Alpenverein investiert auf Schutzhütten

Umweltmaßnahmen und Klimaschutz verschlingen Unsummen

Innsbruck (TP/OTS) - Der Alpenverein bemüht sich massiv um Klimaschutz und Umweltfreundlichkeit seiner Schutzhütten. Viele verfügen schon über eine eigene biologische Kleinkläranlage. Dazu kommen riesige Investitionen in die umweltfreundliche Energieversorgung.

Blockheizkraftwerke punkten mit hohem Wirkungsgrad

Die Schutzhütten haben fast immer eine Inselsituation, die notwendige Energie muss vor Ort erzeugt werden. Dies geschieht fast überall über Nutzung der Sonnenenergie mittels Photovoltaik, oft kombiniert mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW), das sich zur Abdeckung von Spitzenbelastungen einschaltet (in der Früh, zum Betrieb der Materialseilbahn usw.). Dabei wird auch die Abwärme des Motors zur Warmwasserbereitung genutzt, so dass derartige BHKW´s einen Wirkungsgrad von immerhin 90% erreichen. (Ein modernes Kohleheizkraftwerk erreicht nur einen Wirkungsgrad von 35 bis 42%, der Rest geht verloren).

Pflanzenöle ersetzen Gas und Diesel

Die neueren Modelle der BHKW´s ersetzen fossile Brennstoffe wie Diesel oder Gas durch Pflanzenöl. Der Gedanke dahinter: Natürliche Pflanzenöle sind gespeicherte Sonnenenergie. Da bei ihrer Verbrennung nicht mehr CO2 abgegeben wird, als die Pflanze vorher zum Wachstum benötigt hat, spricht man von CO2-neutraler Verbrennung.
Der Alpenverein bemüht sich, alle noch vorhandenen Dieselaggregate auf Pflanzenöl (keine Gewässer- und Brandgefährdung) oder zumindest Biodiesel umzurüsten. Manche Hütten verfügen auch über Kleinwasserkraftwerke, die in den Wasserhaushalt der Gletscherbäche kaum eingreifen.

Sonnenenergie hilft Strom zu sparen

Die Beheizung der Hütten erfolgt zumeist mit Kachelöfen und Brennholz aus der Umgebung - auch hier wird bei der Verbrennung nur jenes CO2 frei, das der Baum beim Wachstum gespeichert hat. Letzte noch vorhandene Ölheizungen will der Alpenverein rasch ersetzen. Warmwasserbereitung mittels Sonnenenergie hat auf den Hütten schon eine lange Tradition. Dabei werden z. B. Waschmaschinen und Geschirrspüler mit solar vorgeheiztem Wasser beschickt, das spart viel Strom.

Heimisches Bauholz verringert CO2-Ausstoß

Eine zumindest "längerfristige" CO2-Reduktion aus der Atmosphäre wird durch die gezielte Verwendung von heimischem Bauholz im Hüttenbau erreicht. So werden Zu- und Umbauten vorwiegend in Form von im Tal vorgefertigten Holzfertigteilen ausgeführt. Das im Holz gespeicherte CO2 ist so zumindest für die Lebensdauer der Hütte gespeichert.

Alpenverein investiert Millionen in Umweltschutz

Einige Zahlen zur Verdeutlichung der Bemühungen (die oben erwähnten Zu- und Umbauten fallen in die Kategorie "allgemeine Baumaßnahmen und sind in nachfolgenden Zahlen nicht enthalten!): In den letzten 15 Jahren wurden von Alpenvereinssektionen alleine in Umweltmaßnahmen bei Hütten über 33 Millionen Euro investiert! (im Durchschnitt Euro 2,36 Millionen/Jahr)

1994 3.238.229 1995 1.889.276 1996 1.468.209 1997 2.150.098 1998 2.180.621 1999 2.328.147 2000 3.366.642 2001 1.999.230 2002 2.801.465 2003 2.070.257 2004 2.087.512 2005 1.161.326 2006 1.654.612 2007 1.525.749 2008 3.117.860

Rechnet man die Ausgaben der anderen alpinen Vereine hinzu, verdoppelt sich die Summe auf über 60 Millionen Euro.

Bettwäsche ist am Berg überflüssig

Ohne Waschmaschine und gewässerbelastende Waschmittel schläft man gut im Hüttenschlafsack. Ein leichter, dünner Baumwoll- oder Seidenschlafsack, den jeder Wanderer in seinem Rucksack mitbringt (oder auf der Hütte günstig kaufen kann) macht Bettwäsche, die nach jeder Nacht gewaschen und gebügelt werden muss, am Berg überflüssig. Bei Bedarf wäscht man ihn zu Hause mit der anderen Wäsche mit.

Umweltgütesiegel belohnt Hüttenqualität

Hütten mit besonderer Vorbildwirkung im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes werden vom Alpenverein mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet. Seit 1996 gibt es diese Prämierung, 27 Hütten des Oesterreichischen Alpenvereins wurden bisher ausgezeichnet.

Alpenverein forciert öffentlichen Verkehr

Die Förderung des öffentlichen Verkehrs zur Stärkung des ländlichen Raumes ist ein wichtiges klimapolitisches Ziel. Deshalb haben der Nationalpark Hohe Tauern und der Alpenverein mit dem Nationalpark-Wanderbus ein attraktives Verkehrsangebot in der Osttiroler Nationalparkregion für Wanderer und Bergsteiger geschaffen. Aufgrund der kundenfreundlichen Fahrzeiten und der guten Erreichbarkeit der Nationalparktäler sind nicht nur Tagesausflüge und Exkursionen, sondern auch Mehrtageswanderungen von Hütte zu Hütte, Rundtouren und Gebirgsdurchquerungen möglich. Die Auslastung des Nationalpark-Wanderbusses stieg gegenüber dem Ausgangsjahr 2005 bereits 2007 um mehr als 177%. Der Alpenverein will auch in anderen Bergregionen den öffentlichen Verkehr aktiv fördern.

Klimaerwärmung verändert das Hochgebirge

Der Alpenverein ist mit seiner alpinen Infrastruktur selbst massiv von den Auswirkungen der Klimaerwärmung betroffen:

  • Hangbewegung durch Auftauen der Permafrostböden => Wege rutschen ab, Versicherungen kaum möglich
  • Abschmelzen der Gletscher => unpassierbare Gletscherränder, Geländeveränderung
  • Destabilisierung der Berggipfel => Bsp. Zittelhaus
  • Vermehrter Steinschlag => Gamsgrubenweg, Watzespitze, Hochgall
  • Trockenheit im Sommer => massive Probleme bei der Trinkwasserversorgung (Beispiele: Watzmannhaus, Badener Hütte, Bonn-Matreier Hütte)

Weiteres Informationen zu den Technologien in der Broschüre "Hütten mit Umweltgütesiegel" und auf www.alpenverein.at.

Foto: Solsteinhaus im Karwendel.
Mit der Umstellung der Energieversorgung auf ein Biodiesel-Blockheizkraftwerk und der Erweiterung der Photovoltaikanlage leistete der Alpenverein Zweig Innsbruck auf dem Solsteinhaus einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Fotonachweis: Alpenverein/Zweig Innsbruck

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171130 Okt 08

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