Zum 2. Mal im Krastal: "Die Gegendtaler Passionsspiele"

Villach-Landskron (TP/OTS) - Im August 2007 erlebte die
Gegendtaler Passion im Marmorsteinbruch Krastal ihre Uraufführung. Nach einjähriger Pause nimmt der Verein "Gegendtaler Passion" mit der Premiere am 12. August (weitere Aufführungstermine: 14., 16., 18., 20., 22., 24. und 26. August) den Spielbetrieb wieder auf. Das Besondere daran: Autor Gerhard Reichmann hat die Geschichte vom Leiden und Sterben Christi in die Kärntner Mundart übertragen.

Die Passionsspiele gehen bis ins Mittelalter zurück. Schon im zehnten Jahrhundert wurde das Osterevangelium mit verteilten Rollen gelesen, woraus sich die szenische Darstellung entwickelte. Aufführungsorte waren ursprünglich die Kirchen, ehe aufgrund von Platzmangel bzw. der Einschaltung komischer Szenen auf den Kirchplatz oder Marktplatz ausgewichen wurde. Im 14. und 15. Jahrhundert erreichten die Mysterienspiele ihren Höhepunkt und fanden auf dreißig bis fünfzig Meter breiten "Simultanbühnen" statt, das heißt die Schauplätze für die einzelnen Szenen wurden nebeneinander angeordnet. In Kärnten war ein allgemeines Passionsspiel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mittel- und Unterkärnten weit verbreitet. Heute ist davon lediglich die "stumme Passion" in Tresdorf im Mölltal übrig geblieben. Mit der Gegendtaler Passion wollen die Initiatoren eine ähnliche Tradition schaffen, wie man sie in Erl in Tirol oder St. Margarethen im Burgenland findet.

Schauplatz Marmorsteinbruch.

Das Krastal, ein Seitental des Kärntner Gegendtales, und sein bekannter Marmorsteinbruch bieten sich als Schauplatz für die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu förmlich an. Autor Gerhard Reichmann hat sich bei seiner Arbeit kaum vom Bibeltext wegbewegt, diesen aber in die Kärntner Mundart übertragen, "weil ich glaube, dass wir mit jener Sprache, mit der wir aufgewachsen sind und die uns vertraut ist, die Geschichte am besten und eindrucksvollsten wiedergeben können." Freilich wollte Reichmann damit auch seinen Beitrag zur Erhaltung und Pflege der Kärntner Mundart leisten.

Kärntnerisch in Musik und Text.

Kärntnerisch geht es auch bei der Musik zu: Franz Einöder hat sich bei der Vertonung der Lieder und Choräle nie allzu weit von der Tradition des Kärntnerliedes entfernt. In die Handlung eingebunden ist ein starker gemischter Chor, der teils die Handlung kommentiert, teils als Sprachrohr Gottes fungiert. Ein Männerquartett verkörpert Jesus mit drei Engeln und die Abendmahlszene vollzieht sich im Dialog zwischen einem zwölfköpfigen Männerensemble und der Solostimme Jesu. Der musikalisch-instrumentale Überbau wurde von Hans Peter Stinnig komponiert, inszeniert hat Horst Bernel (Obmannstellvertreter des Amateurtheaterverbandes Kärnten).

Sänger und Darsteller.

In der Hauptrolle als Jesus Christus beeindruckt Hubert Reiner (Mitglied des "Kärntner Doppelsextettes"). Als weitere Sänger und Darsteller fungieren ebenfalls Mitglieder diverser Vereine der Gemeinden Afritz/See, Arriach und Treffen. Es sind dies unter anderem der "Gemischte Chor Afritz", der "Männergesangsverein Afritz", die "Theatergruppe der DG Afritz", die "Jägersängerrunde Arriach", die "Frauensinggruppe Arriach", der "Männergesangsverein Innerteuchen", der "Gemischte Chor Gegendtal" sowie der "Singkreis Treffen".

Aufführungen und Karten.

Die Aufführungen der Gegendtaler Passionsspiele finden am 12. (Premiere), 14., 16., 18., 20., 22., 24. und 26. August mit Beginn um jeweils 20.30 Uhr statt. (Ersatztermin jeweils am nächsten Tag.) Karten gibt es bei den Raiffeisenbanken und allen Ö-Ticket-Verkaufsstellen oder unter http://www.oeticket.com. Kartenpreise Euro 25,-. Veranstalter ist der Verein Gegendtaler Passion.

Weitere Informationen unter: http://www.gegendtaler-passionsspiele.at

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