Weitere Pressemeldungen und Infos finden Sie unter www.oehv.at

Rückfragen & Kontakt:

Peter Peer, ÖHV-Präsident (Stadthotellerie)
Novotel, Mercure und Suitehotel Österreich, Wien
Tel.: 01 / 599 01-550

Sepp Schellhorn, ÖHV-Präsident (Ferienhotellerie)
Hotel "Der Seehof", Goldegg
Tel.: 06415 / 8137

*** TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT ***

TPT0002 2008-06-20/09:57

200957 Jun 08

Österreichische Hoteliervereinigung
Hofburg, 1010 Wien
office@oehv.at
www.oehv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TMP0002