EU-Kommissar Spidla bestätigt ÖHV: Arbeitsmarkt im Tourismus öffnen!

ÖHV trifft EU-Kommissar: Steigende Nachfrage im Tourismus kann nur mit mehr Mitarbeitern bewältigt werden

Wien (TP/OTS) - Der Jobmotor Tourismus kann nur mit ausreichend Mitarbeitern am Laufen gehalten werden. Das hielt EU-Arbeitsmarktkommissar Spidla beim Gipfelgespräch mit der ÖHV fest.

Österreichs Tourismus steht unter Druck: Zwar steigen die Nächtigungen, doch Mitarbeiter, die die Gäste betreuen, fehlen. Die Öffnung des Arbeitsmarktes wäre dringend nötig - und zwar spätestens am 1. Mai 2009. Doch die Sozialpartner verhindern das. "Die bisherige Arbeitsmarktpolitik hat den Tourismusbetrieben massiv geschadet. Hoteliers müssen überlegen, ihre Leistungen zu reduzieren. Das vertreibt Gäste, vernichtet Arbeitsplätze und Wertschöpfung", erklären die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Peter Peer und Sepp Schellhorn, nach einem exklusiven Arbeitsgipfel mit EU-Kommissar Vladimir Spidla.

EU-Kommissar bestätigt ÖHV-Linie

"EU-Kommissar Spidla ist zu 100 % auf unserer Linie", erklären Peer und Schellhorn. Um die Blockade-Politik der Sozialpartner zu prolongieren, müsse Österreich gravierende Störungen oder die berechtigte Gefahr derartiger Störungen auf dem Arbeitsmarkt aufzeigen. Spidla zeigte sich diesbezüglich skeptisch: Davon sei nichts zu bemerken. "Die Arbeitsmarktpolitik soll Störungen des Arbeitsmarktes verhindern, stattdessen erzeugt sie selbst welche:
Ohne Arbeitsmarktsperre hätten wir im Tourismus kein Problem", so Schellhorn.

Sozialpartner-Blockade aufbrechen

Spidla verwies im Gespräch auf den wahren Kern des Problems: die Blockadepolitik der Sozialpartner. "Spidla hat festgehalten, wie wichtig es wäre, die Sozialpartner auf den richtigen Kurs zu bringen. Aber hier fruchten keine Argumente", so Peer. Die von der ÖHV ausgearbeitete Analyse der Arbeitsmarktsituation in Österreichs Tourismus hat Spidla überzeugt. "Wir zeigen Fakten auf. Für Panikmache à la Gewerkschaft ist in einer ernst zu nehmenden Diskussion kein Platz", so Schellhorn. Eine einfache Zeitreihe (siehe Link) zeigt die Krisenresistenz der Branche allen Unkenrufen der Gewerkschaft zum Trotz: Die Nächtigungen in Österreich stiegen auch rund um schwere Krisen wie das Platzen der IT-Blase, 9/11, SARS und Vogelgrippe. Damit verbunden war ein starker Anstieg der Arbeitsplätze im Tourismus.

ÖHV über WKÖ-Resolution erfreut

Erfreulich sei die Resolution der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKÖ, die der ÖHV-Forderung nach der Arbeitsmarktöffnung aus dem Jahr 2004 entspricht. Die Öffnung müsse auch zentrales Thema beim Sozialpartner-Dialog in Bad Ischl sein:
"Wer einen Dialog führen will, darf sich nicht die Ohren zuhalten, wenn Unternehmer ihre berechtigten Nöte klagen - schon gar nicht als gesetzlich verpflichtete Interessenvertretung. Es wäre grob fahrlässig, Bad Ischl aus dem europäischen Kontext auszuklammern", kritisiert Schellhorn. Die ÖHV hält die Bedürfnisse der Unternehmen hoch: "Wir werden Kommissar Spidla über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten. Es wird weitere Treffen geben", so Peer und Schellhorn.

ÖHV: Fachkräfteverordnung benachteiligt Tourismus

Die Fachkräfteverordnung kann den Mitarbeiterbedarf im Tourismus nicht decken: Zwar ermöglicht diese Bürgern aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten, in Österreich zu arbeiten - allerdings nur in 65 Berufen. "Und davon entfällt nur einer auf den Tourismus, der Gaststättenkoch. Dieser stellt aber 35 Prozent aller Mitarbeiter aus den neuen EU-Staaten. Trotz aller Hilferufe aus der Branche blieb der Arbeitsmarkt für Mitarbeiter im Service geschlossen", hält Peer fest. Die neue Bundesregierung sei gefordert, rasch eine Lösung zu finden, die den Tourismus nicht benachteiligt.

ÖHV: Arbeitsmarkt öffnen und Mitarbeiter ausbilden!

Initiativen wie die Lehrlingsakademie von ÖHV und Gewerkschaft vida werden weitergeführt und ausgebaut. "Einheimische Mitarbeiter sind herzlich willkommen: Wer Gebräuche, Sprache und Destination kennt, hat einen klaren Heimvorteil. Gleichzeitig dürfen Bewerber aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten nicht benachteiligt werden. Wir sind eine internationale Branche, bei Gästen und bei Mitarbeitern. Wer einen Koch sucht, sucht einen Koch - ganz egal, woher er kommt", so die ÖHV-Präsidenten.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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