Bärensuche im Wildgerlostal erfolgreich!

Matrei (TP/OTS) - Vom 11. - 13. Juli fand im Wildgerlostal - im Salzburger Anteil des Nationalparks Hohe Tauern - der zweite Tag der Artenvielfalt statt. Über 60 Wissenschafter aus Österreich, Deutschland und Slowenien durchkämmten im Wildgerlostal die Höhenstufen von 1.400 bis 3.300 m Seehöhe und wurden vom Artenreichtum überrascht. Über 1.100 Arten wurden klassifiziert -bisher waren aus dem Tal 380 Arten bekannt. Auch der weltbekannte Engadiner Bär konnte erstmals nachgewiesen werden. Mit den Erhebungsergebnissen aus Salzburg kann schon bestätigt werden, dass im Nationalpark Hohe Tauern das komplette Spektrum der alpinen Arten vertreten. Für die Erhaltung dieser Arten ist es ist vor allem wichtig, dass es in den Hohen Tauern große, gut funktionierende und daher selbständig überlebensfähige Populationen gibt.

Im Rahmen der Erhebungen wurden verschiedenste Fachbereiche abgedeckt: Gefäßpflanzen, Flechten, Moose, Pilze, Libellen, Steinfliegen, Heuschrecken, Wanzen, Schmetterlinge, Köcherfliegen, Fliegen, Hautflügler, Käfer, Spinnentiere, Amphibien und Reptilien, Vögel und Säugetiere. In diesen Gruppen konnten insgesamt 1.100 Arten bestimmt werden. Die neu gewonnenen Daten werden in den nächsten Tagen noch konkreter ausgewertet und im Biodiversitätsarchiv des Nationalparks Hohe Tauern gesammelt. "Man darf sich gerade in einem Nationalpark Antworten darauf erwarten, wie sich die Biodiversität -gerade in Zeiten globaler Veränderungen des Klimas - entwickelt. Eine umfangreiche Biodiversitätsdatenbank ist deshalb eine der wesentlichen Säulen wissenschaftlichen Gebietsmonitorings im Nationalpark", so Nationalparkdirektor von Salzburg, DI Wolfgang Urban.

Alleine bei den Schmetterlingen konnten an die 250 Arten nachgewiesen werden. Als Highlightfunde in diesem Bereich können der Engadiner Bär und der Hochmoorgelbling bezeichnet werden. Schon im Jahre 1850 erzielte der Engadiner Bär astronomische Sammlerpreise (zum Teil mehrere Monatsgehälter). Sein Verbreitungsgebiet in Europa nach Osten endet im Nationalpark Hohe Tauern. Erst in Zentralasien trifft man den Gaukler wieder an. Wie so ein Verbreitungsmuster zustande kommt, darüber rätselt die Wissenschaft noch heute. Es wird vermutet, dass der Engadinger Bär bereits vor der Eiszeit in den Alpen heimisch war, während der Eiszeit nur in kleinen Habitanseln überlebt hat und dadurch diese enorme Verbreitungslücke zustande kam.

Der Hochmoorgelbling ist ein weiterer Neufund im Wildgerlostal. Da es im Alpenvorland so gut wie keine (Hoch)moore mehr gibt, ist der Falter dort großflächig ausgestorben. "Im Nationalpark Hohe Tauern hat der Hochmoorgelbling eines der letzten, wichtigen, großflächigen Rückzugsgebiete gefunden", ist sich Dr. Peter Huemer, vom Tiroler Landesmuseum, sicher.

Ebenfalls konnte der Bestand der Blütenpflanzen deutlich besser erhoben werden. Bisher waren im Wildgerlostal 273 Arten bekannt -nach dem Tag der Artenvielfalt sind es im 403 Pflanzenarten. "Man sieht, wenn einige Fachleute auch nur an eineinhalb Tagen ein Gebiet untersuchen, können wir eine erstaunliche Vielfalt an Pflanzen und Tierarten nachweisen", so Dr. Robert Lindner, vom Haus der Natur in Salzburg.

Der zweite Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern war wiederum ein voller Erfolg. Gerade in den Hohen Tauern gibt es ein Meer an Artenvielfalt, wie man sie sonst oftmals nur im Regenwald finden kann. Angesprochen auf die Folgen der Klimaerwärmung können die Wissenschafter - aufgrund bisherige äußerst mangelhafter Aufzeichnungen - noch keine Aussagen machen. Dies wird sich aber im Zuge der Biodiversitätsdatenbank und der weiter folgenden 'Tage der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern' (2009 in Kärnten) in einigen Jahren ändern.

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