Arbeitsklimaindex Tourismus: Prekäre Arbeitsverhältnisse steigen, Zufriedenheit sinkt

Zwei Drittel der Tourismus-Beschäftigten kommen kaum mit ihrem Einkommen aus

Wien (TP/OTS) - Die Krise hat den österreichischen Tourismus erreicht - das schlägt sich auch im Arbeitsklimaindex für den Tourismus nieder. Das subjektive Empfinden der Beschäftigten korreliert mit den Wirtschaftsdaten. Die ArbeitnehmerInnen bekommen die wirtschaftliche Lage mancher Betriebe verstärkt zu spüren.

Die Chancen am Tourismus-Arbeitsmarkt sind dramatisch eingebrochen. Waren die Beschäftigten in den Jahren zuvor noch davon überzeugt, relativ einfach einen Wechsel innerhalb der Branche bewerkstelligen zu können, ist die Einschätzung nun zögerlicher. Die allgemeine Lebenszufriedenheit wie auch die Zufriedenheit im Betrieb und der Optimismus in Hinblick auf die gesamtgesellschaftliche Situation sinken deutlich.

ArbeitnehmerInnen sind erhöhtem Druck ausgesetzt, das Betriebsklima leidet

Durch die schlechte Buchungslage steigt die Nervosität der Arbeitgeber und die Beschäftigten sehen sich oft einem erhöhten Druck ausgesetzt, ein schlechtes Betriebsklima wird auf diese Weise gefördert. Daher der Appell des vida-Vorsitzenden Rudolf Kaske an die Arbeitgeber: "Die ArbeitnehmerInnen sind nicht für diese Krise verantwortlich. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss der korrekte Umgang mit den MitarbeiterInnen selbstverständlich sein."

Das Einkommen von Tourismusbeschäftigten ist traditionell niedrig. Qualifizierte ArbeitnehmerInnen im Tourismus sind oft schlechter bezahlt als ungelernte in anderen Branchen. Laut Arbeitsklimaindex kommen zwei Drittel der Tourismus-Beschäftigten sehr schlecht bis gar nicht mit ihrem Einkommen aus. Jeder Zweite kommt überhaupt nur durch finanzielle Zuwendung der Eltern, EhepartnerIn oder LebensgefährtIn über die Runden. "Das ist eine höchst alarmierende Entwicklung", so Kaske. Hintergrund dafür dürfte auch die steigende Anzahl an prekären Arbeitsverhältnissen im Tourismus sein. Die geringfügige Beschäftigung ist österreichweit stark gestiegen, um gut 4.000 oder 11,4 Prozent. Hier gab es die stärksten Zuwächse in Wien (+1.102), in der Steiermark (+831) sowie in Oberösterreich (+662).

Regionale Unterschiede bei Beschäftigung und Arbeitslosenzahlen

Im 2. Quartal 2009 ist die Tourismusbeschäftigung in Österreich um knapp 4.500 gegenüber dem Vorjahresquartal zurückgegangen, das entspricht einem Minus von 2,6 Prozent. Regional war die Betroffenheit allerdings sehr unterschiedlich: Den stärksten Beschäftigungseinbruch hatte Salzburg mit -6,7 Prozent gefolgt von Tirol mit -4,6 Prozent und Wien mit -4 Prozent. Oberösterreich und Burgenland weisen Beschäftigungszuwächse um 2,8 Prozent bzw. 2,7 Prozent auf.

Die Arbeitslosigkeit stieg im 2. Quartal um 3.900 Personen bzw. um 12,3 Prozent. In absoluten Zahlen stieg sie in Tirol (+804) sowie in Wien (+602) am stärksten. Das regionale Muster entspricht jedoch nicht immer den Beschäftigungsverlusten. In Salzburg, Tirol und Wien stieg die Arbeitslosigkeit weniger als die Beschäftigung abnahm. "Das liegt hauptsächlich daran, dass die Arbeitslosigkeit am Wohnort und nicht am Beschäftigungsort gezählt wird, aber auch daran dass sich nicht alle registrieren lassen, die ihren Job verlieren", erklärt Kai Biehl, Arbeiterkammer Wien.

Herausforderung sei es nun, gestärkt aus der wirtschaftlich schwierigen Zeit herauszugehen. Denn der Tourismus könnte zu den Topbranchen der österreichischen Wirtschaft zählen. Tourismusbetriebe, die kein Personal finden, sind in den meisten Fällen selbst schuld daran. "Schlechte Entlohnung, überlange und familienfeindliche Arbeitszeiten sowie mangelnde Aufstiegschancen -das soll das Angebot an potentielle ArbeitnehmerInnen sein? Kein Wunder, dass viele Beschäftigte vom Tourismus die Nase voll haben und lieber versuchen, einen Existenz sichernden Job in einer anderen Branche zu bekommen", weiß vida-Vorsitzender Rudolf Kaske.

Auf Qualifizierung und attraktivere Arbeitsbedingungen setzen

Tourismusbetriebe müssten auf die Qualifizierung der Beschäftigten setzen und attraktivere Arbeitsbedingungen bieten, denn wenn die Rahmenbedingungen passen und die Entlohnung stimmt, dann findet sich auch Personal. Und dieses ist immerhin das Aushängeschild jedes Betriebes. "Die Beschäftigten im Tourismus sind - unabhängig von der Krise - zu wichtig für die Betriebe, um ihre Bedürfnisse zu vernachlässigen. Das haben leider viele Unternehmen noch nicht kapiert", so der Appell Kaskes an die Arbeitgeber.

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