Weniger und teureres Geld für den Tourismus

Spitzen der Tourismuspolitik diskutierten mit Tourismusgranden

Wien/Innsbruck (TP/OTS) - Finanzierung, Arbeitsmarkt, Saisonierkontingent und Mittel für die Tourismuswerbung standen gestern im Mittelpunkt einer - auf Einladung der ÖHV - hochrangig besetzten Diskussion zwischen den Tourismussprechern aller im Nationalrat vertretenen Parteien und dem Who-is-Who der Tiroler Tourismuswirtschaft.

"Eine dicke Mappe mit Informationen und Erfahrungsberichten unserer Mitglieder beweist, dass der Zugang zu Krediten für die Hotellerie sehr beschränkt ist und dass vor allem auch in bestehende Finanzierungen eingegriffen wird", erklärte Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Kreditvergabe und Finanzierung standen gleich zu Beginn im Zentrum des ÖHV-Polit-Talks mit den Tourismussprechern der Nationalratsparteien im Casino Innsbruck. Tourismusausschuss-Obmann Maximilian Linder (BZÖ) bestätigte, dass das Problem der Finanzierung bei den Banken liege: Die Zinsen seien niedrig, aber dem Ideenreichtum der Banken bei der "Begleitmusik" keine Grenzen gesetzt.

Bankendichte wie in Monaco "In Zukunft werden wir weniger Geld und teureres Geld sehen", sagte Tourismus- und Finanzexperte Mag. Roland Haslauer von GFB & Partner. Um in diesem schwierigen Finanzmarkt-Umfeld zu bestehen gab Haslauer den Teilnehmern einige Tipps. Zur Optimierung der Konditionen sollten die Hoteliers den Wettbewerb zwischen den Banken für sich nutzen: Tourismusintensive Orte wie Lech oder Zell am See hätten eine Bankendichte, die das europäische Netz um den Faktor 10 übertreffe. "Bleiben Sie regional, denn die Banken vor Ort kennen Sie und Ihre Situation besser als deren Zentralen", appellierte Haslauer weiter. Die Unternehmer sind auch gefordert betriebswirtschaftliche Hausaufgaben zu erledigen:
Neben Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und einem reservierten Kreditrahmen, ist eine gut vorbereitete und Basel-II gemäße Bankenpräsentation notwendig. "Denken Sie daran, dass die Banken im Wettlauf um die besten Engagements stehen - und Wertberichtigungen vermeiden möchten", so der Experte.

Dauerbrenner Arbeitsmarkt und ausreichend dotiertes Tourismusmarketing Abg.z.NR Franz Hörl (ÖVP) sah nicht die Finanzierung durch die Banken als primäres Problem der Branche, sondern eher die Preisgestaltung und die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Damit eröffnete er die Diskussion um ein weiteres "heißes Eisen" der Branche. Hörl bedankte sich bei der ÖHV für die intensive Thematisierung der Notwendigkeit der Arbeitsmarktöffnung. Einheimische Mitarbeiter für den Tourismus zu gewinnen, sei schwierig; Arbeitslose aus der Industrie, für die im Tourismus die Türen offen stehen, "wollen nicht einmal bei den Seilbahnen, wo es gar keine Nachtdienste gibt, arbeiten." Mag. Roman Haider (FPÖ) sieht in der Beibehaltung der Übergangsfristen kein Problem für den österreichischen Arbeitsmarkt und auch keine Notwendigkeit Kontingente der Saisoniers zu erhöhen. Für den Abg.z.NR Mag. Josef Auer (SPÖ) würden sich Anreize durch Senkung der Besteuerung der Arbeit ergeben. ÖHV-Präsident Sepp Schellhorn kann der Beschäftigungsstand von 180.000 Tourismusmitarbeitern nur über eine Werbeoffensive gesichert werden: Die Nachfrage müsse angekurbelt werden, das gelänge nur durch eine ausreichende Dotierung der Werbemittel. Wie es geht, machen die Mitbewerber vor: Die Schweiz hat ihr Werbebudget im Sommer um 20 Mio. Franken (rund 13 Mio. Euro) erhöht, weitere Erhöhungen für Winter 2009/10 sind gerade in Diskussion. Unterstützung erhält diese ÖHV-Forderung von Seiten der Grünen: Abg.z.NR Dr. Gabriela Moser wünscht sich immer noch 10 Mio. Euro für die Bewerbung des heimischen Tourismus. Die Verschrottungsprämie, brachte nur der ausländischen Autoindustrie etwas.

Bildmaterial Bild 1: Mag. Norden (TAI), Abg.z.NR Linder (Tourismusausschuss Obmann BZÖ), Abg.z.NR Dr. Moser, Abg.z.NR Auer (SPÖ), Furtner (ÖHV-LandevorsitzenderTirol), Abg.z.NR Hörl (ÖVP)

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Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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