Kaske an ÖHV: Jobs sichern statt durch Arbeitsmarktöffnung aufs Spiel setzen

Bis zu 7.200 Arbeitsplätze bedroht, gemeinsam Tourismus-Jobs absichern

Wien (TP/OTS) - Der von der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) erhobenen Forderung nach einer Beseitigung der Übergangsfristen für osteuropäische Arbeitskräfte erteilt der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Rudolf Kaske, eine klare Absage. "Angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage ist die Forderung der ÖHV völlig deplatziert. Ihre Umsetzung wäre nichts anderes als ein Arbeitskräfteverdrängungsprogramm."++++

Die Gewerkschaft sei immer bereit, gemeinsam mit der Arbeitgeberseite sinnvolle Maßnahmen zur Attraktivierung der Tourismusbranche zu setzen. Dazu gehört die Fachkräfteausbildung im Rahmen der regionalen Qualifizierungsprogramme, die für 2009 für den Bereich Tourismus und Gastronomie ausgeweitet wurde. Im November des Vorjahres wurde zusätzlich die die Schulungswoche für Saisonbeschäftigte im Tourismus eingeführt, wobei das AMS 90 Prozent der Schulungskosten bezahlt. "Und erst vergangene Woche haben das Wirtschaftsministerium und die WKÖ ein Konjunkturpaket für den Tourismus beschlossen, was wir ebenfalls begrüßen. Was nicht sein kann, ist aber, dass die Wirtschaftskrise genützt wird, um dem Lohndumping in der Branche Tür und Tor zu öffnen", sagt Kaske.

Argument der Fremdenfeindlichkeit ist nicht stichhaltig

"Rund ein Drittel der Beschäftigten im Tourismus und Gastgewerbe stammen aus dem Ausland. Die von der ÖHV immer wieder getätigte Behauptung, die Grenzen seien fest verschlossen, wird durch diese Zahlen eindrucksvoll widerlegt", sagt Kaske. Aufgrund der Fachkräfteverordnung, durch Saisonierkontingente sowie Grenzgänger-und PraktikantInnenabkommen gebe es viele bewilligungspflichtig beschäftigte AusländerInnen in der Tourismusbranche. "Kontraproduktiv wäre in der jetzigen Situation aber eine völlige Öffnung des Arbeitsmarkts für ausländische Arbeitskräfte", so Kaske.

Qualifizierung, bessere Einkommensbedingungen und oft auch schlicht nur die Einhaltung der bestehenden arbeitsrechtlichen Vorschriften seien nötig, damit die Branche attraktiver werde. "Unsere Lehrlingsumfrage vom Frühjahr 2008 hat ergeben, dass drei von vier Lehrlingen unter 18 jeden Monat Überstunden leisten mussten, obwohl das gesetzlich verboten ist. Dass sich viele dann ausgenutzt fühlen und schnellstmöglich dem Tourismus den Rücken kehren, verwundert nicht."

Job sichern statt aufs Spiel setzen

Laut dem Forschungsinstitut Synthesis stehen für 2009 aufgrund der Wirtschaftskrise bis zu 7.200 Jobs in der Tourismusbranche auf dem Spiel. Dazu komme, dass bereits im Dezember 2008 die Zahl der Arbeitslosen auch im Tourismus angestiegen sei, genau um 2,1 Prozent auf insgesamt 24.487 Arbeitslose. "Die ÖHV hat für ihre Forderung nach einer völligen Arbeitsmarktöffnung möglicherweise in die Glaskugel geschaut, eine vernünftige Begründung gibt es angesichts der aktuellen Arbeitsmarktdaten jedenfalls nicht", meint Kaske. Gemeinsames Ziel müsse es sein, dafür zu sorgen, dass die in-und ausländischen ArbeitnehmerInnen, die bereits am heimischen Arbeitsmarkt beschäftigt sind, auch künftig halbwegs sichere Arbeitsplätze haben. "Deshalb ist es nötig, die Übergangsfristen weiter zu verlängern", so der vida-Vorsitzende abschließend.

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