Tourismus raus aus der Tagespolitik, Parteipolitik raus aus dem Tourismus!

Ronacher fordert Werbe- und Investitionsoffensive für Kärnten

Wien/Klagenfurt (TP/OTS) - Die jahrzehntelangen Nächtigungsrückgänge in Kärnten sind gestoppt, doch ohne Werbeoffensive drohen jetzt massive Einbrüche, so ÖHV-Landesvorsitzende Ronacher. Mit den politischen Querschüssen im Tourismus müsse jetzt Schluss sein.

Die Wintersaison in Kärnten läuft gut, die Vorjahreszahlen dürften zu erreichen sein. Dennoch warnt Simone Ronacher, Landesvorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung in Kärnten, die derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die leichte Schulter zu nehmen: "Das Ansteigen der Arbeitslosenzahlen in wichtigen Quellmärkten und die Prognosen für die Wirtschaft sind kein positives Vorzeichen für die Sommersaison." Nur wo es Herausforderungen gibt, gibt es auch Chancen: "Menschen die im Berufsleben viel und jetzt auch mehr gefordert sind denn je, brauchen ihre Phase der Regeneration. Da ist z.B. eine kurze Auszeit oder der Erholungsurlaub ein tolles Mittel um gegenzusteuern!"

ÖHV fordert Kärntner Tourismusoffensive

"Die jahrzehntelangen Nächtigungsrückgänge konnten beendet werden, aber jetzt brauchen wir die richtige Antwort auf die schwierigen Zeiten. Wer da spart, spart am falschen Platz", verweist Ronacher auf Wien und Vorarlberg, die ihr Werbebudget angesichts der Nächtigungsrückgänge um 1,5 Mio. Euro aufgestockt haben. "Kärnten hat dafür noch keinen zusätzlichen Cent in die Hand genommen. Während die Nächtigungen im letzten Jahrzehnt bundesweit um 13,9 % stiegen, hat Kärnten keinen Zuwachs verzeichnet, sondern im Gegenteil noch Nächtigungen verloren - am stärksten bei den wichtigsten Gästegruppen: Die Zahl der Nächtigungen deutscher Gäste sank um 22,5 % auf 4,9 Millionen. Die Nächtigungen der Schweizer Gäste reduzierten sich um 26,4 %. Die Zahl der inländischen Nächtigungen ist um 0,9 % gesunken. Bundesweit stieg sie im selben Zeitraum um 15,6 %.

Ronacher: Betriebsinvestitionen fördern

Den hohen Stellenwert des Tourismus zeigt die starke Verknüpfung mit anderen Branchen: "Wir vergeben 80 % der Investitionsaufträge an Betriebe im Umkreis von 90 km. Jeder unserer 13.700 Mitarbeiter schafft zwei Arbeitsplätze in der Gesamtwirtschaft. Die Betriebe sichern so noch einmal so viele Steuern und Sozialabgaben. Das darf man nicht aufs Spiel setzen", so Ronacher. Diese Investitionen und die damit verbundenen Arbeitsplätze in anderen Branchen seien gefährdet, warnt Ronacher und fordert Landeshaftungen, geförderte Kredite für investitionswillige Betriebe und Auflagen für Banken, die Steuergeld in Anspruch nehmen wollen: "Die Vergabepolitik der Banken macht Investitionen schwierig und die fehlende Werbeoffensive macht die Situation nicht leichter. Da sind jetzt die Banken gefragt, da ist die Politik gefordert. Auf diese Fragen erwarten wir Antworten", so Ronacher.

Tourismusmanagement raus aus der Tagespolitik

Umso wichtiger sei, dass Kärnten Geld für die Werbung in den Nahmärkten in die Hand nimmt. Wenn das nicht rasch geschieht - bevor die Sommerurlaube geplant werden - würden in wenigen Monaten gravierende Auswirkungen zu bemerken sein: "Wir erwarten von den Parteien, die für den Landtag kandidieren, Konzepte für die Zukunft des Kärntner Tourismus", so Ronacher. Für die nächste Regierungsperiode wünscht sich Ronacher eine neue Art des Tourismusmanagements in Kärnten: "Bei aller Achtung vor den Leistungen der Verantwortlichen im Land, in den Destinationen und Gemeinden: Der Tourismus muss raus aus der Tagespolitik, die Parteipolitik muss raus aus dem Tourismus. Wir brauchen ein unabhängiges Expertengremium, das ungestört von den täglichen Querschüssen arbeiten kann", so Ronacher. Sie schlägt ein Modell nach dem Vorbild des Tiroler "Koordinationsausschuss Tourismus" vor: Dort arbeiten Tourismusexperten Vorschläge für die Tourismuspolitik aus -als beratendes Gremium ohne politische Einflussnahme: "Für Kärnten wäre das ein Start in eine neue Ära des Tourismus", erwartet Ronacher Zustimmung von den wahlwerbenden Parteien.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie (höchster Mitgliederstand seit der Gründung), 125 davon in Kärnten. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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Simone Ronacher
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Thermenhotel "Das Ronacher"
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