Hinterleitner: "Von einer Krise in der Gastronomie kann keine Rede sein"

Aktuelle Branchenumfrage ergibt: positive und negative Erwartungen halten sich die Waage - Wie sich die Gastronomie auf die Nichtraucherschutzregelung vorbereitet

Wien (TP/OTS) - Die heimische Gastronomie blickt mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Negative und positive Erwartungen der betrieblichen Umsatzentwicklung halten sich nach einer aktuellen Umfrage des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ die Waage. Wie die Branchenerhebung (Sample 1.592 Betriebe in ganz Österreich, Umfragezeitraum November bis 11. Dezember 2008) im einzelnen ergab, war die Umsatzentwicklung im Herbst 2008 bei 45 Prozent der befragten Gastonomen fallend, bei 41 Prozent steigend, berichtete Fachverbandsobmann Helmut Hinterleitner am Dienstag in einem Pressegespräch.

Keine nennenswerten Unterschiede gibt es bei der Umsatzentwicklung von Speisen und bei jener von Getränken. Regional gesehen, liegen die Bundesländer Wien, Vorarlberg und Oberösterreich bei der Umsatzentwicklung leicht voran.

"Auch wenn konkrete Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht zu spüren sind, so drücken die vielen Berichte doch aufs Gemüt. Die Krise wird an der Gastronomie nicht spurlos vorübergehen. Dennoch wird die eigene wirtschaftliche Entwicklung von den Betrieben weitaus besser eingeschätzt als die allgemeine wirtschaftliche Lage", erklärte Hinterleitner. "Die Zurückhaltung bei den Repräsentationsausgaben im Firmengeschäft spüren viele Betriebe derzeit bei den Weihnachtsfeiern. Insgesamt kann von einer Krise in der Gastronomie derzeit keine Rede sein", fasste der Sprecher der mehr als 70.000 heimischen Gastronomiebetriebe die aktuelle Situation zusammen.

Mit 1. Jänner 2009 tritt die vieldiskutierte Nichtraucherschutzregelung in Kraft. Dazu hat die Wirtschaftskammer in den vergangenen Monaten in allen Bundesländern viele Informationsveranstaltungen und Einzelberatungen durchgeführt, um die Betriebe bestmöglich vorzubereiten. Derzeit ergibt sich folgende Situation: Bei Lokalen über 80 m2 machen drei Viertel der Gastronomen von der gesetzlichen Möglichkeit zur Schaffung abgetrennter Raucherräume Gebrauch. Ein Viertel wird das Lokal komplett rauchfrei machen. Bei Lokalen unter 50 m2 (hier überlässt der Gesetzgeber den Gastronomen die freie Entscheidung) werden zwei Drittel weiterhin ein Lokal mit Raucherlaubnis betreiben, immerhin ein Drittel wird auf ein Nichtraucherlokal umstellen.

Zwei Drittel der Betriebe sind nicht von Umbaumaßnahmen betroffen, da sie jetzt schon über mehr als eine geeignete Räumlichkeit verfügen und damit grundsätzlich die Anforderungen der Raumteilung erfüllen. Am stärksten betroffen von Umbaumaßnahmen sind hingegen Barbetriebe und Diskotheken (Grund: mehrheitlich Einraumlokale, gleichzeitig hoher Anteil in der Größenklasse über 80 m2). Für Betriebe, die Umbaumaßnahmen durchführen wollen, gilt eine Übergangsfrist bis 30.6.2010. Voraussetzung ist allerdings, dass die Baumaßnahme noch vor Ende des Jahres 2008 bei der zuständigen Behörde zur Genehmigung eingereicht wird. Viele Betriebe haben von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch gemacht.

Kritik übte Fachverbandsgeschäftsführer Thomas Wolf am 95-seitigen Verordnungsentwurf der EU Kommission über eine detaillierte Lebensmittelkennzeichnung auch auf Speisekarten. Demnach sollten auch unverpackte Lebensmittel und Speisen in der Gastronomie grundsätzlich gleich kompliziert wie industriell hergestellte und verpackte Lebensmittel gekennzeichnet werden. "Solche gesetzlichen Vorgaben könnten vor allem von kleinen Betrieben ohne die Beschäftigung eines externen Sachverständigen nicht erfüllt werden. Die Betriebe müssten verstärkt auf industriell hergestellte Convenience- und Halbfertigprodukte umstellen, um bei den anzugebenden Werten einigermaßen auf der sicheren Seite zu sein. Aus Sicht des Gastgewerbes muss man daher zum Entwurf feststellen: Ziel klar verfehlt!" Ähnlich kritisch beurteilt Wolf ein Gesetzesvorhaben zu einer grundlegenden Umgestaltung des Glückspielgesetzes. Hier schieße der der Gesetzgeber, sehr zum Nachteil der Gastronomie, völlig unbegründet übers Ziel, indem er alle Arten von Kartenspielen mit Ausspielungscharakter, wie z. B. die beliebten "Preisschnapsen-Turniere", nur mehr unter ganz eingeschränkten Bedingungen zulassen will. "Das würde alle derartigen Veranstaltungen mit Unterhaltungscharakter im Wirtshaus de facto unmöglich machen", so Wolf.

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161419 Dez 08

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