WienTourismus: Konjunkturimpuls-Paket von 1,5 Mio. Euro für 2009

Wien (TP/OTS) - Wie Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a. Renate Brauner und Tourismusdirektor Norbert Kettner bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, dem 4. Dezember, bekanntgaben, hat der WienTourismus sein Marketing-Budget für 2009 um ein 1,5 Millionen Euro schweres Konjunkturimpuls-Paket erweitert, um den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise zu begegnen. Damit wird in Europa - zusätzlich zum regulären Marketing -ein massiver Werbeauftritt finanziert: TV-Spots, Außenwerbung mobil bzw. auf Großflächen und eine umfangreiche Online-Kampagne kommen dabei simultan zum Einsatz. Der Arabische Raum ist mit einer großen Printkampagne berücksichtigt.

Einleitend stellte Brauner fest: "Nach fünf touristischen Rekordjahren en suite zeichnet sich für Wien heuer das sechste ab, doch 2009 ist der Tourismus weltweit mit erschwerten Rahmenbedingungen konfrontiert, von denen auch wir uns nicht abkoppeln können. Seriöse Prognosen für einzelne Destinationen liegen derzeit niemandem vor, es kursieren lediglich einander häufig widersprechende Entwürfe möglicher Szenarien."

"In unabwägbarer Lage besteht die beste Strategie darin", so die Vizebürgermeisterin weiter, "sich für jeden erdenklichen Fall zu rüsten. Der WienTourismus hat das getan, und zwar sehr systematisch unter Einbeziehung seiner Partner in der Reiseindustrie im Ausland und in der Wiener Tourismusbranche. Auf Basis von deren aktuellen Einschätzungen der Marktlage in den einzelnen Ländern hat er ein Maßnahmenpaket erstellt, mit dem gezielte Impulse zur touristischen Konjunkturbelebung gesetzt werden können. Der dafür errechnete Finanzbedarf beträgt 1,5 Millionen Euro, und wir haben ihn am Montag in der Tourismuskommission einstimmig genehmigt. Wien gilt international als solide Destination mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Es ist kein Billig-Urlauberziel, sondern hat qualitätsbewusste ausgabefreudige Gäste, und alles was sie konsumieren, kommt den hier lebenden und arbeitenden Menschen unmittelbar zugute, hilft unseren Betrieben in der Stadt erfolgreich zu wirtschaften und sichert Arbeitsplätze. Diese gute Ausgangsposition soll mit der zusätzlichen Investition gestärkt werden, um widrigen Trends effizient gegenzusteuern

Gereist wird nach wie vor - entscheidend ist, wohin

Zum Vorgehen des WienTourismus erklärte Kettner: "Die meines Erachtens bisher beste Diagnose zur derzeitigen Lage hat die World Tourism Organisation der UNO gestellt, darin wird etwa Folgendes gesagt: Bei Krisen wie 9/11 oder SARS wollten die Menschen nicht mehr verreisen, der wirtschaftliche Abschwung hat diese Wirkung aber nicht. Wer es sich leisten kann und bereit ist, dafür Geld auszugeben, wird auch jetzt reisen. Für uns zählt nun, wohin diese Leute reisen werden. Antizyklische Werbung ist zwar kein Werkzeug, das Folgeentwicklungen einer internationalen Finanzkrise verhindern kann, aber Im Kampf um den Gast, den alle Destinationen jetzt heftiger denn je führen müssen, sind ausreichende Mittel um antizyklisch werben zu können, ein entscheidender Wettbewerbsvorteil."

Wo und wie die 1,5 Millionen Euro an Sondermitteln eingesetzt werden, spezifizierte der Tourismusdirektor folgendermaßen: "Wir investieren den Gesamtbetrag in Endkundenwerbung und werden damit vor allem jenes Publikum in Europa ansprechen, das zur Zeit zwar auf teure Fernreisen, aber nicht aufs Reisen überhaupt verzichtet, sowie jenes, das Flugreisen vermeidet und dem Alltag lieber mit Auto oder Bahn entflieht. Daher liegt auch ein besonderer Schwerpunkt auf unseren Nachbarländern. Zusätzlich berücksichtigen wir den arabischen Raum, wo ein weiterhin finanzkräftiges reisebereites Publikum erreichbar und Wien sehr beliebt ist. Ein Teil des Konjunkturimpuls-Pakets wird dafür genützt, Wien erstmals mit einer groß angelegten, internationalen TV-Kampagne zu bewerben. Zeitgleich werden wir in unseren europäischen Hauptmärkten Außenwerbung auf mobilen Werbeträgern bzw. Großflächen sowie Zeitungsinserate einsetzen und Online-Kampagnen auf großen Reiseportalen führen. In diese Internet-Kampagne fließen30 % der Sondermittel. Wir haben das deshalb so hoch angesetzt, weil uns generell aus der Reiseindustrie berichtet wird, dass die Kunden derzeit so kurzfristig wie noch nie buchen. Da ist das Internet das ideale Medium und die Präsenz dort besonders wichtig. All diese aufeinander abgestimmten Nassnahmen sollen dafür sorgen, dass sich von den Menschen, die reisen, möglichst viele für Wien entscheiden."

