BMWA und WKÖ verabschieden Konjunktur-Paket für den Tourismus

Leitl: Der Tourismus ist Lebensader der österreichischen Wirtschaft - Sonderbudget 2009 für die Tourismuswerbung

Wien (TP/OTS) - Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, begrüßt das heute, Freitag, Vormittag von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner vorgestellte Maßnahmenpaket für den Tourismusstandort Österreich.

Neben neuen Förderaktionen der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) wird 2009 auch die Tourismuswerbung angekurbelt. Dazu werden für das Jahr 2009 von BMWA und der WKÖ 4 Millionen Euro für zusätzliche Aktionen in der Tourismuswerbung bereitgestellt.

Angesichts der angespannten Konjunkturlage prophezeien die Wirtschaftsexperten nun auch Auswirkungen auf den heimischen Tourismus. Die Folgen einer Konjunkturflaute kommen im Tourismus erfahrungsgemäß mit einer Verzögerung von sechs bis acht Monaten an.

Mehr Werbung für das Urlaubsland Österreich

"Wir werden 2009 die Werbung für Österreich verstärken. Wir werden urlaubssuchenden Menschen im Inland und in unseren Nachbarländern noch stärker kommunizieren, dass das Gute so nahe liegt," so Leitl.

Die Offensive, die von der Österreich Werbung umgesetzt wird, soll im April starten und das ganze Jahr über laufen. Neben klassischen Printsujets und Media Arts ist auch an Kooperationen mit Radio und TV gedacht. "Ich stelle mir vor, dass wir z.B. die Leistungen der heimischen Tourismusbetriebe verbunden mit aktivierenden Gewinnspielmöglichkeiten in den reichweitenstärksten Radio-Programmen Österreichs präsentieren," skizziert Leitl eine der geplanten Aktionen. Die WKÖ wird dazu eine Million Euro für das gemeinsame Budget mit dem Wirtschaftsministerium von insgesamt 4 Millionen zur Verfügung stellen.

Nicht nur die 60.000 Tourismusbetriebe, auch andere Branchen sollen von dieser Aktion profitieren. Nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstitutes WIFO geben die Touristen im Durchschnitt 56 Prozent ihres Urlaubsbudgets für Beherbergung und Gastronomie aus, 44 Prozent der Ausgaben werden für Personentransport wie Bahn, Taxi, Seilbahnen (12 Prozent), im Handel und für Dienstleistungen (21), für Kultur und Sport (10) aufgewendet. Weniger als ein Prozent bleibt den Reisebüros.

Österreicher sind sich der Abhängigkeit vom Tourismus bewusst

Die Österreicher wissen um die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Tourismus. 71 Prozent gaben in einer aktuellen Studie des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung an, dass in ihrer Region "fast jeder vom Tourismus abhängig " ist. Mehr als ein Drittel der 1.000 Befragten sind sich auch persönlich der eigenen, zumindest teilweisen Abhängigkeit von touristischen Zusammenhängen bewusst.

Große Bedeutung des Tourismus für den Arbeitsmarkt.

Die Tourismusbetriebe schaffen Arbeitsplätze mit Standortgarantie. "Wir können österreichischen Tourismus nur in Österreich produzieren", bekräftig der Obmann der WKÖ-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Hans Schenner, die Bedeutung des Tourismus als Jobmotor mit Standortgarantie. "Mit über 170.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe sind unsere Betriebe ein wichtiger Arbeitgeber. Und mit 14.818 Lehrlingen bilden wir 11.4 Prozent aller Lehrlinge in Österreich aus", so Schenner. Sollte die touristische Nachfrage tatsächlich nachlassen, stehen laut Forschungsinstitut Synthesis für 2009 bis zu 7.200 Tourismus-Jobs auf dem Spiel. "Ich gehe aber davon aus, dass wir mit den von uns heute vorgestellten Maßnahmen vielleicht sogar zulegen können", zeigt sich der Sprecher der österreichischen Tourismuswirtschaft optimistisch.

Ohne Maßnahmen droht ein Minus von 400 Millionen Euro

In einer aktuellen Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstitutes WIFO wird für 2009 ein möglicher Rückgang der Tourismusumsätze in Österreich von 2 bis 2,5 Prozent skizziert. 2006 betrugen die touristischen Umsätze (Ausgaben der Touristen und Geschäftsreisenden) in Summe 28,98 Milliarden Euro. Unter dem Titel "Urlaub" (mindestens eine Nächtigung, ausgenommen Dienst- und Geschäftsreisen) wurden Umsätze in der Höhe von rund 20 Milliarden Euro generiert.

Sollten keine geeigneten Maßnahmen wie verstärkte Tourismuswerbung oder Förderungen gesetzt werden, könnte das für 2009 bedeuten, dass der heimischen Tourismuswirtschaft 400 Millionen der erwähnten 20 Milliarden Euro an jährlichen Umsätzen verlorengehen könnten. Das würde nicht nur die heimische Tourismuswirtschaft und ihre Mitarbeiter treffen, sondern auch viele andere Branchen.

Stimmungslage unter den Österreichern ambivalent

Die Ambivalenz zwischen Krise und Chance, zwischen Sparneigung und "Jetzt erst recht!" lässt sich auch aus einer aktuellen Umfrage der Generali-Versicherung herauslesen.

Die Ergebnisse für den Jahreswechsel 2008/2009: Am stärksten ist die Sparneigung demnach beim Urlaub ausgeprägt: 24 Prozent der 1.000 in ganz Österreich befragten Personen, wollen 2009 die Ausgaben für ihren Urlaub einschränken. Das sind um 5 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Andererseits können sich aber auch 15 Prozent der Österreicher für 2009 vorstellen, mehr für einen Urlaub auszugeben. "Hier sehen wir auch das Potenzial, wo wir mit unserer Kampagne ansetzen," zeigt sich der WKÖ Präsident abschließend optimistisch.

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