Tourismussparte verlässt sich nicht auf Öffnung des Arbeitsmarktes

Schenner: Generelle Öffnung des Arbeitsmarktes derzeit unrealistisch - "Aber wir können andere Maßnahmen setzen"

Wien (TP/OTS) - Angesichts der angespannten Wirtschaftslage, die sich in den letzten Monaten auch sehr deutlich an den steigenden Arbeitslosenzahlen widerspiegelt, scheint es derzeit unrealistisch, dass die Bundesregierung auf ihren Antrag auf Verlängerung der EU-Übergangsbestimmungen bis 2011 verzichtet. So wird auch Deutschland einen Antrag auf Verlängerung der Übergangsbestimmungen stellen.

"Die Forderung der ÖHV ist ungefähr so realistisch wie Tempo 160 im Ortsgebiet zu fordern", so der Obmann der WKÖ-Bundessparte Tourismus Hans Schenner zum offenen Brief der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) an Bundeskanzler Werner Faymann, in welchem diese sofort eine generelle Öffnung des Arbeitsmarktes für "neue" EU-Staaten fordert.

"Es stimmt schon, im Tourismus haben wir die spezielle Situation, dass trotz steigender Arbeitslosigkeit weiter Arbeitskräfte gesucht werden, ganz besonders in den Saisonspitzen. In den letzten Jahren sind uns in einigen Regionen regelmäßig die Arbeitskräfte `ausgegangen`", so Schenner. "Doch zum Glück ist der Tourismus weiterhin eine gutgehende Branche und ein Wirtschaftsmotor für Österreich. Die Bundesregierung muss auch berücksichtigen, dass in anderen Branchen Kurzarbeit und Freisetzungen passieren."

"Wir gehen davon aus, dass sich die Bundesregierung vor der Europäischen Kommission gegen eine Öffnung des Arbeitsmarktes vor 2011 ausspricht, und es könnte sein, dass die Kommission die Öffnung bereits für 2009 empfehlen wird. Aber eine partielle Öffnung des Arbeitsmarktes nur für Tourismusberufe ist auch juristisch nicht möglich. Spätestens 2011 ist die generelle Öffnung des Arbeitsmarktes in der EU ohnedies Realität".

"Kaffeesudleserei hilft uns nicht weiter. Effektive Maßnahmen für den Tourismus müssen unabhängig von einer Arbeitsmarktöffnung getroffen werden - und daran arbeiten wir jetzt schon", verweist Schenner auf die gute Zusammenarbeit mit Gewerkschaft vida und AMS.

Auch hilft es uns nicht weiter, wenn in diesem Zusammenhang das Einkommen der Mitarbeiter vorgebracht wird. "Wir haben schon 1.000 Euro Mindestlohn eingeführt, da sind andere noch gar nicht auf das Thema gekommen. Außerdem wissen wir aus einer aktuellen WIFO Studie aus 2008, dass die Mitarbeiter im Schnitt über dem Kollektivvertrag verdienen. Und steuerfreies Trinkgeld gibt es auch, also bitte!", so Schenner

Für für alle Betriebe, die Mitarbeiter suchen, müssen unbedingt geeignete Lösungen geschaffen werden. Mit der Fachkräfteverordnung und dem Tourismus-Saisonierkontingent (ca. 8.500 Arbeitskräfte) stehen zwei Instrumente zur Verfügung, mit denen überall dort geholfen werden kann, wo tatsächlich Arbeitskräfte fehlen.

Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, keine generelle Öffnung zu forcieren, aber überall dort, "wo tatsächlich Arbeitskräfte fehlen, eine Lösung zu finden". Aber auch das AMS kann seine Arbeit nur dann machen, wenn vermittelbare Arbeitskräfte verfügbar sind, fasst der Sprecher der heimischen Tourismuswirtschaft zusammen.

Ich bin mir sicher, dass Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundsdorfer die Linie der Bundesregierung in dieser Frage umsetzen wird, und für den Tourismus, wo es notwendig ist, die notwendigen Maßnahmen setzt: "Es darf nicht sein, dass Betriebe wegen fehlender Mitarbeiter Betriebsteile erst gar nicht öffnen können oder in ihrer wirtschaftlichen Existenz massiv gefährdet werden. Weil das schadet uns allen!", so Schenner abschließend.

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