Wie alles gut wird - Blumauer Manifest zur Sanierung der Wirtschaft

Villach (TP/OTS) - Im Rahmen der Präsentation des Buches "Alles wird gut - wie Wirtschaftskrisen die Welt verbessern" legen die Unternehmer Josef Zotter (Zotter-Schokolade), Robert Rogner (Rogner Tourismusbetriebe) und Johannes Gutmann (Sonnentor) gemeinsam mit Buchautor Oliver Tanzer ihr Blumauer Manifest zur Sanierung der Wirtschaft vor.

"Die wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise liegen seit langem auf den Tisch. Sie werden von den innovativen Unternehmern und Institutionen seit Jahren erprobt und weiter entwickelt, jetzt müssten sie nur noch als relevante Größen in den internationalen Wirtschaftskontext integriert werden", so Oliver Tanzer.

Manifest mit drei Punkten

1. Neue Bilanzierungsregeln

Die in Basel II festgeschriebenen Bilanzierungsregeln sichern jenen Unternehmen die beste Bonität, die nachweislich in möglichst kurzer Zeit mit möglichst geringem Risiko möglichst viel Gewinn erzielen. Wozu das führt, haben zum Beispiel die "Heuschrecken" bewiesen: weniger Mitarbeiter, weniger Forschung & Entwicklung und letztendlich Zerschlagung von Unternehmen. Wegen solcher Maximen konnte die Finanzblase erst entstehen.

Gefordert ist deshalb ein Basel III mit neuen Bilanzierungsregeln:
Die Bonität von Unternehmen muss an Faktoren wie die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Geschäftspartnern sowie ökologische Aspekte geknüpft werden. Neben dem Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital muss sich etwa auch das Verhältnis zwischen Gewinn und Mitarbeiterzufriedenheit auf die Bonität auswirken.

"Wer nachhaltig wirtschaftet, bekommt damit günstigere Kredite und hat leichteren Zugang etwa zu Risikokapital", erklärt Robert Rogner. "Die Vorarbeiten dafür seien bereits geleistet. Rogner: "Viele Unternehmen legen schon von sich aus Nachhaltigkeitsberichte, und Institutionen wie das Europäische Forum für Qualitätsmanagement verfügen längst über objektive Bewertungssysteme."

2. Qualifikation

Von den derzeit agierenden Wirtschaftskapitänen ist kaum zu verlangen, dass sie die Krise, die sie selbst verursacht haben, meistern. Sie haben den Schaden ja nicht aus bösem Willen angerichtet, sondern weil sie an den Universitäten und Managementschulen den Shareholder Value als einzige Religion mitbekommen haben und auf Gewinnmaximierung um jeden Preis eingeschworen wurden. Maximalem Stress ausgesetzt, haben sie vielfach das Reflektieren der Folgen ihres Handelns verlernt und mangels Außensicht blinde Flecken entwickelt.

Die derzeitigen Akteure können aber auch nicht einfach ausgewechselt werden. Es geht also darum, ein neues Bewusstsein in der bestehenden Management-Elite zu schaffen. In neuen Bewertungssystemen für die Unternehmen muss deshalb auch berücksichtigt werden, wie viel Zeit im Jahr Spitzenmanager für Selbstreflexion und Selbstreinigung in geistiger, seelischer und körperlicher Hinsicht aufwenden.

"Es geht nicht etwa um einen zusätzlichen Urlaub, sondern um einen planmäßigen, vom Unternehmen verlangten Rückzug, wie er etwa im japanischen Spitzenmanagement Tradition hatte", betont Johannes Gutmann. "Denn nur wer sich innerlich selbst umgestellt und gereinigt hat, kann die Wirtschaft umstellen und reinigen."

3. Globale Verantwortung

Die Wirtschaft der Industriestaaten ist zum Teil auf Kosten der Schwellen- und Entwicklungsländer immer höher in den Himmel gewachsen. Mit zunehmender Höhe wird aber die Statik immer schwieriger. Deshalb geht es jetzt um den globalen Ausgleich, der ebenfalls in den Bewertungsrichtlinien für Unternehmen berücksichtigt werden muss.

"Jedes Unternehmen kann einen Beitrag zu diesem Ausgleich leisten", sagt Josef Zotter, der den Kakao für seine Schokolade bei kleinbäuerlichen Partnerbetrieben in Süd- und Mittelamerika kauft. "Wer nicht selbst international agieren kann, kann sich der Fairtrade-Netzwerke bedienen."

"Die Industriestaaten werden dann etwas kürzer treten müssen, was ihren Bevölkerungen aber mehr Lebensqualität bringt", so Zotter weiter. "Denn der Wachstumswahn hat eines der wichtigsten Güter der Menschheit, die Zeit, unerträglich verknappt. Globaler Ausgleich bringt Entschleunigung."

http:/www.badblumauermanifest.com

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