Forschungssymposium von internationaler Bedeutung

Nationalpark Hohe Tauern: Kärnten, Salzburg, Tirol

Matrei in Osttirol (TP/OTS) - Von der Erhaltung der Biodiversität zum zeitgemäßen Wildtiermanagement, von der ökologischen Vernetzung zwischen Schutzgebieten bis hin zur Integration von touristischen Angeboten: Schutzgebiete leisten einen immensen Beitrag zur Erhaltung des europäischen Natur- und Kulturerbes. Die aktuell gesellschaftspolitisch relevanten Themen Biodiversität, (Klima)wandel, ökologischer Verbund und Naturraum-Management stehen im Focus des 4. internationalen Forschungssymposiums des Nationalpark Hohe Tauerns auf der Burg Kaprun, Salzburg.

Mehr als 180 Fachleute, Praktiker und Studenten aus 13 Nationen nehmen vom 17. - 19. September 2009 an dem dreitägigen Forschungskongress teil. 40 Wissenschaftler gestalten das spannende Vortragsprogramm. 59 Fachposter geben einen guten Überblick zu aktuellen Forschungsprojekten und Konzepten. Die Schutzgebietsforschung leistet einen international nicht unwesentlichen Beitrag zu aktuell wichtigen Fragestellungen.

Schutzgebiete ein wichtiger Eckpfeiler zur Erhaltung der Biodiversität

Eines der wichtigsten Ziele von Großschutzgebieten ist die Erhaltung ihrer Biodiversität. Dies schließt neben der Artenvielfalt die Vielfalt der Lebensräume, deren natürliche, dynamischen Entwicklung und den Erhalt der Ökosystemfunktionen mit ein. Die Erforschung und Dokumentation der Biodiversität ist hier von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft. Je umfassender solche Archive zur Natur sind, umso eher sind sie dazu geeignet, der Lösung weiterführender Forschungs- und Gesellschaftsagenden zu dienen.

Schutzgebiete sind keine Inseln

Schutzgebiete stehen in enger Wechselwirkung mit ihrer Umgebung und den dort vorherrschenden menschlichen Einflüssen. Die Erhaltung oder die Wiederherstellung von verbindenden Strukturen und Lebensräumen im intensiv genutzten Raum zwischen den Schutzgebieten stellen ein Gebot der Stunde dar, wenn dem Verlust an Biodiversität erfolgreich begegnet werden soll. Schutzgebiete für sich alleine sind - auch bei entsprechender Größe - nicht in der Lage, diese Herausforderung zu meistern. "Der ökologische Verbund von Schutzgebieten ist sicher das Thema des Umweltschutzes in den Alpen dieses Jahrhunderts", betont Dr. Guido Plassmann, von ALPARC(Netzwerk der alpinen Schutzgebiete). "Alle Umweltminister der Alpenstaaten haben diesen Beschluss gefasst. Als politische Plattform wurde der ökologische Verbund der Alpenkonvention eingerichtet. Die Finanzierung folgt über das Eu-Projekt ECONNECT sowie einem großen privaten Sponsor (MAVA / CH). Wir stehen hier vor einem Langzeitprojekt, welches sicher an die 30 Jahre braucht, bis es zur Gänze umgesetzt ist. Denn ganz besonders Wichtig ist die Mitwirkung und Akzeptanz jedes Einzelnen, damit die sich die Arten - besonders in Zeiten der Klimaerwärmung - anpassen bzw. in das für sie optimale Gebiet wandern können." Die Forschung auf diesem Gebiet ist nun gefordert, die Daten, Fakten und Maßnahmenempfehlungen, die diese neuen Schutzkonzepte benötigen, zu liefern.

Klimawandel macht auch vor Schutzgebieten nicht halt

Aktuelle laufende Forschungen zur Klimaveränderung versuchen jene Mechanismen und Parameter nachzuweisen, welche jeweils entscheidenden Einfluss auf die Biodiversität haben. Damit könnten Indikatoren klassifiziert werden welche sogar als Frühwarnsysteme geeignet sein könnten, wie beispielsweise Biozönosen hochalpiner Quellen.

Aktuell wurde hierzu im Nationalpark Hohe Tauern gerade das mehrjährige Projekt "Gewässermonitoring" (Monitoring alpine rivers) gestartet. Denn besonders Vergletscherungen im Einzugsgebiet hochalpiner Gewässer haben große Auswirkungen auf das Artenvorkommen in den Gewässern. "Die vorkommenden Tierarten sind hochentwickelte Spezialisten und schon kleinste Veränderungen können sie nicht gut vertragen. Dieser Lebensraum ist das optimale Forschungsgebiet für uns, besonders da es über diese Gebiete noch so gut wie keine Untersuchungen gibt", so Dr. Leopold Füreder, von der Universität Innsbruck, welcher das Projekt wissenschaftlich betreut. "Wir wissen über diese Tierchen noch so gut wie nichts, bzw. sind sicher einige Arten noch nicht bekannt. Hochinteressant wird es daher sein zu beobachten was passiert, wenn die Gletscher schmelzen. Welchen Einfluss wird dies auf die Wasserfauna haben? Ziel des Projektes ist es, ein Indikatorensystem aufzubauen und die Biodiversität von hochalpinen Gewässern zu erheben. Mit den erarbeiteten Parametern soll es dann weiters möglich sein, ein Frühwarnsystem für mögliche Biodiversitätsveränderungen bzw. -verluste zu haben. Natürlich ist dies auch gesellschaftspolitisch relevant, denn ohne Vielfalt kein Leben".

Die Wichtigkeit eines internationalen Austausches von Schutzgebieten in Forschungsagenden ist unumstritten. ALPARC hat daher zusammen mit ISCAR in den letzten Jahren eine "Forschungsplattform der Schutzgebiete" (ISCAR-P) aufgebaut, um die Internationalität und Interdisziplinarität der Schutzgebietsforschung im Alpenraum zu fördern. Die vom Nationalpark Hohe Tauern bereits zum vierten Mal organisierten Kapruner Symposien sind eines der Instrumente dieser neuen Initiative, die diese notwendige Zusammenarbeit der Forschenden in Bezug zu Schutzgebieten aktiv und erfolgreich im Alpenraum unterstützen.

Denn ohne die Ergebnisse einer zielgerichteten Forschung ist auch kein zielgerichtetes Management möglich!

Die Zusammenfassung der wissenschaftlichen Beiträge sowie Fotos von der heurigen Veranstaltung werden ab 1. Dezember 2009 unter
http://www.hohetauern.at/symposium2009 zu finden sein.

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TPT0002 2009-09-18/09:00

180900 Sep 09

Helene Mattersberger
Öffentlichkeitsarbeit Symposium 2009
Nationalpark Hohe Tauern
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