Kaske: "Kein Grund zur Freude, die Ist-Löhne sind weniger als die KV-Löhne gestiegen"

Gewerkschaft vida relativiert Jubelmeldung der ÖHV zur Ferienhotellerie

Wien (TP/OTS) - "Dass die ÖHV über eine Steigerung von 3,1 Prozent bei den Ist-Bruttolöhnen gegenüber dem Vorjahr jubelt, ist mir völlig unverständlich. Im Mai 2008 haben wir eine Erhöhung der Kollektivvertragslöhne um 3,4 Prozent erreicht. Die Ist-Löhne sind also sogar weniger als die KV-Löhne gestiegen. Gleichzeitig waren die ArbeitnehmerInnen von der hohen Inflation 2008 besonders stark betroffen. Ich frage mich, was gibt es da zu jubeln?", meint vida-Vorsitzender Rudolf Kaske.

"Sinkende Wochenarbeitszeiten von 48 Stunden in der Ferienhotellerie sind nicht gerade wenig. Aus unserer Sicht ist das noch immer zu viel", meint Kaske. Wenn man bedenkt, dass ArbeitnehmerInnen im Saisonbetrieb noch mehr arbeiten, ist das sogar viel zu viel: Im Westen werde laut ÖHV-Erhebung um durchschnittlich 6 Stunden mehr gearbeitet als im Osten.

Auch die Überzahlungen von 40 bis 98 Prozent bei Leitungspositionen überrascht die Gewerkschaft nicht. "Das zeigt einmal mehr, dass man um den KV-Mindestlohn der Branche einfach niemanden bekommt. Qualifizierte ArbeitnehmerInnen im Tourismus sind oft schlechter bezahlt als ungelernte in anderen Branchen. Trotz Überzahlungen flüchten nach wie vor viele aus der Branche. Grund dafür sind das niedrige Lohnniveau und die familienfeindlichen Arbeitsbedingungen im Tourismus. Da stellt sich die Frage, ob der Tourismus gegenüber anderen Branchen überhaupt konkurrenzfähig ist?", so Kaske.

Dass AbteilungsleiterInnen im Service um 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr verdienen, sei erfreulich. Gleichzeitig stehe jedoch fest, dass es viel weniger AbteilungsleiterInnen als Servicekräfte gibt. Diese ArbeitnehmerInnen müssen daher im Schnitt wieder weniger bekommen haben, um auf eine Gesamtsteigerung von rund 3 Prozent bei den Ist-Löhnen zu kommen. "Ein trauriges Rechenbeispiel, das die Jubelmeldung der ÖHV stark relativiert", konstatiert Kaske.

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241203 Mär 09

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