Multimedialer Werbeauftritt in Europa, Solo-Auftritt bei Printkampagne im Arabischen Raum

Aus den üblichen Budgets des WienTourismus ist in einem Land immer nur entweder Außen- oder Print- oder Online-Werbung großen Stils finanzierbar. Das Konjunkturimpuls-Paket ermöglicht all diese Werbeformen simultan und darüber hinaus noch Fernsehwerbung: Soeben entsteht der TV-Spot, der ab März in neuen Ländern Europas auf reichweitenstarken Sendern laufen wird. Zusätzlich zu Zeitungsinseraten und der Online-Kampagne wird dort auch massive Außenwerbung betrieben: auf mobilen Werbeträgern - etwa auf Bussen in Paris und Berlin, 150 Doppeldeckerbussen in London und Straßenbahnen in Mailand und Rom - ebenso wie auf Großflächen z. B. in Zürich und Madrid. Im arabischen Raum gibt es erstmals einen 'Solo-Auftritt' Wiens mit einer großen Inseraten-Kampagne. Das gesamte Marketing-Budget des WienTourismus für 2009 beträgt 17 Millionen Euro. Die darin enthaltenen 1,5 Millionen Euro des Konjunkturimpuls-Pakets werden zu zwei Dritteln im Frühjahr investiert, der Rest ist bei Bedarf flexibel einsetzbar bzw. "zum Nachlegen" mit einer Herbst-Kampagne reserviert.

Aktuellstes aus den Märkten

Vor Ausarbeitung seines Konjunkturimpuls-Pakets bat der WienTourismus seine wichtigsten Reiseindustrie-Partner in den Hauptmärkten um ein Stimmungsbild aus ihrem Land: In Deutschland, der Schweiz und im Inland, sowie in Italien, Frankreich, Großbritannien und Russland wurden keine Rückgänge von Wien-Buchungen zur Adventzeit registriert. Silvester wurde überhaupt - außer in Russland - als recht zufriedenstellend bezeichnet. Lediglich aus Spanien gab es keine einheitlichen Aussagen. Überall wurde allerdings betont, dass die Kunden signifikant kurzfristiger buchen als je zuvor, weshalb auch noch niemand eine Einschätzung für 2009 abgeben konnte. Bei den Übersee-Märkten wurde das Aufkommen aus Japan für nächstes Jahr schwächer eingeschätzt, in welchem Ausmaß konnte man noch nicht absehen. In den USA glaubt man, dass sich der Negativtrend im Frühjahr leicht abschwächen, eine richtige Markterholung aber erst 2010/2011 eintreten wird. Aus Kanada meldete man eine schwache Buchungslage für 2009. Australien sieht sich von der Bankenkrise nicht betroffen, Europareisen seien aber durch die Schwäche des Australischen Dollars rückläufig.

Kongresse für 2009 laufen gut

Eine weitere Basis für die Maßnahmen im Konjunkturimpuls-Paket war der oben zitierte "World Tourism Barometer" UNWTO. Er erwartet einen Trend zu näheren Zielen bzw. Destinationen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und mit Währungsvorteilen. Außerdem weist er auch darauf hin, dass bisher der Tourismus den Abschwung besser verkraftet hätte als andere Wirtschaftsbereiche, wobei der Geschäftstourismus stärker betroffen sei als der Freizeittourismus. Wien ist als Kongress-Stadt 2009 allerdings ausgezeichnet gebucht ist, deutlich besser als 2008, wo die Fußball-EM dem Kongressgeschäft naturgemäß nicht förderlich war. Im September 2009 treten bei den Kongress-Locations der Stadt sogar schon Kapazitätsprobleme auf. Hier ist jedoch zu unterscheiden zwischen Firmenevents, die 2009 sicher weniger abgehalten werden, und internationalen Kongressen, bei denen diese Tendenz keineswegs vorliegt, und die den Löwenanteil (75 Prozent) der Nächtigungen in Wiens Tagungswirtschaft ausmachen. Die Destination Wien tritt das Jahr 2009 jedenfalls wohlgewappnet und mit besten Voraussetzungen dafür an, dass die Wiener Hotellerie ihre Auslastung und ihr Preisniveau halten und die gesamte Wiener Tourismuswirtschaft ihre Arbeitsplätze erhalten kann.

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041136 Dez 08

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