Hotel- und Gastgewerbe: Schutzbestimmungen für Lehrlinge häufig missachtet

vida: Trotz Überstundenverbots muss Großteil regelmäßig Überstunden leisten

Wien (TP/OTS) - Die vida-Jugend hat eine österreichweite Umfrage über die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen der Lehrlinge im Hotel-und Gastgewerbe durchgeführt. Die Umfrageergebnisse sind alarmierend:
"Die Missachtung der Lehrlingsrechte ist weit verbreitet. Nur von einzelnen 'schwarzen Schafen' unter den Betrieben zu sprechen, würde der Situation nicht gerecht. Die gesamte Branche ist zu einem Umdenken aufgefordert", sagt vida-Jugendsekretär Henri Schreiber. Er präsentiert die Umfrageergebnisse heute Nachmittag im Rahmen des Arbeitskreises "Wer will im Tourismus arbeiten?" in Alpbach.

Für die Umfrage angeschrieben wurden von der vida-Jugend alle Lehrlinge im Geltungsbereich des Kollektivvertrags für das Hotel- und Gastgewerbe. Insgesamt 2.510 Personen nahmen an der Befragung teil. Dabei gaben 75 Prozent der Lehrlinge unter 18 Jahren an, jeden Monat Überstunden zu leisten, obwohl das laut Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz verboten ist. Auch die Abend- und Nachtruhe wird oft missachtet. Bereits bei den unter 16-Jährigen muss beinahe ein Drittel fallweise länger als bis 23 Uhr arbeiten. Laut Gesetz ist für diese Altersgruppe maximal ein Einsatz bis 20 Uhr erlaubt.

Weibliche Lehrlinge als "Mädchen für alles" eingesetzt

Weibliche Lehrlinge werden besonders häufig für berufsfremde Hilfstätigkeiten eingesetzt. "Sie werden wortwörtlich als 'Mädchen für alles' eingesetzt, vom Blumen Gießen bis zum Fenster Putzen", kritisiert Schreiber Nur 27 Prozent der weiblichen Lehrlinge gaben an, dass dies nie der Fall sei, gegenüber 37 Prozent bei den Burschen. Schon als Lehrlinge liegen Männer dagegen bei den Überstunden voran, ebenso bei der Sonntagsarbeit. Die Höhe der Lehrlingsentschädigung beurteilen beinah zwei Drittel als nicht ausreichend.

Nur Minderheit möchte nach der Lehre im Betrieb bleiben

"Angesichts derartiger Rahmenbedingungen verwundert es nicht, dass die meisten jungen Leute nach der Lehre wechseln wollen", zitiert Schreiber ein weiteres Umfrageergebnis. 62 Prozent wollen nach der Lehre bei einem anderen Betrieb anfangen, weitere 16 Prozent wollen gar die Branche verlassen. "Wer will, dass die jungen Menschen nach ihrer Ausbildung der Tourismusbranche erhalten bleiben, muss sie von Beginn an gut behandeln. Die Missachtung von Lehrlingsrechten ist kein Kavaliersdelikt, sie ist mit Schuld an der mangelnden Attraktivität der Branche", so Schreiber. Die vida-Jugend fordert die rigorose Einhaltung der Bestimmungen, die im Kollektivvertrag und im Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz zum Schutz der Lehrlinge verankert sind. Auch häufigere Kontrollen des Arbeitsinspektorats seien nötig, so der vida-Jugendsekretär abschließend.

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